Neues Flaggschiff vorgestellt: Erster Eindruck des HTC 10

10 Minuten
HTC 10 Hands On
Bildquelle: inside-handy.de
HTC hat heute seinen „One M9“-Nachfolger mit dem einfachen Namen HTC 10 vorgestellt. Die Redaktion von inside-handy.de hatte die Möglichkeit den Hoffnungsträger für die Taiwaner vorab zu begutachten dun in Bild und Video festzuhalten. Dabei erklärt Fabian Nappenbach, Produktdirektor HTC Europa, wo HTC seine Schwerpunkte gelegt hat.

Display des HTC 10

Die technischen Daten des HTC 10 lassen kaum Wünsche offen und befinden sich alle im High-End-Bereich. Dabei zeigt sich, dass sich auch HTC nicht mehr gegen die im Spitzenmodellbereich als Standard geltende QHD-Auflösung wehren kann. Die Taiwaner verbauen ein 5,2 Zoll großes Panel mit 1.440 x 2.560 Pixeln in das 10 und schließen damit zu Samsung und LG auf, die schon länger auf die 2K-Auflösung in den Flaggschiffen bauen. Schon die Vorgänger der aktuellen Spitzenmodelle Galaxy S6 und LG G4 wurde von den Koreanern mit dieser Pixelanordnung ausgestattet. Auf ein druckempfindliches Display verzichtet HTC jedoch auch weiterhin.

Beim ersten Blick auf das Display wird nicht sofort klar, dass es sich dabei um ein LCD-Display handelt. Die Farben sind kräftig und die Schwarzwerte sehr gut. Verantwortlich dafür ist laut HTC die neue Technologie „Super LCD 5“. Sie soll dem HTC 10 eine Farbabdeckung von 92 Prozent im NTSC-Farbraum ermöglichen – ein laut Nappenbach 30 Prozent höherer Wert als herkömmliche LCD-Displays. Über die Schärfe eines mit 564 ppi leistenden Display muss kaum mehr ein Wort verloren werden. Auch kurz vor den Augen sind Pixel praktisch nicht zu erkennen.

HTC 10

Das Display des HTC 10 machte im Hands-On einen sehr guten Eindruck

Verarbeitung und Design

Das überaus gefällige Display sitzt in einem recht wuchtigen Gehäuse, das sich unverkennbar in die One-M-Reihe einsortiert. Die Dicke von maximal 9 mm und auch das Gewicht von etwas über 160 Gramm gehört hier zu den Merkmalen. Sie stören jedoch beim ersten Kontakt nicht, obwohl das Smartphone recht massig in der Hand liegt und das Gewicht vergleichsweise hoch angesiedelt ist. Der auffälligste Unterschied zu allen Vorgängern liegt in der scharf abgefrästen Kante an der Rückseite. Sie wird, so Nappenbach, „wie das ganze Metallgehäuse aus einem massiven Block Aluminium gefräst“, allerdings anders behandelt, als der Rest des Unibodys. Die Kante wird nicht, wie die matten Flächen, sandgestrahlt, sondern poliert, was eine glänzende Oberfläche erzeugt. Damit setzt HTC auch beim Äußeren einen neuen markanten Haltepunkt für das Auge.

Die Oberflächen, sowie die gesamte Haptik machen einen hochwertigen Eindruck. Das HTC 10 liegt durch die geschwungene Rückseite sehr gut in der Hand und besitzt auch auf der Front eine handschmeichelnde Eigenschaft: Das Gorilla Glas, welches das Display schützt, ist zum Rand hin abgerundet und trägt so zu einem hervorragenden Gesamteindruck bei.

Dass das Design keine Neuerfindung darstellt, kann beim HTC getrost als kluger Schachzug gewertet werden, immerhin stellt gerade das Design der Taiwaner in ihrer One-M-Reihe eine Eigenständigkeit dar, mit der man sich von den meist flacheren Konkurrenten absetzt. Freunde und Fans der Marke werden diesen Schritt mit Wohlwollen registrieren. Wer eine Flunder mit geradem Rücken bevorzugt, kann sich bei HTC am One A9 bedienen, ist aber beim One 10 an der falschen Adresse.

