Hands-On, Einordnung und Test-Beginn Nokia 6 (2018) im Benchmark-Test: Neuauflage mit Luft nach oben und unten

vom 22.04.2018, 09:13
Nokia 6 (2018)
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Nokia hat auf dem Mobile World Congress 2018 (MWC) gleich vier neue Smartphones und ein neues Feature-Phone vorgestellt. Darunter befindet sich das erste Modellpflege-Gerät in der Nokia-Neuzeit: Das Nokia 6 (2018). Mit ihm beerbt HMD Global das 2017er Nokia 6 und verbessert es etwas. Im Hands-On muss es zeigen, wie es sich anfühlt und wie das Design ankommt. Der Benchmark-Test gibt einen ersten Leistungseindruck.

Nokia hat mit dem Nokia 6 im vergangenen Jahr sein mittleres Mittelklasse-Gerät auf den Markt gebracht. Mit dem Nokia 5 hat HMD Global die etwas kostengünstigere Mittelklasse bedient und mit dem Nokia 7 etwas weiter oben angesetzt. Letzteres kam jedoch nicht nach Deutschland und so blieb für ambitionierte Nutzer neben dem Nokia 8 nur das 6er übrig. Mit der Neuauflage hat man nun am Design und den inneren Werten etwas geschraubt und legt vor allem Wert auf die Verarbeitungsqualität.

Die technischen Daten und die Details zur Ausstattung zeigt inside-handy.de in einem Übersichtsartikel zu allen Neuerungen Nokias vom MWC 2018. Darin sind auch die neuen Smartphones Nokia 8 Sirocco, Nokia 7 Plus und Nokia 1 enthalten. Dazu hat HMD-Global ein weiteres Feature-Phone an den Start geschoben: Das Nokia 8110 steht neben dem Nokia 3310 als zweite Neuauflage alter Handy-Ikonen bereit auf Kundenfang zu gehen.

Nokia 6 (2018) im Benchmark-Test

Im Benchmark-Test konnte das Nokia 6 (2018) – bevor es im Test so richtig losgeht – einen ersten Eindruck seiner Leistungsfähigkeit geben. Der Test, der die Hardware einmal an seine Grenzen bringt, weist am Ende ein Punkte-Ergebnis von 89.451 Zählern auf.

Nokia 6 (2018) im Benchmark-Test
Bildquelle: inside-handy.de

Verantwortlich dafür zeichnet folgende Zusammensetzung:

  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 630
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Speicher: 32 GB
  • Display-Auflösung: 1080 x 1920 Pixel

Benchmark-Tests im Vergleich (AnTuTu 7.0)

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät Nokia 6 89.451
     
 direkte Konkurrenten  Huawei P Smart 87.360
Honor 9 lite 88.553
Sony Xperia XA2 88.631
     
 ehemalige Spitzenmodelle  Honor 8 88.026
Huawei P10 124.418
Razer Phone 208.107
     
 aktuelle Referenz (Android) Sony Xperia XZ2 Compact 264.971
Samsung Galaxy S9+ 249.185
Samsung Galaxy S9 244.895

Dabei sind nicht die Leistungsmerkmale an sich entscheidend für die Wertung, sondern deren Performance. Beim Speicher misst der Test beispielsweise die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Den Löwenanteil trägt natürlich der Prozessor. Hierher rühren die Unterschiede zwischen Ober-, Mittel- und Unterklasse.

Mit dem oben beschriebenen Ergebnis liegt das Nokia 6 (2018) also klar hinter aktuellen Spitzenmodellen, die teils mehr als 250.000 Punkte erzielen. Im direkten Vergleich schlägt sich das neue Nokia 6 – von HMD Global auch als Nokia 6.1 bezeichnet – aber achtbar. So lässt das Modell andere Vertreter der unteren Mittelklasse, wie das Sony Xperia XA2, knapp hinter sich. Die Einordnung als untere Mittelklasse wird noch unterstrichen, wenn das nächsthöhere Nokia-Handy zum Vergleich hinzugezogen wird. Das Nokia 7 Plus erreicht nämlich knapp 138.000 Punkte und damit deutlich mehr als das Nokia 6 (2018).

Nokia 6 (2018)
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Design und Verarbeitung

Das Gehäuse des Nokia 6 (2018) wird von HMD Global nach eigenen Angeben aus einem Aluminumklotz herausgefräst. Damit will man High-End-Feeling in die Mittelklasse bringen. Dabei entsteht ein kantiges Smartphone, das bei der Formgebung entfernt an das Lumia 930 erinnert. Besonders der Rahmen, mit seinen abgeflachten Ebenen, und die Rückseite, die eine leichte Wölbung enthält zeigen die Verwandtschaft zum ehemaligen Spitzenmodell aus grauer Vorzeit. Die Ränder aller Metallflächen wurden abgefast und sind in einem anderen Ton eingefärbt.

