Gema und Co. für Smartphones und Tablets vorerst unter Dach und Fach

2 Minuten
Mit Deezer kann überall Musik gehört werden
Bildquelle: Deezer
Nach vielen Jahren des Streits haben sich Elektronik-Hersteller und Verwertungsgesellschaften auf die Höhe der Urheberabgaben für Smartphones und Tablets einigen können. Während die Hersteller beklagen, dass die Abgaben in Deutschland unverhältnismäßig hoch seien und dadurch den Preis von Elektronikgeräten verteuerten, halten die Verwertungsgesellschaften dagegen: Die Einigung sei wichtig, um Künstlern und Urhebern zu ihrem Recht zu verhelfen.

Gemäß der Einigung zahlen Hersteller und Importeure je verkauftem Gerät bis zu 6,25 Euro pro Smartphone oder Handy und 8,75 Euro pro Tablet. Für frühere Jahre und gewerblich genutzte Geräte gelten Rabatte. Mit dieser Abgabe soll das legale Kopieren von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie Musik, Filmen oder Texten für den privaten Gebrauch abgegolten werden. Die Pauschalabgaben werden auf Elektronik-Geräte wie Computer, MP3-Player, Kopierer oder Drucker sowie auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge fällig.

Da die Hersteller diese Abgaben in ihrem Gerätepreis einbinden müssen, wird jedem Kunden damit indirekt das private Kopieren in Rechnung gestellt. Für die Erhebung und Ausschüttung dieses Geldes an die Künstler und Urheber sind Verwertungsgesellschaften wie die Gema, die VG Wort oder die VGL zuständig. Diese zeigen sich mit der Einigung zwar grundsätzlich zufrieden, fordern jedoch von Bundesregierung und Bundestag gesetzliche Regelungen, um in Zukunft nicht erneut jahrelang prozessieren und verhandeln zu müssen.

Die Hersteller, vertreten durch den Branchenverband Bitkom, beklagen hingegen, dass die Abgaben den Gerätepreis in die Höhe trieben. Die Verwertungsgesellschaften hätten in den Verhandlungen „bis zu 36 Euro für Mobiltelefone und 15 Euro für Tablets gefordert“, diese Summen seien viel zu hoch. In anderen europäischen Ländern seien die Gebühren viel geringer oder sogar komplett abgeschafft: „Es wird Zeit für Alternativen zum Pauschalabgabensystem, die mit dem Innovationstempo in der digitalen Welt Schritt halten können“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Vor allem das Streaming von Musik und Filmen werde immer populärer. Ein 50 Jahre altes Vergütungssystem, das auf inzwischen kaum noch praktizierten Privatkopien basiere, habe sich überholt.

Bildquellen:

  • Mit Deezer kann überall Musik gehört werden: Deezer
Sitz der Bundesnetzagentur im Tulpenfeld, Bonn

5G-Pläne: Das fordert die Bundesnetzagentur von Telekom, Vodafone und Co.

Die Bundesnetzagentur hat den finalen Entwurf der Auflagen für die anstehende 5G-Frequenzauktion vorgelegt. Darin fordert die Behörde unter anderem Kooperationen zwischen den beteiligten Parteien und will Funklöcher zu einem Problem der Vergangenheit machen.
Vorheriger ArtikelMotorolas ehemaliges Flaggschiff zum vermeintlichen Sparpreis
Nächster ArtikelMicrosofts Fingerabdruck-Scanner sticht ins Auge
Christian liebt Technik nicht nur in der Mobilfunk-Welt, sondern auch überall dort, wo Feuerwehr-Fahrzeuge und Flugzeuge zum Einsatz kommen. Als Geschäftsführer von inside handy hat der "Chefkoch" nicht nur stets das große Ganze im Blick, sondern ist auch Herr der Finanzen und spendabler Gönner, wenn es um Grillgut für das nächste Team-Event geht. Das Geschehen rund um das Geißbockheim verliert er dabei nie aus den Augen. Aber wenn man gleich zwei Dauerkarten des 1. FC Köln sein Eigen nennen kann, darf man diesbezüglich wohl auch nichts verpassen.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS