USB-Recording an TV und Receiver

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Der gute alte VHS-Videorekorder zum Aufzeichnen des TV-Programms auf Kassetten hat längst ausgedient. Heute werden Fernsehsendungen vorwiegend auf Festplatten aufgenommen. Wer sich keinen PVR-Receiver mit eingebautem Festplattenspeicher leisten kann oder will, findet bei den meisten aktuellen Receivern eine PVR-ready-Funktion via USB. Aber auch immer mehr Fernseher bieten eine Aufnahmemöglichkeit auf externe USB-Speicher an: das USB-Recording.

Tuner

Je nach Ausstattung des Fernsehers oder Receivers mit Tunern (Single/Twin/Triple) kann der Nutzer

– nur das Programm aufzeichnen, welches er gerade schaut
– Sender A aufnehmen und gleichzeitig Sender B gucken, wenn sie vom gleichen Transponder kommen
– Sender A aufnehmen und gleichzeitig Sender B gucken, unabhängig vom Transponder
– ein Programm schauen, während parallel zwei weitere Programme aufgezeichnet werden
– mit einer Bild-in-Bild-Funktion (PiP) auch einen weiteren Sender in einem kleinen Fenster verfolgen
– mit einer Multiroom-Funktion den gleichen oder einen anderen Sender auf einem Zweitgerät in einem anderen Raum schauen

Timeshift

Beim zeitversetzten Fernsehen zeichnet der Receiver oder Fernseher automatisch die eingeschaltete Sendung temporär auf der Festplatte auf. Die Timeshift-Funktion ermöglicht es dem Nutzer, das laufende Fernsehprogramm einfach mit der Pause-Taste auf der Fernbedienung „einzufrieren“ und anschließend – nach dem Telefonat, der Zigarette auf dem Balkon oder dem Toilettenbesuch – den Film an der gleichen Stelle weiterzuschauen. Dann kann sogar vorgespult werden, um beispielsweise die Werbung zu überspringen.

Alternativ, falls man die Sendung nicht weiterschauen kann oder möchte, kann der komplette Film mit der Aufnahme-Taste archiviert werden – auch rückwirkend, zumindest bis zu der Stelle, an der erstmals auf den aktuellen Kanal geschaltet wurde.

Festplatte

Festplatte ist nicht gleich Festplatte – USB-Festplatten (auf Laufwerke für den selten vorhandenen eSATA-Anschluss soll hier nicht eingegangen werden) unterscheiden sich nicht nur in der Speicherkapazität, sondern auch in Baugröße, Geschwindigkeit, Geräuschentwicklung und Stromverbauch.

2,5 Zoll große Festplatten sind mit Maßen von etwa 15 x 9 Zentimetern recht handlich – und somit „mobiler“ – und werden direkt über das USB-Kabel mit Strom versorgt. Hier ist allerdings zu bedenken, dass manche USB-Anschlüsse eventuell nicht genug Energie für eine Festplatte liefern. 3,5-Zoll-Platten besorgen sich ihren Strom selbst über ein eigenes Netzteil, verbrauchen aber auch mehr. Sie bieten mehr Speicherplatz und meist auch ein besseres Preis/Leistungsverhältnis, sind allerdings oft auch lauter.

Achten sollte der Nutzer bei beiden Modellen darauf, dass ein aktueller, schneller USB-Anschluss Version 3.0 vorhanden ist, da bei TV-Aufnahmen – vor allem bei Filmen in HD-Qualität – schnell viele Gigabyte Daten zusammenkommen. USB 3.0 ist außerdem abwärtskompatibel zu dem noch häufig in Geräten verbauten USB-2.0-Anschluss.

Einige Fernseher-Hersteller wie Samsung bauen eigene Festplatten, andere wie Panasonic empfehlen speziell gefertigte Modelle (Buffalo). Kundenfreundlich ist es zumindest, wenn auf der Produktseite eines TV-Geräts eine Liste kompatibler Festplattenmodelle aufrufbar ist. Ansonsten hilft nur die Nachfrage beim Support oder die Suche in diversen Foren.

Für die Aufnahme eignen sich auch USB-Sticks, allerdings sind diese meist langsamer als Festplatten und bieten weniger Speicherplatz – der im Verhältnis auch teurer ist als der einer Festplatte.

Aufnahme

Ist die externe Festplatte einmal am Receiver oder Fernseher angestöpselt, sollte sie optimalerweise direkt vom Gerät erkannt werden. Bei der ersten Verwendung muss die Platte in den meisten Fällen vom Fernseher selbst formatiert werden. Es sollten sich also keine weiteren Daten auf dem Speicher befinden, da diese sonst überschrieben werden. Anschließend kann auf die Festplatte – abhängig vom Funktionsumfang des jeweiligen TV-Modells – per Knopfdruck, per Timer oder per EPG direkt oder zeitversetzt aufgezeichnet werden.

USB-Recording von einem NeoPlasma-TV auf eine Buffalo-USB-Festplatte

Aufzeichnung auf eine SD-Karte

Als Alternative zu einer Festplatte ist bei einigen TV-Gerätemodellen auch die Aufnahme auf eine SD-Karte möglich. Die Speicherkarte wird einfach in den SD-Kartenslot des Fernsehers gesteckt und im Optimalfall vom TV-Gerät erkannt. Nach der nötigen Formatierung der Karte kann per Knopfdruck oder auch per Timer die Aufnahme gestartet werden.

Panasonic-Produktmanager Friedhelm Licht zeigt SD-Recording am Viera VT50

Fazit

Fernseher und Receiver zeigen sich oft zickig, wenn es um externe Speichermedien geht. Sie akzeptieren meist nur Festplatten, die sie selbst formatiert haben, sie speichern die Aufnahmen oft nur so ab, wie sie es selbst für richtig halten, und eine Ausgabe oder gar Bearbeitung am PC ist ebenfalls selten möglich. Wer aber einfach nur eine günstige Möglichkeit sucht, eine Fernsehsendung digital aufzunehmen, um sie später anzuschauen, oder wer die komfortable Timeshift-Funktion nutzen möchte, ist mit USB-Recording gut beraten. HDTV-Receiver mit PVR-ready-Feature sind inzwischen weit verbreitet und für Preise deutlich unter 100 Euro zu haben. Externe USB-Festplatten kosten je nach Größe noch weniger.

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Zwischen Störung und Neuanschluss: Unterwegs mit einem Telekom-Techniker

Wenn Telekom-Techniker Sebastian Pauls morgens in seinen Opel steigt, wird er viele Menschen glücklich machen. Ihr Telefonanschluss wird im Laufe des Tages wieder funktionieren oder ihr DSL-Anschluss endlich geschaltet. Egal ob Telekom-Anschluss oder ein Anschluss von 1&1, Vodafone oder O2: Pauls schaltet alle Anschlüsse. Nur die Abläufe sind etwas anders. inside handy durfte den Techniker einige Stunden begleiten.
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