Die Farbgebung insgesamt zeigt jedoch nicht die bunte und mutige Einstellung aus früheren Tagen. Die abgesetzten Ränder sehen jedoch in Verbindung mit den jeweils koalierenden Grundfarben Blau, Anthrazit und Weiß schön und edel aus. So hat man sich hier einen anderen Look verpasst, der ein teureres Handy vermuten lässt, als es das Nokia 6 (2018) tatsächlich ist. Das neue Mittelklassemodell kostet zum Marktstart knapp 280 Euro. Dafür glänzen die Kanten extrem und das ganze Nokia 6 (2018) wirkt sehr edel.

Neuerungen gegenüber dem alten Nokia 6 finden sich vor allem auf der Rückseite: So hat HMD Global jetzt einen Fingerabdrucksensor in das Heck eingelassen und das Kameramodul gestreckt. So sitzt die LED nun weiter weg von der eigentlichen Kamera und dazwischen prangt nun auch hier das Zeiss-Logo. Damit hat das Design der Kamera Ähnlichkeit mit dem im Nokia 8, jedoch ohne die zweite Kamera.

Hands-On des Nokia 6 (2018)

Nimmt man das neue Nokia 6 in die Hand fühlt es sich in den ersten Sekunden ungewöhnlich an. In Zeiten abgerundeter und glattgelutschter Smartphones muss sich die Hand erst an die geraden Linien und die flachen Rahmenteile gewöhnen. Lässt man sich darauf ein, wird schnell klar, dass sich HMD Global beim Material nicht hat lumpen lassen. Massiv und satt liegt das Smartphone in der Hand. Die zum Vorgänger unveränderten Bedienelemente lassen sich gut erreichen und auch deren Haptik sagt dem Nutzer: "Ich bin ein vollwertiges Smartphone und kein Billigheimer!"

Damit lügt es bei der Anfassqualität auch nicht. Ungewollt scharfe Grate oder Kanten sind nicht zu spüren und das Material des Rahmens, wie auch der Rückseite fassen sich hochwertig an. Die Kamera ist dabei etwas erhaben, der Fingerabdrucksensor etwas vertieft in die Rückseite eingelassen. Damit ist ein verwechseln der Flächen wie bei beispielsweise bei Samsungs Spitzenmodellen Galaxy S8 oder Galaxy Note8 nicht möglich. Ganz plan auf den Tisch ablegen kann man das neu Nokia-Smartphone wegen der Kamera jedoch nicht.

Nokia 6 (2018): Hands-On Bilder

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    Das Nokia 6 (2018) im Hands-On auf dem MWC 2018 in Barcelona
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    Das Nokia 6 (2018) im Hands-On auf dem MWC 2018 in Barcelona

Etwas schade ist bei aller Euphorie, dass es HMD Global nicht geschafft hat, die Navigationsleiste unter das Display zu setzen. Dort wäre genug Platz und es böte sich mehr Raum für Display-Inhalte. Gerade mit dem installierten Android One entsteht so ein dicker Balken auf dem Display, der nicht sein müsste.

Das Nokia 6 (2018) im Test

Nach den ersten Eindrücken ist vor dem Test. So wird die Redaktion von inside-handy.de das neue Smartphone in den kommenden Wochen genau unter die Lupe nehmen und eruieren, wie es sich bei der Leistung, dem Akkuverbrauch, der neuen Software sowie den Multimedia-Funktionen schlagen wird. Der Benchmark-Test im oberen Teil dieses Artikels bildet dabei den Beginn des Test-Ablaufs.

Die Nokia-Familie im Überblick

Nokia war auf dem MWC nicht faul und hat seine neue Smartphone-Familie kräftig angeschoben. Dabei hat man sich mit dem Nokia 8 Sirocco und dem Nokia 1 erstmals in den Extrembereich der Modellreihe gewagt und mit dem Nokia 6 (2018) das erste mal einen echten Nachfolger zu einem bestehenden Smartphone präsentiert.

So staffeln sich die Nokia-Handys in Deutschland

Die Nomenklatur zeigt es schon: Die Smartphones von HMD Global werden nach dem Ziffern-Prinzip durchgezählt. Umso kleiner die Ziffer, umso günstiger, aber auch technisch reduzierter kommen die Geräte zum Kunden. Neueste Kreationen der Finnen ist das Nokia 1, das Nokia 7 Plus, das Nokia 8 Sirocco und das Nokia 6 (2018). Alle neuen Smartphones sind dabei Teil des AndroidOne-Universums, womit das schlanke Google-Betriebssystem in Deutschland einen immensen Schub bekommt.

Die bisherige Aufstellung Nokias in der Übersicht:



Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Nokia, Handys unter 400 Euro, Mobilfunktechnik, MWC Barcelona, Smartphones, Testcenter

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