Prozessorhersteller steigt aus Smartphone-Bereich aus

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Asus Zenfone 2 Laser
Bildquelle: Asus
Asus, Microsoft, HP, Medion und auch Huawei stehen vielleicht bald vor einem Problem: Die Hersteller bauen bei einigen oder sogar den meisten Produkten im Smartphone- und Tablet-Bereich auf Prozessoren von Intel. Nun hat der amerikanische Chiphersteller den de-facto-Ausstieg aus dem mobilen Bereich angekündigt.

Intel hatte für 2016 eigentlich zwei neue SoC-Designs für Smartphones (Broxton) und Tablets (Willow Trail) in petto. Nun wurde für beide das Ende angekündigt, bevor überhaupt der Marktstart erfolgte. Diese Entwicklung könnte einigen Herstellern Sorgenfalten auf die Stirn zaubern. Vor allem Asus baut bei seinen Smartphones fast ausschließlich auf die Rechenpower aus den Atom-Prozessoren von Intel und muss sich nun wohl einen neuen Zulieferer anlachen. Entwarnung gibt es dagegen beim Surface Pro 4 und den anderen professionellen Tablets wie dem vor kurzem vorgestellten Acer Switch Alpha 12: Die dort verbauten i-Prozessoren sind nicht betroffen, jedoch die noch im Surface 3 verbauten Intel Atom x7.

Laut AnandTech wird Intel die mobile Sparte, sprich, alle Atom-Prozessoren aufgeben. Intel will sich demnach auf Produkte für Datenzentren, Internet of Things (IoT) und Speicherlösungen im Businessbereich konzentrieren. Parallel dazu wird das Projekt SoFIA eingestampft. Hier wollte Intel zusammen mit den chinesischen Chipherstellern Rockchip und Spreadtrum günstige SoCs mit Atom-Prozessoren herstellen.

Geplant waren in der Broxton-Baureihe Vierkern-Prozessoren in 14nm-Fertigung, die unter anderem gerüchteweise in einem Surface-Phone untergebracht werden sollten. Hier wird gemunkelt, dass die Verschiebung der Entwicklung des Lumia-Nachfolgers auch mit Intels aktuellem Rückzug zu tun haben könnte.

Verlust für den Markt

Der Rückzug von Intel stellt einen Verlust für zumindest Teile des Marktes dar: Konnte man sich zwar nie im Spitzenklassebereich der Hersteller etablieren, hatte man doch einige Treue Kunden unter den Herstellern. Nicht nur Asus stattet seine vergleichsweise günstigen Spitzenmodelle mit Intel-Atom-Chips aus, sondern auch der von Aldi vertriebene Hersteller Medion.

Dazu kommt der vergleichsweise große Anteil am Tablet-Markt. Hier bauten neben den beiden genannten Herstellern auch TrekStor und Lenovo auf die Prozessoren von Intel. Auch Asus Transformer-Books und Teile der Surface-Reihe von Microsoft wurden mit den mobilen Prozessoren ausgestattet. Selbst Samsung hat mit dem Galaxy Tab 3 ein erfolgreiches Tablet am Markt, das mit Atom-Kraft läuft.

Intel-Smartphones von Asus

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