Verkauf an Mitgründer Nokia trennt sich von Wearables-Hersteller Withings

vom 02.05.2018, 14:50
Withings Activité Steel Smartwatch
Bildquelle: Withings

Überraschung am Wearables-Markt: Nokia hat bekanntgegeben den französischen Wearables-Hersteller Withings wieder zu verkaufen. Mit Withings sollte Nokias Portfolio um die Gesundheitssparte erweitert werden. Nun gab das finnische Unternehmen bekannt sich dauerhaft von der ihr und damit Withings zu trennen. 

Der finnische Netzausrüster Nokia zieht die Reißleine und trennt sich von der wohl wenig lukrativen Gesundheitssparte. Nokia veröffentlicht zwar keine genauen Zahlen zu der Sparte, aber die Bereiche Gesundheit und digitale Medien zusammen kamen 2017 auf einen Umsatz von vergleichsweise geringen 52 Millionen Euro. Dabei seien die Erlöse im Gesundheitsgeschäft im wichtigen Weihnachtsquartal im Jahresvergleich gesunken, hieß es. Das Unternehmen verhandele derzeit mit dem französischen Geschäftsmann Éric Carreel über einen Verkauf der Sparte, teilte Nokia mit. Der Franzose Carreel gehört zu den Mitgründern von Withings, das nach der Übernahme durch die Finnen in Nokia Health aufgegangen war. Nokia rechnet mit einem Abschluss des Geschäfts noch im zweiten Quartal. 

Vor einem Jahr wollte Nokia noch mit einem "fokussierteren und wendigeren Gesundheitsbereich" bei Verbrauchern und Medizinern punkten. Nokia hatte sich nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft auf Technik für Mobilfunk-Netze als Kerngeschäft konzentriert. Inzwischen gibt es auch wieder Smartphones unter der Marke Nokia. Diese werden nun von der Firma HMD gebaut, die eine Lizenz auf die Namensrechte erworben hatte. Mit den Gesundheitsgadgets wollte Nokia ein weiteres Standbein zum hart umkämpften Netzwerk-Geschäft aufbauen. An der Spitze steht seit dem letzten Quartal 2017 Apple. Gegen das US-amerikanische Unternehmen klagte Nokia in zahlreichen Ländern wegen der angeblichen Verletzung von 40 Patenten und forderte einen Einfuhr- und Verkaufsstopp für Apple-Produkte in den USA. Der Streit wurde zum Vorteil des finnischen Konzerns beigelegt.

2016: Die Übernahme durch Nokia

Die Übernahme von Withings, das 2008 gegründet wurde und 200 Mitarbeiter beschäftigt, lies sich Nokia 170 Millionen Euro kosten. Neben Smartwatches konzentriert sich Withings auch auf Blutdruck-Messgeräte, Körperwaagen und Sicherheitskameras mit Funkanschluss. Der bisherige Withings-Chef Cedric Hutchings leitet die neue Nokia-Sparte - Nokia Digital Health- rund um Gesundheitsprodukte. Nokia-Chef Rajeev Suri sagte laut Unternehmensmitteilung: "Wir haben immer gesagt, dass die digitale Gesundheit für Nokia ein strategisch sinnvolles Themenfeld ist." Mit der Übernahme von Withings wollte Nokia den Weg in Zukunft eine gewichtige Rolle auf dem Markt des Internet der Dinge spielen.



Quellen: Nokia, Heise | Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside-handy.de | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Nokia, Smart Home & Internet der Dinge, Unternehmen und Märkte, Wearables

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