Übernahme abgeschlossen: Nokia trennt sich von Wearables-Hersteller Withings

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Withings Activité Steel Smartwatch
Bildquelle: Withings
Bereits Anfang April geisterten Informationen durch die Medien, dass Nokia den französischen Wearables-Hersteller Withings wieder verkaufen wolle. Nun wurde der Deal endgültig abgeschlossen. Die Gesundheitssparte beziehungsweise das Digital-Healt-Geschäft der Finnen wandert somit zum Withings-Mitbegründer Eric Carreel.

Der finnische Netzausrüster Nokia zieht die Reißleine und trennt sich von Withings, dem nach eigenen Angaben französischen Marktführer für vernetzte Gesundheitsgeräte. Besonders interessant ist dabei, dass der neue Besitzer, Eric Carreel, gleichzeitig einer der Gründer des verkauften Unternehmens ist. 2016 wurde Whithings nämlich durch Nokia übernommen. Seither verkaufte das aus 200 Mitarbeitern bestehende Team Produkte unter der Marke Nokia Health. Zum Produktportfolio von Withings zählten dabei Smartwatches, Fitness-Tracker, WLAN-Personenwagen, Blutdruckmessgeräte, intelligente Thermometer und eine Schlaffmatte. Die daraus gewonnenen Daten wurden im weiteren Verlauf in der Health Mate App analysiert und für den Endverbraucher interpretiert.

Grund für den Verkauf sei laut Nokia der Wunsch des finnischen Herstellers, sich künftig stärker auf den Business-to-Business- sowie den Lizenz-Bereich zu konzentrieren. Wie der Deal genau ablief und welche Geldtransfers den Verkauf begleiteten, wurde hingegen nicht genannt.

Withings-Gründer Eric Carreel
Bildquelle: Nokia

Probleme bei der Gesundhits- und Smartphonesparte.

Nokia veröffentlicht zwar keine genauen Zahlen zu der Sparte, aber die Bereiche Gesundheit und digitale Medien kamen zusammen 2017 auf einen Umsatz von vergleichsweise geringen 52 Millionen Euro. Dabei seien die Erlöse im Gesundheitsgeschäft im wichtigen Weihnachtsquartal im Jahresvergleich gesunken, hieß es.

Vor einem Jahr wollte Nokia noch mit einem „fokussierteren und wendigeren Gesundheitsbereich“ bei Verbrauchern und Medizinern punkten. Nokia hatte sich nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft auf Technik für Mobilfunk-Netze als Kerngeschäft konzentriert. Inzwischen gibt es auch wieder Smartphones unter der Marke Nokia. Diese werden nun von der Firma HMD gebaut, die eine Lizenz auf die Namensrechte erworben hatte. Mit den Gesundheitsgadgets wollte Nokia ein weiteres Standbein zum hart umkämpften Netzwerk-Geschäft aufbauen. An der Spitze steht seit dem letzten Quartal 2017 Apple. Gegen das US-amerikanische Unternehmen klagte Nokia in zahlreichen Ländern wegen der angeblichen Verletzung von 40 Patenten und forderte einen Einfuhr- und Verkaufsstopp für Apple-Produkte in den USA. Der Streit wurde zum Vorteil des finnischen Konzerns beigelegt.

2016: Die Übernahme durch Nokia

Die Übernahme von Withings, das 2008 gegründet wurde und 200 Mitarbeiter beschäftigt, lies sich Nokia 170 Millionen Euro kosten. Neben Smartwatches konzentriert sich Withings auch auf Blutdruck-Messgeräte, Körperwaagen und Sicherheitskameras mit Funkanschluss. Der bisherige Withings-Chef Cedric Hutchings leitet die neue Nokia-Sparte – Nokia Digital Health- rund um Gesundheitsprodukte. Nokia-Chef Rajeev Suri sagte laut Unternehmensmitteilung: „Wir haben immer gesagt, dass die digitale Gesundheit für Nokia ein strategisch sinnvolles Themenfeld ist.“ Mit der Übernahme von Withings wollte Nokia den Weg in Zukunft eine gewichtige Rolle auf dem Markt des Internet der Dinge spielen.

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