Mobile-Payment-Dienst findet keine Kunden und streicht die Segel

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Mobiles Bezahlen mit der Yapital-App
Bildquelle: Yapital AG
Seit 2011 versuchte die Otto Group in ganz Europa den mobilen Bezahldienst Yapital zu etablieren, der sich vor allem im Einzelhandel durchsetzen sollte. Selbst auf dem Mobile World Congress, der weltgrößten Mobilfunkmesse, war das Startup in diesem Jahr mit einem eigenen Stand vertreten. Nun wird das Projekt aufgrund der harten Konkurrenz der mobilen Bezahldienste eingestellt - zumindest für Privatkunden. Das gab Otto am Dienstag offiziell bekannt.

Zum 31. Januar kommenden Jahres werde Yapital sich aus dem Endkundengeschäft zurückziehen, bleibe aber als E-Geld-Institut im Business-to-Business-Geschäft aktiv. In einer Mitteilung der Otto Group heißt es wörtlich: „So groß der Respekt von Fachleuten für dieses innovative System auch war und so hoch der Zuspruch aus dem Stationär- und Onlinehandel: Die Verbrauchergewohnheiten ändern sich deutlich langsamer als von allen Marktbeobachtern prognostiziert. Mit anderen Worten: Yapital ist es nicht gelungen, Kunden von dem eigenen Dienst zu überzeugen.

Yapital-Geschäftsführer Marc Berg gibt zerknirscht zu bedenken: „Bereits vor drei Jahren sprach man vom Mobile-Payment-Durchbruch und dennoch gibt es heute laut Studien gerade mal 200.000 Nutzer in Deutschland.“ Für Yapital sei die Geschäftsentwicklung und vor allem die Entwicklung der Endkundenzahl zum aktuellen Zeitpunkt nicht kalkulierbar. Ohne einen starken Partner sei es für ein kleines Unternehmen wie Yapital praktisch unmöglich, neue Kunden in einer ausreichend großen Zahl zu gewinnen.

Der Yapital-Standort in Hamburg wird im Zuge der Einstellung des Geschäftsbetriebs aufgegeben. Am Luxemburger Standort soll das Geschäftsbetrieb von Yapital als E-Geld-Institut mit einer deutlich reduzierten Zahl von Mitarbeitern aufrecht erhalten werden. Im B2B-Bereich will Yapital ab 2016 mit neuen Konzepten an den Start gehen.

Restguthaben wird automatisch zurücküberwiesen

Wichtig für alle Bestandskunden: Sie müssen noch vorhandenes Rest-Guthaben manuell auf das bei der Anmeldung angegebene Girokonto überweisen. Mit der Schließung Ende Januar erfolgt aber auch eine automatische Überweisung des Rest-Guthabens durch Yapital selbst.

Quelle: Otto Group

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