Vorsicht vor WhatsApp-Mitlesern

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WhatsApp
Bildquelle: WhatsApp
Seit WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt hat, gilt der Dienst als sicher und vor den Einblicken dritter geschützt. Doch eine Schwachstelle gibt es, die wahrscheinlich die Wenigsten auf dem Schirm haben: Die Web-App von WhatsApp. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt, wie geprüft werden kann, ob jemand mitliest.

Ein Reporter des RTL-Magazins Stern TV, den die Redaktion mit dem Auftrag losgeschickt hatte, bei Testpersonen“ die Einstellungen des WhatsApp-Kontos zu überprüfen“, in Wirklichkeit aber den QR-Code von WhatsApp Web abgescannt hatte und fortan bei der Testperson mitlesen konnte, war überaus erfolgreich. Neun von zehn Personen ließen sich so hereinlegen und waren entsprechend überrascht von der Auflösung.

Nicht jeder kennt WhatsApp Web

Die praktische Funktion, WhatsApp-Nachrichten auch über den Rechner von der großen Tastatur aus zu verschicken, kennt längst nicht jeder Nutzer der Chat-App. Dabei ist diese schon seit vielen Monaten verfügbar. Auch die Nutzung der Funktion ist schnell und einfach erklärt:

  1. Im Browser web.whatsapp.com besuchen
  2. WhatsApp auf dem Smartphone öffnen
  3. Einstellungen → WhatsApp Web
  4. Den QR-Code einscannen und schon geht’s los

Ab jetzt synchronisiert WhatsApp alle Chats mit dem Rechner, auch Dateien können ausgetauscht werden. Ebenso stehen Sprachnachrichten zur Verfügung.

Wenn der Komfort zum Sicherheitsrisiko wird

Der Beitrag in Stern TV hat aufgedeckt, wie einfach es ist, sich Zugang zu Nachrichten von Fremden und Freunden, aber auch von Familienmitgliedern oder gar dem eigenen Partner, gerade wenn ein Verdacht auf Untreue besteht, zu verschaffen. Ist das Smartphone ungeschützt, muss also keine PIN-Sperre umgangen werden, macht man sich damit nicht einmal strafbar, da wirkungsvolle Schutzmechanismen fehlen. Behält man den Inhalt der mitgelesenen Nachrichten für sich, so IT-Anwalt Christian Solmecke, ist rechtlich alles in Ordnung. Moralisch ist das Ganze allerdings äußerst fragwürdig.

Die Gefahr geht von der Unwissenheit vieler Nutzer über dieses Feature aus, denn WhatsApp hat diese Funktion nie sonderlich beworben. Auch Updates spielen die meisten Handys unbemerkt ein, sodass viele Nutzer neue Funktionen erst viel später entdecken.

Der WhatsApp-Web-Check: Wer liest mit?

Ob sich jemand per WhatsApp Web Zugang zum eigenen WhatsApp-Konto verschafft hat, ist schnell zu prüfen:

  • WhatsApp öffnen
  • Einstellungen → WhatsApp Web
  • Erscheint der QR-Code-Scanner, liest niemand mit
So gelingt der Check in WhatsApp Web
Bildquelle: inside-handy.de

Ist eine Liste mit angemeldeten Geräten zu sehen, sollte diese genau geprüft werden: Unbekannte Geräte sind ein Indiz dafür, dass jemand mitliest. In diesem Fall sollte „Von allen Computern abmelden“ gewählt werden, um alle Sessions zu beenden. Sein Handy sollte man mit einer PIN-Sperre schützen und am besten nicht mehr aus der Hand geben.

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