Augsburg und Köln testen Bodenampeln mit ernüchterndem Ergebnis

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Bodenampeln in Augsburg
Bildquelle: Stadtwerke Augsburg
Das Smartphone ist immer dabei. Dass Menschen mit gesenkten Köpfen durch die Straßen irren, ist mittlerweile fast normal. Doch diese Normalität birgt auch Risiken, die tödlich enden können – zum Beispiel wenn Smartphone-Nutzer einfach auf die Straße laufen. In Boden eingelassene Ampeln sollten dieses Risiko nun vermindern. Eine erste Studie zeigt jedoch, dass die Warnleuchten kaum Wirkungen erzielen.

Unachtsame Smartphone-Nutzer auf der Straße sind es, die sich und andere Menschen in Gefahr bringen können. Um Menschen davon abzuhalten, ohne weiteres in den Straßenverkehr zu laufen, sollen in Augsburg und Köln nun Tests mit speziellen Ampeln gemacht werden: LED-Lichtleisten, die in den Boden eingelassen wurden, sollen auch den Menschen mit geneigtem Kopf über die aktuelle Ampelsituation und herannahende Straßenbahnen informieren.

Grund für diese Maßnahmen sind Unfälle, die in den vergangenen Wochen zwei Jugendliche betraf. In München verunglückte im März beispielsweise ein 15-jähriges Mädchen, welches von einer Straßenbahn erfasst wurde, als es gerade mit seinem Smartphone beschäftigt war. Im August starb ein 19 Jahre alter Mann, als er ebenfalls von einer Straßenbahn überrollt wurde.

Bodenampeln in Augsburg und Köln

Zuvor haben Wissenschaftler Tests in Berlin, Amsterdam, Brüssel, Paris, Rom und Stockholm durchgeführt und beobachtet, dass knapp acht Prozent aller Fußgänger bei der Bedienung des Smartphones über die Straße gehen. In Köln gibt es deswegen seit knapp einem Jahr Bodenlichter an drei Haltestellen in der Stadt:

  • Haltestelle Aachener Straße, Linie 1
  • Haltestelle Stadtwaldgürtel, Linien 7 und 13
  • Haltestelle Luxemburger Straße, Linie 18

Die Stadt Augsburg hat die Lichtleisten an normalen Ampeln an zwei Knotenpunkten installiert, die von sehr vielen Schülern und Studenten passiert werden.

Update vom 19. Mai 2016

Mittlerweile sind erste Ergebnisse aus Köln über Warnleuchten im Boden bekannt geworden. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, zeigen die Leisten nur wenig Wirkung bei Fußgängern und Radfahrern. Deren Verhalten blieb trotz Lichtleisten unverändert. Obwohl die Kölner Studie eine Verbesserung der Sicherheit durch Warnleisten infrage stellt, wird aktuell über ein bundesweites Forschungsvorhaben diskutiert. Es soll die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern an Bahnübergängen von Straßenbahnen verbessern. Die Studie der Kölner Verkehrsbetriebe soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

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