Weitere Bestandskunden sollen für ihr Sky-Abo mehr zahlen

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Bildquelle: Sky Deutschland
Böse Überraschung für zahlreiche Kunden des führenden deutschen Pay-TV-Senders Sky. Per E-Mail wurde diversen Abonnenten mit älteren Verträgen mitgeteilt, dass sich ihr Abo im Laufe der kommenden Wochen verteuern wird. Die Möglichkeit, zu kündigen, gibt es für die Kunden nicht. Grund: Sky hat kleinere Preissteigerungen in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen verankert.

„Heute möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass Ihr Sky Abonnement zum 01.03.2017 an unsere neue Preisstruktur angepasst wird.“ Mit diesen Worten leitet Sky eine Kundeninformation ein, die in diesen Tagen zahlreiche Nutzer des Pay-TV-Senders erreicht hat oder noch erreichen wird. Aufgrund gestiegener Gesamtkosten – insbesondere für Programmlizenzen und die technische Infrastruktur – komme es zu der nun kommunizierten Preiserhöhung. Darunter fallen unter anderem die Kosten für Filmrechte wie auch die Übertragungsrechte der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und der Fußball Bundesliga sowie Kosten für Transponder oder die Einspeisung der Programme bei Kabelnetzbetreibern.

Abhängig davon, welche Programmpakete gebucht wurden, erhöht sich der monatlich zu zahlende Abo-Preis für das Bezahlfernsehen von Sky um bis zu 3 Euro. Wer ein Rabatt-Angebot nutzt, muss bis zu 2 Euro pro Monat mehr zahlen. Man habe das Möglichste getan, den zusätzlichen Betrag so gering wie möglich zu halten, schreibt Sky an seine Kunden, die in zahlreichen Online-Foren ihrem Unmut über die höheren Abo-Gebühren Luft machen. Aber: Für Kunden, die ein Abo mit den beiden neuen Basispaketen Starter und Entertainment nutzen, wird es vorerst keine Preiserhöhung geben. Mittelfristig sei aber die Mehrheit aller Bestandskunden von den Preiserhöhungen betroffen 

Auf Anfrage von inside-handy.de im Sommer 2016 gab Sky genauere Informationen bekannt, wie die Preissteigerungen für die einzelnen Pakete im Detail aussieht: 

  • Sky Welt +0,85€ (5,0%)
  • Sky Welt + 1 Premiumpaket +1,50€ (4,2%)
  • Sky Welt + 2 Premiumpakete +2€ (4,1%)
  • Sky Welt + 3 Premiumpakete +2,50€ (4,2%)
  • Premium HD +0,5€ (5,0%)

Update 11. Januar 2017: Weitere Kundengruppen von Preiserhöhungen betroffen

Für die beiden später eingeführten, neuen Basispakete „Starter“ und „Entertainment“ sollte es ursprünglich keine Preisanpassung geben. Dies wurde seitens Sky nun korrigiert. Die Preiserhöhung aus dem Frühsommer 2016 wird nun auch auf weitere Kundengruppen ausgeweitet, dies bestätigte ein Sky-Sprecher auf erneuter Anfrage von inside-handy.de. In einem vorliegenden konkreten Fall erhöht sich die Grundgebühr des Sky-Abos in einem definierten Rabatt-Zeitraum um einen Euro pro Monat, danach werden 3 Euro Aufpreis pro Monat fällig.

AGB weisen das Recht, Preise zu erhöhen, aus

Besonders übel stößt den betroffenen Sky-Nutzern auf, dass ihnen anders als in zahlreichen anderen Branchen üblich, die Möglichkeit genommen wird, ihr Abonnement im Zuge der Preiserhöhung zu kündigen. In den , die alle Nutzer bei Vertragsabschluss akzeptiert haben, ist aufgeführt, dass es Sky gestattet ist, die Preise einmal pro Kalenderjahr um bis zu 5 Prozent zu erhöhen, ohne ein Sonderkündigungsrecht einräumen zu müssen. Unter Punkt 4.3 heißt es wörtlich:

Beträgt eine Preiserhöhung mehr als 5 % des bis zum Zeitpunkt der Erhöhung geltenden Abonnementbeitrages, ist der Kunde berechtigt, den Abonnementvertrag innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung mit Wirkung zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Erhöhung schriftlich zu kündigen. Das Kündigungsrecht gilt nur für das von der Preiserhöhung betroffene Produkt. Ist das von der Preiserhöhung betroffene Produkt Voraussetzung für ein anderes Produkt, gilt eine Kündigung jedoch auch für dieses. Kündigt der Kunde nicht oder nicht fristgemäß, wird das Abonnement zu dem in der Mitteilung genannten Zeitpunkt mit dem neuen Abonnementbeitrag fortgesetzt.


Sky verliert Übertragungsrechte und TV-Sender – Preise steigen trotzdem

Was Sky konkret zu der neuen Kostenstruktur getrieben hat, ist bisher noch unklar. In den zurückliegenden Wochen machte der Sender vor allem dadurch auf sich aufmerksam, zukünftig  und verschiedene Sender (ProSieben Fun, kabel eins Classics, Sat.1 Emotions) in naher Zukunft nicht mehr anzubieten. Auch ist bisher völlig offen, welche Spiele der Fußball Bundesliga Sky ab der Saison 2017/2018 zeigen darf. Das  läuft noch und schon jetzt steht fest, dass Sky seine bisherige Exklusivität verlieren wird. Als sicher gilt, dass es für Sky trotzdem teurer wird, die Bundesliga-Spiele zu übertragen. Die nun verkündete Preiserhöhung könnte ein entsprechender Vorbote sein.

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