Gerücht Galaxy X1 und X1 PlusSamsungs faltbare Smartphone soll erst 2019 das Licht der Welt erblicken

vom 07.04.2017, 16:53
Faltbares Display des Samsung Project Valley
Bildquelle: gforgames.com

Es könnte Samsungs bisher größter Coup werden: "Project Valley", das faltbare Smartphone-Display. Nach Angaben von Samsung Display-Chefingeneur Kim Tae-woong soll das lang erwartete Produkt allerdings erst 2019 auf den Markt kommen. Grund hierfür sei vor allem der Erfolg von randlosen Displays.

Update vom 07. April 2017

Nach den jahrelang-wiederkehrenden Gerüchten, die jeweils ein baldiges Erscheinen des faltbaren Samsung-Smartphones prophezeien, soll nun Samsungs Chefingenieur im Bereich Display Kim Tae-woong auf dem Display TechSalon in Seoul einen relativ entfernten Termin genannt haben. So soll das High-Tech-Smartphone nicht vor 2019 erscheinen. Das begründete der Ingenieur damit, dass sich randlose Display gegenwärtig gut verkaufen würden und sie dadurch genug Zeit für die Entwicklung der faltbaren Bildschirme haben würden. Auch der Analyst Chung Won-seok bestätigte den Termin und ergänzte, dass Samsung faltbare Geräte erst herausbringen würde, wenn die Nachfrage nach randlosen Displays abnimmt. Im Gespräch mit The Korea Herald erklärte Kim Tae-woong außerdem, dass die Technologie zurzeit weiterhin einige Probleme aufweise, die bewältigt werden müssen.

Mehr als nur ein Smartphone: Galaxy X1 und X1 Plus

Das faltbare Smartphone soll in zwei Varianten auf den Markt kommen. Die Technik-Website The Android Soul beruft sich dabei auf einen Post im chinesischen Netzwerk Weibo. Demnach soll es ein kleineres Modell Galaxy X1 (Codename SM-X9000) und ein ein größeres Galaxy X1 Plus (Codename SM-X9050) geben. Außerdem soll das X1 angeblich noch mit Android 6.0.1 Marshmallow betrieben werden, während auf dem X1 Plus bereits das aktuelle Android 7.0 Nougat installiert ist.

Das endgültige Datum steht noch nicht fest

Schon vor einigen Wochen meldete der chinesische Leaker @mmddj_china, dass das faltbare Samsung Galaxy X im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres erscheinen soll. Das bestätigte nun auch die The Korea Herald. Trotzt der akkuraten Zeitangaben, bleibt es jedoch weiterhin fraglich, ob das neue Gerät noch 2017 veröffentlicht werden wird. Die endgültige Entscheidung werde später getroffen werden, so die Quelle. Branchen-Kennern zufolge möchte Samsung ein möglichst perfektes Produkt liefern und auch das Datum der Markteinführung strategisch ausrichten.

Die Grund-Technologie ist bereits vorhanden

Dass das Smartphone schon 2017 auf den Markt kommen soll, bleibt weiterhin lediglich ein Gerücht. Samsung selbst hat sich noch nicht konkret zum Galaxy X geäußert; allerdings häufen sich die Hinweise. So meldete Samsung bereits im Juli 2015 ein erstes Patent für ein faltbares Tablet an. Auf der Display Week 2016 präsentierte das Unternehmen ein Display, dass beinahe wie Papier ausgerollt und gefaltet werden kann. Dabei handelte es sich wohl um ein 5,7-Zoll Amoled-Panel mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. Die Technologie ist also bereits vorhanden und muss "nur noch" markttauglich gemacht werden.

