Veronica Mars, Ouya, Star Citizen: Das sind die spannendsten Crowdfunding-Projekte

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Crowdfunding-Plattformen: Indiegogo, Kickstarter, Startnext, VisionBakery
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Am Donnerstag startet "Stromberg - Der Film" in den deutschen Kinos. Um den Film zur Serie zu finanzieren, startete die Produktionsfirma Brainpool ein Crowdfunding-Projekt, bei dem binnen einer Woche eine Million Euro zusammenkamen. Dieses Finanzierungsmodell ist durch Erfolge wie die Smartwatch Pebble inzwischen populär geworden. inside-digital.de stellt die wichtigsten Plattformen und die spannendsten Projekte vor.

Was ist Crowdfunding?

Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Crowd für Menge und Funding für Finanzierung zusammen und bezeichnet das Ziel, Geld für ein Projekt, ein Produkt oder eine Idee bei interessierten Unterstützern einzusammeln. Meist wird ein Crowdfunding-Projekt online über eine Internetplattform gestartet. Klassisches Beispiel ist : Hier konnten Jazz-Fans schon vor zehn Jahren Geld spenden, um die Produktion eines Albums zu ermöglichen, das ansonsten wohl nicht verwirklicht worden wäre.

Als Unterstützer erhält man bei erfolgreicher Realisierung eines Projekts – meist wird dazu ein Mindestfinanzierungsziel angegeben, das bis zu einem bestimmten Datum erreicht werden soll – das betreffende Produkt als erster, exklusiv oder in einer „Special Edition“. Bei einem Film kann man beispielsweise finanziell am Einspielergebnis beteiligt werden, bei einem Spiel kann man Zugriff auf die Betaversionen des Games erhalten.

Einige Plattformen zahlen das Geld an die Unterstützer zurück, wenn das Finanzierungsziel nicht in der festgelegten Zeit erreicht wird. Andere Plattformen setzen auf Spenden oder die Möglichkeit, das eingesammelte Geld auf andere Projekte zu verteilen. Für Anleger ist also auch ein Totalverlust möglich, wobei das Risiko vorher bekannt ist und die einzelnen Summen eher klein sind.

Die erfolgreichsten Plattformen

Eines der bekanntesten Portale für Crowdfunding ist . Die Plattform, in dieser Woche in den Schlagzeilen als Opfer eines Hackerangriffs, wird seit 2008 von New York aus betrieben und richtet sich vor allem an Projekte aus dem englischsprachigen Raum. 2012 wurde hier die erste Crowdfunding-Million eingesammelt (für eine ).

Ebenfalls seit 2008 ist  am Start, eine US-Plattform mit Sitz in San Francisco. Die Projekte stammen aus künstlerischen Kategorien wie Film, Musik, Spiel und Comic, aber auch Themen wie Gesundheit, Umwelt, Religion und Politik werden hier umgesetzt.

Eines der bekanntesten deutschen Portale ist . Im Gegensatz zu Indiegogo und Kickstarter erhebt Startnext keine Gebühren, das eingesammelte Geld fließt also komplett in die Projekte. Gefördert werden vor allem Künstler und Erfinder aus dem deutschsprachigen Raum. 1.450 Projekte mit insgesamt 8,8 Millionen Euro wurden hier bis dato umgesetzt. Ähnlich themenübergreifend ist  angelegt.

Weitere deutschsprachige Crowdfunding-Plattformen mit speziellem Themenbezug sind z.B.  (Bücher),  (Gesellschaftsspiele),  (Sport) oder  (Journalismus).

Die Tops & Flops der Crowdfunding-Geschichte

Hightech

Für die Smartwatch  waren 100.000 Dollar aufgerufen – über 10 Millionen wurden es schließlich, das bislang erfolgreichste abgeschlossene Projekt.  läuft mit dem Betriebssystem Android, ist via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und zeigt auf ihrem kleinen Display eingehende Anrufe, Termine oder E-Mails an. Auf der CES in Las Vegas war mit der  bereits die zweite Generation der Smartwatch zu sehen – finanziert ohne Crowdfunding.

Auch die Smartwatch  kam per Crowdfunding zustande und hat ihre Geldgeber neben großem Funktionsumfang mit Sprach- und Gestensteuerung überzeugt.

Die kleine Spielekonsole  sammelte 8,6 Millionen Dollar ein und war damit fast zehnfach überfinanziert. Die auf Android basierende Ouya bringt kostenlose Games aus dem eigenen Appstore auf den großen TV-Bildschirm; gespielt wird mit einem dazugehörigen Controller. Seit einigen Wochen ist die Ouya auch in Deutschland .

Auch die Virtual-Reality-Brille  erreichte mit 2,5 Millionen Dollar das Zehnfache des ursprünglichen Ziels. Das Headset wurde speziell für Videospiele konzipiert, verspricht 3D-Gaming auf einem Full-HD-Display und soll Ende des Jahres in den Handel kommen.