HTC 10: Hands-On-Fotos

Bei den Farben stellt HTC die Klassiker zu Verfügung: Schwarz, Silber und Gold zeigen sich wohl als am einfachsten verkaufbar. Dabei gefällt im ersten Eindruck die schwarze Version am besten. Mit dem matten und nicht zu dunklen Schwarz – es handelt sich offiziell um die Farbe „Carbon Grey“ – fällt es kaum auf und wirkt sehr cool. Sie ist, wie die anderen beiden Farbvarianten, resistent gegen Fingerabdrücke. Ebenfalls positiv fällt der Eindruck zur goldenen Version auf. Sie arbeitet die Vorteile des abgeschliffenen Rahmens – Auffallen und Akzent setzen – am besten heraus, ohne die etwas zu fast schon vulgäre Goldbarren-Optik des One M9 in der Gold-in-Gold-Version zu besitzen.

Ausstattung und Leistung

Snapdragon 820 und 4 GB Arbeitsspeicher

Bei der Ausstattung hat HTC, wie schon beim Display, ordentlich aufgesattelt und ist hier fast jedem Bereich „State of the Art“. Der Snapdragon 820 sorgt für Vortrieb und wird in Verbindung mit dem Adreno-530-Grafikeinheit und den 4 GB Arbeitsspeicher für Antutu-Werte weit oberhalb der 100.000-Punkte-Marke gut sein. Der interne Speicher beläuft sich auf 32 GB. Er kann theoretisch und mittels Micro-SD-Karte mit bis zu 2 TB aufgeblasen werden. Die Einbindung des Zusatzspeichers wird tief im System realisiert, womit sich darauf auch Apps ablegen lassen und nicht nur Daten.

Die Leistung muss sich beim Test des HTC 10 allerdings erst beweisen. Im ersten Eindruck jedenfalls zeigt sich das 10 als flott bedienbar und sehr schnell ansprechend. Beim Wischen durch die Menüs und auch beim schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Apps wird keine Zeit verloren und Befehle werden sehr schnell umgesetzt. Ein 3D-Spiel oder ein Benchmark-Test werden beim Test des HTC 10 wohl das ganze Potential verraten.

Fingerabdrucksensor

Bei den Beigaben hat HTC zwar auf die großen Highlights verzichtet, bietet allerdings fast alles, was das Herz begehrt. Mit dem HTC 10 hält nun auch ein Fingerabdrucksensor Einzug in die Flaggschiffklasse von HTC. Er spricht schnell an und weist zumindest schnell ab, wenn der Fingerabdruck nicht dem Gespeicherten entspricht. Ein Entsperren war während der kurzen Zeit nicht möglich und muss im ausführlichen Test des HTC 10 noch überprüft werden.

Der Fingerabdrucksensor wurde in die Front des 10 eingelassen jedoch versteckt sich darin kein haptischer Taster, sondern eine kapazitive Schaltfläche. Damit geht HTC einen anderen Weg als die Konkurrenten Samsung beim Galaxy S7 und Apple mit dem iPhone 6s. Mit den kapazitiven Tasten hat HTC mehr Platz auf dem Display geschaffen. Stark dabei: Das HTC 10 ist trotz 0,2 Zoll größerem Panel genauso groß wie der 5-Zoll-Bruder One A9.

Boomsound

Besitzt das HTC 10 Boomsound oder nicht? Diese Frage trieb die Gerüchteköche wochenlang um und brachte Fans der Marke zur Verzweiflung. Eine echte Entwarnung kann bisher noch nicht gegeben werden. Die Frontlautsprecher sind verschwunden und mussten einem Frontlautsprecher oben und einem Lautsprecher im unteren Rahmen weichen.

HTC 10 Boomsound

Der zweite Lautsprecher des HTC 10 ist in den unteren Rahmen gewandert

Die Hoffnung auf ein überdurchschnittliches Sounderlebnis ist jedoch nicht tot. Beide Lautsprecher werden jeweils mit einem einzelnen Verstärker angetrieben und sind so abgestimmt, dass der Rahmenlautsprecher als Subwoofer und der Frontlautsprecher eher als Tweeter arbeiten. Dazu legt HTC ein nach eigenen Angaben sehr hochwertiges Headset bei. Es wurde mit einem 13mm-Treiber ausgestattet und soll Highres-Audio-Dateien wiedergeben können. Viel Wert wurde auch auf den immer wichtiger werdenden DAC – dem Digital-Analog-Wandler – gelegt. Der verbaute DAC ist 24-Bit-fähig und soll damit aus den Nullen und Einsen sehr natürliche Musik errechnen. Damit darf man gespannt sein, ob das HTC 10 an alte Boomsound-Zeiten anknüpfen kann.