Technische Daten des faltbaren Smartphones aufgetaucht

Wie ETNews unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen aus der Industrie berichtet, soll Samsungs faltbares Smartphone über einen 5 Zoll großen OLED-Bildschirm verfügen, der sich in voller Größe auf 8 Zoll erweitert. Wenn diese Angaben der Wahrheit entsprechen, würde das Smartphone durch das Aufklappen zu einem kleinen Tablet werden, ähnlich der Größe wie vom Apple iPad mini (7,9 Zoll). Zu den weiteren technischen Spezifikationen sollen ein Qualcomm Snapdragon 620 sowie ein 820 als Prozessor gehören, dem in beiden Fällen ein 3 GB großer Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Je weiter sich der Release der faltbaren Smartphones verzögert, desto unwahrscheinlicher wird jedoch auch, dass Samsung mit diesen Spezifikationen an den Markt geht, denn die kommende Generation an Mobilprozessoren wurde bereits vorgestellt.

Später erschienen weitere Angaben, die ein etwas anderes Bild des faltbaren Smartphones darlegen. So soll das Gerät nach dem Ausklappen eine Display-Größe von 7 Zoll haben. Im zusammengeklappten Zustand sollen die beiden Display-Hälften zudem nach außen gerichtet sein; so könnte das Tablet auch als Smartphone genutzt werden. Diese Funktion wurde laut der Quelle erst im Nachhinein ergänzt. Zuerst entwickelte Samsung Smartphones, deren Bildschirme im zusammengeklappten Zustand nach Innen zeigen. Die Entwicklung dieser soll bereits im August 2016 beendet worden sein. Seitdem konzentrierte sich das Unternehmen auf die entgegengesetzte Variante.

Markteinführung in zwei Stufen

Um zu testen wie der Markt auf faltbare Smartphones reagiert, möchte Samsung zwei verschiedene Produkte anbieten: Zum einen soll es ein Smartphone geben, dass über zwei separate OLED-Panels verfügt, die durch einen Klappmechanismus zusammengehalten werden. Erst in einem zweiten Schritt, nachdem das Konzept des faltbaren Handys etabliert ist, möchte Samsung sich an ein wirklich faltbares OLED-Panel wagen. Dies berichtet das koreanische Portal ETNews unter Berufung auf Brancheninsider.

Eine ähnliche Strategie hat Samsung bei der Einführung von Curved-Displays angewandt: Zunächst gab es das Galaxy Round, das nur in sehr limitierter Stückzahl produziert wurde. Später wurde die Technologie mit dem Galaxy Note Edge auf den breiteren Massenmarkt gebracht. Heute sind abgerundete Displays aus der Produktpalette der Koreaner nicht mehr wegzudenken.

Während man zudem bisher davon ausging, Samsung würde an einem nach innen faltbaren Galaxy arbeiten, heißt es nun, die Prioritäten lägen auf einem nach außen gefalteten Smartphone. Im gefalteten Zustand hätte dieses also vorne und hinten ein Display, während sich im aufgeklappten Zustand nach wie vor eine große Display-Fläche ergibt.

Termin für Markteinführung weiter unklar

Ob es schon Anfang 2017 zu einer Vorstellung kommt ist derweil unklar, als möglicher Rahmen war zuerst der Mobile World Congress in Barcelona im Spiel. Später teilte eine anonyme Quelle der südkoreanischen Tageszeitung The Korea Herald jedoch mit, dass der Vorstellungstermin auf das dritte Quartal dieses Jahres verschoben wurde – wobei zuerst 100.000 faltbare Smartphones auf den Markt gebracht werden sollten.

Mit einem faltbaren Produkt könnte Samsung die neuen iPhones direkt angreifen. "Dieses Produkt könnte die Spielregeln verändern, wenn Samsung es schafft, eine vernünftige Benutzeroberfläche für biegsame Bildschirme zu entwickeln", glaubt Lee Seung Woo, ein Analyst der Firma IBK Securities aus Seoul. Mit dieser disruptiven Technologie könnte es Samsung gelingen, Kunden zurück zu gewinnen, die der Firma den Rücken gekehrt haben und nun Apple-Produkte verwenden. Nach dem Phablet-Fiasko um das gescheiterte Note7 könnte Samsung einen solchen Erfolg wohl gut gebrauchen.

Quellen: ETNews (1), Bloomberg, ETNews (2), The Android Soul, The Korea Herald, @mmddj_china | Bildquelle kleines Bild: gforgames.com | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Samsung, Mobilfunk-News, Patent, Smartphones, Technik

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