Indische Regierung verbietet Verkauf von gebrauchten Apple-Smartphones

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Apple Store Santa Monica
Bildquelle: Apple
Eigentlich wollte Apple mit dem Recyclen und Verkauf von gebrauchten iPhones in Indien zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Unternehmen hätte endlich im Markt für günstige Smartphones Fuß gefasst und gleichzeitig ein Werbevideo über das Recycling von Mobilfunkgeräten und der Reduzierung von Elektroschrott produzieren können. Nun verbietet die indische Regierung jedoch eine solche Praktik – mit einer interessanten Begründung.

Laut einem Sprecher verstoße das sogenannte Refurbishing von iPhones gegen die Richtlinien des Ministeriums für Telekommunikation. Dort spreche man sich offen gegen das Recyceln von gebrauchten Mobilfunkgeräten für den indischen Markt aus, heißt es weiter. Für Apple bedeutet die Zurückweisung einen herben Schlag. Der Markt in Indien bietet dem kalifornischen Unternehmen großes Potenzial, wie zuletzt auch CEO Tim Cook anmerkte. Eine starke Stellung hat das iPhone dort schon: Insgesamt 40 Prozent aller Smartphones über 300 Dollar sind Mobilgeräte aus dem Hause Apple.

Keine Repräsentation auf im Niedrigpreissegment

Auf den Gesamtmarkt gerechnet, kann das iPhone seine Dominanz aber nicht aufrechterhalten. Besonders im Niedrigpreissegment, der in Indien besonders beliebt ist, hat das Smartphone von Apple so gut wie keinen Einfluss. Das Unternehmen hätte mit dem Verkauf der generalüberholten Geräte für einen niedrigen Preis mehr Einfluss auf den Markt nehmen können. Die Wiederverwertung von gebrauchten Geräten und die daraus resultierende Reduzierung von Elektroschrott hätte auch gut zu Apples Philosophie gepasst.

Der Hersteller ist schon 2015 an einem ähnlichen Antrag gescheitert. Die damalige Begründung für die Ablehnung liest sich ähnlich wie die ein Jahr später: Laut dem indischen Ministerium für Umwelt steigt durch den Import von gebrauchten Smartphones der Elektroschrott im Land. Eine andere Begründung halten Insider jedoch für plausibler: Sie gehen davon aus, dass die Regierung staatlich geförderte und kostengünstige Smartphones der Marke „Made in India“ schützen will. Der Versuch von Apple, in das Preissegment einzusteigen, wäre den Behörden dementsprechend ein Dorn im Auge.

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