Software und Verbindungsmöglichkeiten

Die Software des HTC 10 wurde, wie Nappenbach betont, in enger Zusammenarbeit mit Google aufgesetzt. Das kann unter anderem daran abgelesen werden, dass sich keine doppelten Funktionen auf dem 10 befinden. Die Sense-Oberfläche bedeckt dabei Android 6.0.1 Marshmallow und bedient sich aus beiden Lagern. So gibt es nur eine Kamera-App, die von HTC stammt und nur eine Galerie-App, die wiederum von Google selbst beigesteuert wird. Dazu wurde Sense 7 noch einmal an das Material Design von Googles Android angepasst: Auch im ersten Wischen durch die Menüs ist kaum mehr ein Unterschied zwischen den beiden Systemen zu erkennen.

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 5,76 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE   Mobilfunkstandard, Down-max. 150 Mbit/s
USB-OTG X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Android)
Airplay X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (iOS)
MHL X   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung    X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.2
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n/ac (2.4 und 5 GHz)
Qi    X  Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM    X Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Bei den Funk- und Verbindungsmöglichkeiten stellt HTC eine breite Palette zur Verfügung. Verbindungen können unter anderem über Miracast, NFC und DLNA aufgebaut werden. Dazu spendiert HTC das von Apple stammende AirPlay und das hauseigene und Multiroom-Lautsprecher-unterstützende HTC Connect in sein neues Spitzenmodell. Neben Airplay ist ebenfalls die Unterstützung von Beidou, der chinessichen GPS-Alternative, als außergewöhnlich zu bezeichnen. Bei der kabelgebundenen Daten- und Stromübertragung setzt HTC auf USB 3.1 Typ-C und eine gewöhnliche Klinkenbuchse.

Kamera, Frontkamera und Akku

HTC 10

Das HTC 10 trumpft in den drei Kategorien ordentlich auf: 12 Megapixel-Kamera mit einer Blende von 1:1,8 und 1 / 2,3 Zoll Sensor, Selfies mit OIS und großen Pixeln 1,34 Micrometer sowie ein 3.000 mAh großer Akku mit Quick-Charge 3.0, wobei der entsprechende Netzadapter auch im Lieferumfang beiliegt. Laut Nappenbach wurde bei der Kamera zwar nicht mit einem traditionellen Kamerahersteller, jedoch mit der Branchen-Instanz DxOMark zusammengearbeitet. Das Ergebnis: Ein DxO-Score von 88 Punkten. Damit steht man in direkter Konkurrenz zu den Flaggschiffen von Samsung und Sony, die hervorragende Kameras innehaben und hinkt nicht mehr, wie beim One M9 meilenweit hinterher. Das soll sich auch in Zahlen ausdrücken: Laut HTC stellt der Laser-Autofokus dreimal schneller scharf als der AF des One M9. Sehr selbstbewusst zeigt man sich hier auch gegenüber den Konkurrenten. So will man mittels größerer Pixel und kleinerer Blende mehr als das doppelte an Licht einfangen als die Mitbewerber. Alleine die Größe der Pixel ist laut HTC beim neuen Flaggschiff 10 um 61 Prozent größer als beim iPhone 6s und 54 Prozent größer als beim Huawei P9. Selbst gegenüber dem als Kamerareferenz geltenden Galaxy S7 will man 23 Prozent größere Pixel bieten.

Alle drei Ausstattungsmerkmale versprechen einen spannenden Test des HTC 10. Bis dahin verbleibt ein sehr guter erster Eindruck eines Smartphones, das wohl wirklich das Zeug hat, HTC aus der Krise zu führen.

HTC 10 im Video-Hands-On

Fazit, Preis und Verfügbarkeit

HTC setzt weiter auf seine Stärken und zeigt Ehrgeiz, die Kritikpunkte des One M9 auszumerzen. Ob das gelingt wird sich im Test in spätestens zwei Wochen und auf dem Markt spätestens Mitte Mai zeigen. Die Konkurrenz ist bei einem Preis von knapp 700 Euro sehr groß.

Der Marktstart soll in der ersten oder zweiten Woche im Mai stattfinden. Dann wird es Das HTC 10 in drei Farben für rund 700 Euro geben. Die verschiedenen Farbvarianten sind allerdings nicht überall zu haben. Die goldene Variante wird zu Beginn auf Seiten der Mobilfunkbetreiber exklusiv von O2 vertrieben, während die graue Variante überall zu haben sein wird. Vorbestellbar ist das HTC 10 ab heute, der Liefertermin wurde auf Anfang Mai gelegt.

Alle Daten des HTC 10 auf einen Blick

Bildquellen:

  • HTC 10 Hands On: inside-handy.de
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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