Zweite Generation der ME-Serie schon in Planung

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Gigaset ME
Bildquelle: inside-handy.de
Wirbel um Gigaset: Aus Unternehmenskreisen war am heutigen Mittwoch zu hören, dass die Produktion der Gigaset-Handys eingestellt werde, die Smartphones seien ein zu großer Misserfolg. Gigaset hat sich nun mit einer offiziellen Stellungnahme und einem klaren Dementi zu Wort gemeldet, wonach keine Einstellung des Smartphone-Geschäfts geplant sei. Eine zweite Generation der der ME-Serie sei bereits in Vorbereitung.

Das Smartphone-Gechäft von Gigaset geht offenbar anders als vom Fachportal Winfuture gemeldet doch weiter. Seitens der Gigaset Gruppe sei keine Einstellung des Smartphone-Geschäfts geplant, teilte das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Anders als zunächst gemeldet worden war, bekräftigte auch der Hauptaktionär und strategische Partner der Gigaset AG, Pan Sutong, erneut seine Pläne, das Smartphone-Geschäft gemeinsam mit der Gigaset Gruppe fortzuführen. Aktuell werde bereits an einer zweiten Generation der ME-Serie gearbeitet.

Gegenüber inside-handy.de sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag, dass die Meldungen über eine vermeintliche Einstellung des Smartphone-Geschäfts für das Unternehmen aus heiterem Himmel gekommen seien. Man befindet sich nicht auf dem Rückzug vom Smartphone-Markt, sondern vielmehr auf dem Vormarsch. Voraussichtlich ab Juni will Gigaset unter anderem im Vertrieb die Zügel anziehen. Denkbar seien zum Beispiel verschiedene Preisaktionen.

Darüber hinaus arbeitet Gigaset nach Angaben des Sprechers daran, die Geräte nicht nur im Online-Handel anzubieten, sondern auch im stationären Fachhandel und über Mobilfunk-Provider. Nähere Details dazu waren aber zunächst nicht zu erfahren, sollen aber im Laufe der kommenden Wochen kommuniziert werden. Man habe das Feedback zahlreicher Nutzer, zur Kenntnis genommen, dass Geräte gerne auch vor dem Kauf in die Hand genommen werden wollen, heißt es von dem Hersteller.

Die Quelle für die gegenüber Winfuture verbreiteten Falschinformationen kennt Gigaset nach eigenen Angaben noch nicht. Man überlege derzeit aber auch, juristische Mittel einzusetzen, um gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend zu machen. 

Ursprüngliche Meldung vom 25. Mai

Schon der Rauswurf der beiden Konzernchefs Charles Fränkl und Kai Dorn im Dezember vergangenen Jahres ließ aufhorchen: Hatte es hinter den Türen des deutschen Traditionsunternehmen gekracht? Schon damals hatte es nach außen nur einen oberflächlichen Dank an die Manager gegeben, die durch Klaus Weßing und Hans-Henning Doerr ersetzt wurden. Im November hatte Gigaset zudem den Abbau fast jeder zweiten Stelle verkündet.

Nun, kein halbes Jahr später droht für Gigaset offenbar das Aus am Mobilfunk-Markt. Ein Aus, das auf der einen Seite Überraschend kommt, auf der anderen Seite fast schon eine logische Konsequenz ist, nachdem Gigaset in den zurückliegenden Pressemitteilungen und Blog-Posts kaum noch ein Wort zu seinen Handys verlor. Selbst im jüngsten Quartalsbericht war von einer Aufbruchstimmung nichts mehr zu spüren.

Winfuture berichtet nun, dass es bereits in der Vergangenheit Differenzen mit dem chinesischen Investor Pan Sutong gegeben habe, der das Unternehmen einst noch aus der Insolvenz geholt hatte. Als problematisch habe sich unter anderem erwiesen, dass sich die Gigaset-Smartphones trotz einer millionenschweren, eigentlich auf drei Jahre ausgelegten Marketing-Kooperation mit dem FC Bayern München nur äußerst schlecht verkauften.

Chinesischer Investor zieht die Reißleine

Sutong soll nun den Geldfluss für neue Mobilfunk-Geschäfte gestoppt haben, berichtet das Magazin weiter. Bereits im August soll das Smartphone-Geschäft von Gigaset komplett eingestellt werden. Bereits produzierte Geräte sollen noch abverkauft werden – möglicherweise zu deutlich reduzierten Preisen. Offenbar sah Gigaset keine Möglichkeit, mit den eigenen Mitteln gegen die starke Smartphone-Konkurrenz zu bestehen. Und um Verlusten aus dem Weg zu gehen, könnte nun die Reißleine gezogen werden.

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