"Sportschau" bleibt, bis zu 100 Spiele gehen zu zweitem Anbieter

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Es ist endlich vollbracht: Das Bundeskartellamt hat die lange Prüfung der Ausschreibungsmodalitäten für die neuen nationalen TV-Rechte von Spielen aus der Fußball Bundesliga abgeschlossen – und setzt strenge Auflagen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wurde verpflichtet, auszuschließen, dass alle TV-Rechte im Rahmen der kommenden Rechtevergabe an einen einzigen Bieter gehen. Bis zum Ende der Saison 2016/2017 liegen sämtliche Rechte noch bei Sky.

Da sich die DFL bereiterklärt habe, ein so genanntes Alleinerwerbsverbot zu beachten, sehe das Bundeskartellamt keinen Anlass zum Einschreiten gegen die Zentralvermarktung, heißt es in einer Mitteilung vom Montag.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, erklärte in Bonn: „Wir haben Wert gelegt auf Regelungen, die sicherstellen, dass im Ergebnis mehr als ein einziger Bieter die Live-Rechte erwirbt. Solange nur ein Inhaber der Live-Rechte am Markt ist, birgt dies die Gefahr, dass der Innovationswettbewerb – insbesondere der von internetbasierten Angeboten – beschränkt wird.“

Weiter erklärte Mundt: „Wie die Erfahrungen aus anderen Ländern – zum Beispiel England – zeigen, führt ein solches Modell meist nicht dazu, dass der Verbraucher am Ende mehr als ein Abonnement benötigt, um alle Spiele sehen zu können. So können sich die Rechteinhaber gegenseitig auch Unterlizenzen einräumen. Daneben dürfte es aber auch Angebote geben, die nur einen Teil der Live-Spiele umfassen.“

Kartellamt orientiert sich an anderen Ländern

Das Bundeskartellamt verweist darauf, dass ein Alleinerwerbsverbot, das auch als No-Single-Buyer-Rule verstanden werden kann, schon in anderen europäischen Ligen zum Einsatz kommt. Zum Beispiel in England und Italien. Dort werden die Spiele der Anzahl nach zwischen mehreren Erwerbern aufgeteilt.

Für den deutschen Markt erwarten die Kartellwächter, dass die DFL dafür Sorge trägt, dass zwischen 30 und 100 der insgesamt 306 Bundesliga-Spiele pro Saison nicht exklusiv bei einem Anbieter zu sehen sind. Und es müssen „attraktive“ Begegnungen sein, wie das Kartellamt betont. Noch unklar ist, ob die Spiele nur im Internet und über Mobilfunk-Verbindungen zu einem anderen Anbieter als Sky wandern oder auch im klassischen Pay-TV.

Bundesliga-Zusammenfassung am Samstag bleibt erhalten

Und noch etwas hat das Bundeskartellamt festgelegt: Die „Sportschau“ oder ein ähnliches Free-TV-Format, in dem die Highlights der Bundesliga-Spiele am Samstagabend zu sehen sind, wird es auch in Zukunft geben. Im Gegenzug wird von den Kartellwächtern darauf verzichtet, das Alleinerwerbsverbot deutlich auszuweiten.

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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