Kundentwicklung bei NetzbetreibernVodafone kratzt an der Marktführerschaft von Telefónica Deutschland

vom 28.11.2016, 14:37
Netze: O2, E-Plus, Vodafone, Telekom
Bildquelle: inside-handy.de/O2, Vodafone, E-Plus, Telekom

Der November neigt sich dem Ende entgegen und nachdem zuletzt Vodafone einen Blick in die jüngste Quartalsbilanz gestattete, ist es an der Zeit, einen Blick auf die aktuellen Kundenzahlen der vier großen Netzbetreiber zu werfen. Und nicht nur das: Die Redaktion von inside-handy.de verrät auch, wie viele Kunden aktuell bei den größten deutschen Service-Providern Freenet, United Internet und Drillisch angemeldet sind.

Im dritten Quartal des laufenden Jahres war Vodafone der klare Gewinner am deutschen Mobilfunkmarkt. Die Zahl der im Vodafone-Netz registrierten SIM-Karten machte einen Sprung um satte 1,2 Millionen auf nun rund 43,1 Millionen. Getrieben war dieser Anstieg vor allem durch mehr geschaltete SIM-Karten, die im Netz des Internet der Dinge (IOT) funken. Auch eine starke Performance von virtuellen Netzbetreibern (MVNO), die für ihre Angebote auf die Netzinfrastruktur von Vodafone zugreifen, sorgte für das beachtliche Wachstum.

Bricht man das Kundenwachstum auf reine Endkundenverträge herunter, fällt das Plus bei Vodafone allerdings deutlich schwächer aus. Zwischen Juli und Septeber steigerte Vodafone die Endkundenzahl nach eigenen Angaben um 238.000 auf knapp 30,51 Millionen. Vor allem das Geschäft mit neuen Vertragskunden schwächte sich ab. In diesem Segement konnte Vodafone im dritten Quartal nur um 20.000 Kunden wachsen und die Kundenzahl auf knapp 16,62 Millionen verbessern. Damit kann Vodafone von allen deutschen Netzbetreibern auf den kleinsten Wert an ausgewiesenen Vertragskunden blicken. Der Rest der Neukunden entschied sich für ein Prepaid-Angebot beim aktuell zweitgrößten deutschen Netzbetreiber. Insgesamt waren zuletzt knapp 13,89 Millionen Prepaid-Karten bei Vodafone registriert.

Auch Telefónica Deutschland mit starkem Wachstum

Nicht ganz so stark wie Vodafone konnte Telefónica Deutschland wachsen. Das Unternehmen legte aber trotzdem eine starke Neukundenbilanz hin. Die Gesamtkundenzahl verbesserte sich zum Stichtag Ende September um 657.000 auf 44,07 Millionen. Das bedeutete für Telefónica das stärkste Wachstum seit dem dritten Quartal 2015. Obwohl der Mobilfunkanbieter gemessen an der Kundenzahl weiter Marktführer in Deutschland bleibt, eilt Vodafone aber im Expresstempo heran und könnte hierzulande bei gleichbleibendem Neukundenwachstum schon bald zur neuen Nummer Eins aufsteigen.

Bei Telefónica entwickelte sich zuletzt vor allem das Geschäft mit Vertragskunden stark. Allein im dritten Quartal kamen 598.000 neue Vertragskunden hinzu, was die Gesamtzahl dieser werthaltigen Kundenbasis auf 20,20 Millionen ansteigen ließ. Die Zahl der registrierten Prepaid-Karten verbesserte sich auf überschaubarem Niveau um 59.000 auf 23,87 Millionen.

Deutsche Telekom wächst deutlich langsamer

Wachstum war im dritten Quartal auch bei der Deutschen Telekom zu verzeichnen - allerdings auf spürbar schwächerem Niveau als bei den beiden Wettbewerbern. Mit 323.000 neuen Kunden fiel das Wachstum sogar anders als bei der Konkurrenz schwächer aus als im zweiten Quartal dieses Jahres. Insgesamt konnte die Telekom zum Stichtag laut vorgelegtem Quartalsbericht auf 41,46 Millionen Mobilfunk-Kunden blicken.

Beachtlich: Die Zahl der Vertragskunden legte stärker zu als das Gesamtkundenwachstum. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass viele im Telekom-Netz nicht mehr genutzte Prepaidkarten deaktiviert wurden. Insgesamt legte die Zahl der Vertragskunden bei der Telekom um 609.000 auf knapp 24,71 Millionen zu. Dagegen reduzierte sich die Zahl der Prepaid-Kunden um 286.000 auf 16,76 Millionen. Verglichen mit dem Wettbewerb stehen bei der Telekom die meisten Vertragskunden in den Bilanzen.

  Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland Deutsche Telekom
Aktive SIM-Karten
Stand: Ende September 2016
44,10 Millionen 43,10 Millionen 41,46 Millionen
Vertragskunden 20,20 Millionen 16,62 Millionen 24,71 Millionen
Prepaidkunden 23,87 Millionen 13,89 Millionen 16,76 Millionen

Kundenzahlen von Freenet, United Internet und Drillisch

Weiter der mit Abstand größte Service-Provider in Deutschland ist Freenet. Ende September standen bei dem Unternehmen aus Hamburg, zu dem auch Marken wie mobilcom-debitel, callmobile oder freenet Mobile zählen, 12,06 Millonen Mobilfunkkunden unter Vertrag. Zwar ist die Kundenzahl seit vielen Quartalen rückläufig - vor zwei Jahren waren es noch 12,83 Millionen Kunden -, im abgeschlossenen Quartal konnte der Kundenverlust aber auf 30.000 gebremst werden.

Weiter stark im Kommen ist die Drillisch Gruppe, die allein im dritten Quartal 211.000 neue Kunden bei Discount-Marken wie DeutschlandSIM, Simply, Yourfone oder smartmobil.de begrüßen durfte. Insgesamt telefonieren inzwischen 3,21 Millionen Kunden mit einer SIM-Karte einer Drillisch-Marke. Noch etwas besser lief es zwischen Juli und September für die United Internet AG. Mit den Kernmarken 1&1, Web.de und GMX telefonierten zuletzt 4,1 Millionen Kunden - 240.000 mehr als noch Ende Juni. 

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Quelle: Telefónica / Telekom / Vodafone | Bildquelle kleines Bild: Telekom / Vodafone/ O2 / E-Plus / inside-handy.de | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, O2 / Base (Telefónica), Telekom, Unternehmen und Märkte, Vodafone

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