Zehnte re:publica startet mit Veröffenlichung geheimer TTIP-Dokumente

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Mural der re:publica
Bildquelle: re:publica/Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0)
Zum zehnten Mal findet seit Montag in Berlin die Internet-Konferenz re:publica statt, bei der vor allem das Themenfeld Web 2.0 und die voranschreitende Digitalisierung im Mittelpunkt stehen. Vor dem Start der dreitägigen Konferenz sorgte allerdings zunächst Greenpeace für Aufsehen.

Die Umweltaktivisten haben den Hype um die re:publica genutzt, um bisher geheime Dokumente des geplanten Freihandelsabkommens TTIP zwischen Europa und den USA . Aus den Dokumenten gehe auf 240 Seiten nach Angaben von Greenpeace hervor, dass die US-Regierung die Vertreter der europäischen Regierungen bei den Verhandlungen deutlich stärker unter Druck setzt als bisher bekannt war. Greenpeace warnt vor allem davor, dass Europa durch das Abkommen deutlich schwächere Umweltstandards drohen könnten.

„Bei den Verhandlungen soll hinter verschlossenen Türen ein mächtiger Rammbock gezimmert werden, der auch den fest verankerten Schutz für Umwelt und Verbraucher wieder aus dem Weg räumen kann. Dieses Geheimabkommen muss gestoppt werden“, fordert Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch. Greenpeace übt vor allem an der undemokratischen Geheimhaltung der TTIP-Verhandlungen Kritik. „Dieser Vertrag geht jeden von uns an. Jeder muss nachlesen können, was uns mit TTIP drohen würde. Hinterzimmerdeals wie TTIP passen nicht zu Demokratien. Die Verhandlungen müssen gestoppt und eine offene, transparente Diskussion begonnen werden“, so Knirsch weiter. 

Auf der re:publica sollte TTIP eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen. Stattdessen wird unter anderem über die Vernetzung von Firmen (Industrie 4.0) und die virtuelle Realität (VR) sowie über die zunehmende Überwachung gesprochen. Einer der Höhepunkte soll eine Live-Schalte zu Whistleblower Edward Snwoden sein, der sich derzeit in Moskau im Exil befindet. In Berlin werden fast 850 Redner erwartet, die auf insgesamt 17 Bühnen stehen werden. Es werden bis zu 8.000 Besucher erwartet. Wer in Berlin nicht live vor Ort sein kann, bekommt die Möglichkeit, die Reden auf den beiden Hauptbühnen  zu verfolgen.

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