Update Telekom Immmr MessengerNeuer Angriff auf WhatsApp, Facebook Messenger und Skype

vom 19.10.2016, 15:06
"immmr" deutsche Telekom
Bildquelle: deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom will es auf dem internationalen Messenger-Markt noch einmal wissen. Dort, wo WhatsApps und Facebook Messenger bereits riesige Spieler mit jeweils rund einer Milliarde Nutzer sind und dort, wo die Telekom mit ihren Joyn Messenger bereits mehr oder weniger gescheitert ist, bringt sie nun den neuen Messenger Immmr an den Start, der bereits im Frühjahr vorgestellt worden war.

Immmr wurde in Berlin von einem Start-up mit 70 Mitarbeitern entwickelt und soll in den kommenden Wochen zunächst in der Slowakei an den Start geschickt werden. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin "Capital" in seiner neuesten Ausgabe. Auf dem slowakischen Markt sollen Kunden über ihr Smartphone oder Tablet sowie mit ihrem Computer nahtlos über Immmr telefonieren, Videogespräche führen und Nachrichten austauschen können. Das soll auch dann funktionieren, wenn der gewünschte Kommunikationspartner noch nicht bei dem neuen Messenger registriert ist.

Telekom-Vorstand Claudia Nemat sagte der "Capital": "Immmr ist ein globales Produkt, mit dem wir weltweit Telekom-Dienste anbieten können." Schon vor einigen Monaten hatte die Telekom angekündigt, neue Dienste in Zukunft so zu entwickeln, dass sie von den verschiedenen Landesgesellschaften individuell auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt angepasst werden können. Sollte der neue Messenger-Service in der Slowakei bei der Telekom-Tochter Slovak Telekom auf reges Interesse stoßen, ist schon jetzt eine Ausweitung auf den kroatischen Markt geplant. Ein Start in Deutschland ist dem Vernehmen nach noch offen.

Immmr wurde schon auf dem MWC 2017 angekündigt

Immmr wurde bereits im Februar dieses Jahres auf dem Mobile World Congress in Barcelona offiziell vorgestellt und soll dafür sorgen, dass ein Nutzer über eine Mobilfunknummer auf jedem Gerät über eine entsprechende App erreichbar ist. Die klassische Handynummer wird sozusagen durch ein virtuelles Produkt ersetzt, das nicht mehr an eine einzelne SIM-Karte gekoppelt ist. Mobile Kommunikation wandert in die vielfach zitierte Cloud, das überall vernetzte Internet. Einziger Nachteil: Wer viel unterwegs ist, und über keine international nutzbare Daten-Flatrate verfügt, muss auch im Ausland über eine Internetverbindung verfügen, um Immmr nutzen zu können - zum Beispiel an einem WLAN-Hotspot.

Dass die Telekom beharrlich daran arbeitet, einen eigenen Messenger mit eigenen Diensten anzubieten, ist vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar. Durch Messenger- oder VoIP-Dienste wie WhatsApp, Facebook Messenger oder auch Skype sollen die großen Mobilfunk-Platzhirsche zwischen 2012 und 2018 fast 350 Milliarden Euro an Umsatz verlieren, hat das Londoner Marktforchungsunternehmen Ovum ausgerechnet. Das Beratungsunternehmen Ernst & Young warnt: Rund zehn Prozent des globalen Telekommunikationsumsatzes haben die Angreifer ohne größere Gegenwehr bereits für sich erobert.

Richtlinien für Messenger-Dienste ›


Quelle: Capital | Bildquelle kleines Bild: Deutsche Telekom | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Telekom, Apps & Software, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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