Ein Erfolg wurde auch ein kleines WLAN-Modul mit dem Namen , das aussieht  und an den Eingang einer Stereoanlage oder eines Boxensystems angeschlossen wird. Vom PC oder Smartphone aus kann dann Musik kabellos auf dem jeweiligen Gerät abgespielt werden.

Es gab aber auch – zum teil spektakuläre – Flops wie das : Diese Vision eines High-End-Smartphones war das bislang ambitionierteste Crowdfunding-Projekt. Innerhalb eines Monats sollten 32 Millionen Dollar zusammenkommen, um dieses Gerät zu entwickeln, das , dem schnellsten Prozessor und dem größten Speicher lockte. Am Ende kamen „nur“ 12,8 Millionen zusammen, was dennoch einen  darstellte. Kostenpunkt für das Ubuntu Edge wären knapp 700 Dollar gewesen. Das Smartphone sollte ursprünglich trotzdem in diesem Frühjahr auf den Markt kommen, in einer abgespeckten Version, doch davon ist mittlerweile keine Rede mehr. Die Spender sollen ihr Geld inzwischen zurückerhalten haben.

Sein Ziel nicht erreicht hat auch : Es sollte das weltweit erste transparente Tablet werden, das man auch  hätte nutzen können. Nicht realisiert wurde ebenso der , ein modularer Computer von der . 

Filme

Der Film „“, der im März Premiere feiert, basiert auf der gleichnamigen TV-Serie und erreichte sein Crowdfunding-Ziel von 2 Millionen Dollar binnen zehn Stunden. Insgesamt 5,7 Millionen Dollar flossen in die Taschen der Produzenten; umgesetzt wurde das Mystery-Drama schließlich von Warner Bros. Auch die Filme „“ und „“ wurden erfolgreich via Crowdfunding finanziert.

Games

Das Fantasy-Rollenspiel „“ wurde mit über 4 Millionen Dollar finanziert und steht stellvertretend für eines der erfolgreichsten Crowdfunding-Themen: Games. Ähnlich ertragreich waren die Spiele „“ (ebenfalls ein Fantasy-Rollenspiel), „“ (das Abenteuerspiel kam später unter dem Namen „Broken Age“ auf den Markt) oder auch „“, „“ und „“.

Diese spannenden Projekte laufen gerade

Das  zeigt, dass nicht nur kleine Start-ups auf Crowdfunding zur Finanzierung von Projekten setzen. Der Suchmaschinenriese will über die Plattform TechnoFunding eine Kontaktlinse realisieren, die den Glukosegehalt in der Tränenflüssigkeit seines Trägers misst und Diabetes-Kranke bei ungünstigen Werten warnt.

Die Weltraumsimulation „“ warb parallel auf zwei Plattformen um Geldgeber. Während bei Kickstarter am Ende 2,1 Millionen Dollar zusammenkamen, läuft die Kampagne auf der Webseite der Entwicklerfirma  noch. Fast 40 Millionen Dollar beträgt der aktuelle Kontostand für das PC-Spiel, das auch die VR-Brille Oculus Rift unterstützen wird.

Mit dem kleinen Ring names  wird die eigene Hand in einen Controller verwandelt, mit dem man per Gestensteuerung Smartphones, Tablets, Kameras oder auch ein Autoradio bedienen kann.  hat sein Ziel von 100.000 Dollar bereits überschritten, läuft aber noch gut zwei Wochen.

Kurz vor dem erfolgreichen Abschluss steht auch das Projekt : Das Headset, das einen Kopfhörer mit einem virtuellen Display kombiniert, kann per Kabel an TV, PC, Konsole oder Smartphone angeschlossen werden, um Filme, Videos oder Spiele wiederzugeben.

Tipps für Gründer

Thematisch sind dem Crowdfunding also kaum Grenzen gesetzt, finanziell scheinbar auch nicht – wenn man einige Grundlagen berücksichtigt. Die kanadische Unternehmensberatung  hat die erfolgreichsten Projekte analysiert und gibt Gründern einige Tipps an die Hand:

  • Kickstarter sollte die Plattform der Wahl sein
  • Am besten laufen Projekte, bei denen die Unterstützer am Ende ein Produkt in Händen halten
  • Von Vorteil ist, wenn das Produkt zu Beginn nicht nur auf dem Papier existiert, sondern schon „greifbar“ ist
  • Am populärsten sind Spiele, Filme und Technik
  • Die erfolgreichen Projekte sind kreativ, mit einzigartigem Design und unverwechselbarer Idee
  • Es hilft enorm, wenn man bereits eine große Community hat
  • Ein gut produziertes Video sollte das Projekt vorstellen. Als Paradebeispiel nennt Seeding Factory das Video zum Spiel „Double Fine Adventure“:

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  • Crowdfunding-Plattformen: Indiegogo, Kickstarter, Startnext, VisionBakery: Anbieter
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