Offiziell: Nokia kehrt auf den Smartphone- und Tablet-Markt zurück

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Bildquelle: inside-handy.de
Nun ist es offiziell: Nokia wird in naher Zukunft wieder verstärkt Smartphones und Tablets bauen lassen. Konkret wurde der neu in Finnland gegründeten Firma HMD global Oy (HMD) die Lizenz erteilt, im Namen von Nokia mobile Endgeräte zu entwickeln und zu bauen. Hinter HMD steckt wiederum ein großer Auftragsfertiger aus Taiwan: Foxconn.

Die Foxconn-Tochter HMD soll über eine nun erteilte Lizenz die Erlaubnis erhalten, Nokia-gebrandete Smartphones und Tablets zu verkaufen. Das Abkommen gilt weltweit und ist auf zunächst zehn Jahre ausgelegt. An den Einnahmen der Handy- und Tablet-Verkäufe wird Nokia zu einem nicht näher genannten Prozentsatz beteiligt und gewährt HMD im Gegenzug die genehmigung zur Nutzung zahlreicher wichtiger Mobilfunk-Patente. Eine finanzielle Beteiligung an HMD schwebt Nokia derzeit aber nicht vor, wie es heißt.

Microsoft zieht sich zurück

Ab Ende 2016 darf Nokia wieder Smartphones unter dem eigenen Namen verkaufen, nachdem die Handy-Sparte zusammen mit Mobilfunk-Namensnutzungsrechten im Jahr 2013 an Microsoft verkauft wurde. Microsoft war es aber nie gelungen, mit Lumia-Smartphones auf Basis von Windows Phone beziehungsweise Windows 10 nachhaltig Geld zu verdienen. Zuletzt verkaufte Microsoft im ersten Quartal des laufenden Jahres neben 15,7 Millionen Feature Phones nur noch 2,3 Millionen Windows-Smartphones – so wenige mobile Endgeräte wie nie zuvor.

HMD habe nun die Absicht, von Microsoft für 350 Millionen US-Dollar jene Rechte zu kaufen, die die Fertigung von Feature Phones mit dem Nokia-Schriftzug gestatten. Am vergangenen Wochenende hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass Microsoft sich aus dem Feature-Phone-Markt zurückziehen wolle. Auch der Name Foxconn war in diesem Zusammenhang bereits gefallen und kommt über eine neue, finnische Tochtergesellschaft nun tatsächlich zum Zuge. Im Rahmen der Vereinbarung wird auch Microsoft Mobile Vietnam übernommen – die Produktionsstätte des Unternehmens in Hanoi, Vietnam. In diesem Zusammenhang werden 4.500 Mitarbeiter übernommen.

Nur noch HMD soll Nokia-Handys verkaufen dürfen

Es wird damit gerechnet, dass die Übernahme der Feature-Phone-Geschäfte von Microsoft durch HMD im Laufe des zweiten Halbjahrs dieses Jahres abgeschlossen werden kann. HMD sei dann der einzige Anbieter, der Nokia-gebrandete Handys, Smartphones und Tablets verkaufen dürfe, teilte Nokia am Mittwoch mit. Die Namensrechte an der Marke Lumia bleiben allerdings bei Microsoft.

HMD werde in den kommenden drei Jahren mehr als 500 Millionen US-Dollar investieren, um den Neustart von Nokia auf dem Mobilfunkmarkt auch aus Marketingsicht in die Wege zu leiten. Mehre neue Handys und Tablets sollen im Laufe der kommenden Monate vorgestellt werden. Alle Geräte sollen auf Android basieren, heißt es in einer Mitteilung.

Bekannte Namen an der Spitze von HMD

Als Chef von HMD wird Arto Nummela agieren, der zuvor bereits verschiedene Management-Positionen bei Nokia innehatte. Aktuell ist er unter anderem für das Mobilfunk-Endgeräte-Geschäft bei Microsoft für den asiatischen und afrikanischen Raum zuständig. Außerdem leitet der das weltweite Feature-Phone-Geschäft von Microsoft. Ebenfalls bei HMD an Bord gehen soll Florian Seiche, der bei Microsoft Mobile derzeit für das Europageschäft verantwortlich ist und zuvor nicht nur bei Nokia arbeitete, sondern auch bei HTC.

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