Mobile Internetnutzung steigt, alle anderen Medien verlieren

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Mobiles Internet Symbolbild
Bildquelle: Deutsche Telekom
Nicht erst seit gestern ist das mobile Internet auf dem Vormarsch. Bereits im letzten Jahr überstieg die Zahl der mobilen Internetnutzer die derjenigen, die vorwiegend mit dem Desktop oder Laptop online gehen. Eine neue Studie prognostiziert für dieses Jahr einen weiteren Zuwachs mobiler Nutzung. Mehr als zwei Drittel des Internetkonsums erfolgt nun von mobilen Endgeräten – zulasten aller anderen Medien.

Die internationale Media-Agentur Zenith hat bereits zum zweiten Mal ihre Media Consumption Facts veröffentlicht. Laut dieser internationalen Studie, für die das Mediennutzungsverhalten in 71 Ländern untersucht wurde, wird der globale Durchschnittsnutzer in diesem Jahr 27,7 mehr Zeit im mobilen Internet verbringen, wodurch die für den Medienkonsum aufgewendete Zeit um 1,4 Prozent steigen wird.

Traditionelle Medien verlieren

Die Zeit für alle anderen Medien – darunter auch Desktop-Internet – wird dafür um etwa 3,4 Prozent zurückgehen. Im Einzelnen verlieren das Kino um 0,5 Prozent, Outdoor‐Medien um 0,8 Prozent, Fernsehen um 1,5 Prozent, Radio um 2,4 Prozent, Zeitungen um 5,6 Prozent und Zeitschriften um 6,7 Prozent . Größter Verlierer ist erwartungsgemäß das Desktop-Internet: 15,8 Prozent weniger Zeit wird hier verbracht. Die Autoren der Studie weisen jedoch darauf hin, dass sich die Zahlen auf die Nutzung in der klassischen Form – Printtitel, Fernsehsender und Radiostationen – bezieht, Nutzer jedoch auch im Internet viel Zeit mit Inhalten großer Medienmarken verbringen.

Die Agentur prognostiziert für das laufende Jahr, dass die Menschen weltweit etwa 86 Minuten das mobile Internet nutzen und nur noch 36 Minuten das Desktop-Internet. Damit erfolgen 71 Prozent des gesamten Internetkonsums mobil. Seine Glanzzeit hatte das Desktop-Internet übrigens im Jahr 2014: 52 Minuten lang wurde das Medium vor zwei Jahren noch durchschnittlich genutzt. Der nun dominierende mobile Internetkonsum ist nach Regionen betrachtet im asiatisch-pazifischen Raum mit 73 Prozent Anteil an der Gesamtinternetnutzung am verbreitetsten. Nordamerika belegt mit 72 Prozent den zweiten Platz.

Medienkonsum steigt durch mobiles Internet weiter an

Die zunehmende Internetnutzung (Desktop und mobil) sorgte zwischen 2010 und 2015 für einen um 7,9 Prozent gestiegenen Medienkonsum. So wurden aus 403 täglichen Minuten inzwischen 435 Minuten. Bis 2018 rechnet Zenith mit 448 täglichen Minuten des Medienkonsums. Dies sind knapp siebeneinhalb Stunden. Der Großteil davon wird jedoch auch 2018 noch auf das Fernsehen entfallen. Der derzeitige Anteil von 41 Prozent soll bis dahin zwar auf rund 38 Prozent sinken, doch das Internet wird das klassische Bildschirmmedium mit einem Anteil von dann 31 Prozent noch nicht eingeholt haben.

Die Media Consumption Forecasts untersuchen das sich ändernde Nutzungsverhalten beim Medienkonsum und prognostizieren die sich daraus ergebenden zeitmäßigen Auswirkungen für die einzelnen Medien zwischen 2016 und 2018. Der Bericht untersucht die mit dem Lesen von Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehen, Radiohören, Kinobesuchen, Internetnutzung und Betrachten von Außenwerbung verbrachte Zeit außer Haus. Gesammelt wurden die Daten von Zenith, einer international tätigen Media-Agentur und Teil des weltweit agierenden Werbe-Konzerns Publicis aus Paris.

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