Warn-App NINA: Update ermöglicht individuellere Nutzung

4 Minuten
Die Warn-App NINA
Bildquelle: BBK
Wie man in den vergangenen Wochen beobachten konnte, treiben heftige Unwetter vermehrt auch in ganz Deutschland ihr Unwesen – egal ob Windhosen oder Hochwasser. Damit Menschen nicht nur durch Nachrichten im Fernsehen und Radio vor dertaigen Unwettern gewarnt werden, können sich Nutzer alternativ auch von der Warn-App NINA benachrichtigen lassen. Ein Update ermöglicht ab sofort einen individuelleren Gebrauch der App.

Nicht nur Fernsehen und Radio sollen die Bevölkerung vor Unwettern warnen, ergänzend dazu gibt es nun auch Apps. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat eine solche Warn-App entwickelt und unter der Abkürzung NINA veröffentlicht. Ausgeschrieben steht NINA für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“. Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland können sich von der App per Push-Benachrichtigungen über die aktuelle Wetterlage informieren lassen.

Ab sofort steht NINA auch in der aktualisierten Version bereit. Die wesentliche Neuerung besteht darin, dass Nutzer künftig Orte individuell auswählen und näher eingrenzen können. Im Detail bedeutet dies, dass Nutzer Warnungen für ihren Heimatort, den Aufenthaltsort der Kinder oder auch für einen Urlaubsort innerhalb von Deutschland abonnieren können. Auf Wunsch gibt NINA auch Wetterinformationen über den jeweiligen, aktuellen Standort des Nutzers, sofern die Option aktiviert ist. Darüber hinaus können die Wetterinformationen per SMS oder Mail auch an Freunde weitergeleitet werden.

NINA informiert seine Nutzer sowohl über die Unwettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes als auch über die Pegelstände der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung. Die App selbst basiert auf dem modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS), wodurch eine schnelle Informationsverbreitung garantiert werden soll. Voraussetzung für die Nutzung von NINA ist eine bestehende mobile Internetverbindung.

NINA steht für Android- und auch iOS-Geräte zum kostenlosen Download bereit. Nutzer von Windows-Smartphones oder Blackberrys schauen hingegen in die Röhre, hier kann nur die mobile Webseite des BBK genutzt werden. Über die Webseite können allerdings keine Push-Benachrichtigungen empfangen werden. Nähere Informationen zu NINA stellt das BBK auf seiner Homepage zur Verfügung.

Ursprüngliche Meldung vom 18. Juni

Wie die Rheinische Post heute berichtet, will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz am kommenden Montag eine Warn-App veröffentlichen. Die App soll Informationen über Hochwasser und Unwetter liefern. Damit sollen Menschen besser auf Umweltkatastrophen vorbereitet werden. Auch vor Terrorangriffen soll gewarnt werden.

Nach den schweren Unwettern der vergangenen Woche, die Todesopfer und Schäden in Milliardenhöhe forderten, will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz (BBK) am kommenden Montag eine App herausbringen, wie die Rheinische Post heute berichtet. „Mit dem neuen Service bekommen die Bürger für den Ernstfall konkrete Warnmeldungen und Handlungsempfehlungen für den Heimatort per Push-Meldung auf das Handy“, sagte BBK-Präsident Christoph Unger gegenüber der Zeitung. Eine Bevölkerung, die wisse, wie sie sich auf einen Notfall vorbereiten kann, trage viel zur Vermeidung von Schäden bei, so Unger weiter.

Unwetterwarnungen standortgenau erhalten

Was die neue Katastrophen-App von anderen Warn-Apps unterscheidet, ist die Konkretisierung der Standortgefahren. Gewöhnlich Wetterdienst-Meldungen könnten Bürger nicht ausreichend vor Überflutungen warnen. Die neue App ermöglicht es Nutzern, den genauen Standort auszuwählen, für den Unwetterwarnungen empfangen werden sollen. Standortdaten der Nutzer sollen dabei nicht gespeichert werden. Da das BBK über detaillierte Wetterinformationen verfügt, die beispielsweise genaue Richtungen von Regenwolken und deren Fassungsvolumen an Wasser beinhalten, werden Nutzer der App bei einer örtlichen Gefahr schneller gewarnt, als durch das Beobachten des Wetterberichts.

App soll auch bei Terrorangriffen warnen

Die App soll nicht nur vor Umweltkatastrophen warnen. Das System kann durch Polizei und Behörden genutzt werden, um die Bevölkerung bei Terrorangriffen schneller zu warnen und Anweisungen für korrektes Verhalten zu übermitteln. Dieses System erinnert stark an die neue App ‚SAIP‘ der französischen Regierung, die kurz vor der Europameisterschaft veröffentlich wurde und Bürger sowie Besucher in Echtzeit bei Terrorangriffen warnen soll. Auch hier werden dem Nutzer via Push-Benachrichtigung im Ernstfall Warnungen aufs Smartphone geschickt. Die App zeigt zudem an, welche Orte im Umkreis noch sicher sind und wie man sich zu verhalten hat. Der Name der deutschen Warn-App ist bisher nicht bekannt. Das BBK will die App am Montag veröffentlichen.

BBK-Präsident Christoph Unger im Interview

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS