Handy-Recycling-Automaten  Wiederverwertung von alten Handys wird immer wichtiger

vom 09.11.2015, 10:52
Handyschrott, Recycling

Jedes Jahr kommen neue Smartphones auf den Markt und finden ihren Weg zu neuen Besitzern. Alte Geräte werden dann irgendwo verstaut und vergessen. Immer wieder stellt sich die Frage, was man mit alten, mobilen Endgeräten machen soll – einfach wegwerfen geht zumindest nicht. Eine Lösung hat nun der Amerikaner Mark Bowles: Handy-Recycling-Automaten.

Wir recyceln alte Flaschen und leere Batterien – wieso sollte das dann auch nicht mit alten Handys gehen. Der Amerikaner Mark Bowles ist dieser Frage nachgegangen und hat mit seinen Handy-Recycling-Automaten eine Lösung gefunden. In den vergangenen sechs Jahren schossen bereits mehr als 3 Millionen solcher Automaten überall in den USA aus dem Boden – und damit nicht genug: Bowles will nun auch nach Europa expandieren.

Das Prinzip ist einfach: Wie bei Leergut legt man sein altes Handy in den Recycling-Automaten. Dieser lässt das Gerät mittels Maße und Gewicht von seiner Datenbank ermitteln und lässt daraufhin ein Kabel erscheinen, welches zum jeweiligen Gerät passt. Das Handy muss dann mit dem Kabel verbunden werden, der Kunde gibt den PIN-Code ein und wenn alles funktioniert, wird der aktuelle Warenwert direkt am Automaten ausgezahlt. Für ein gut erhaltenes iPhone beispielsweise, so Bowles, bekäme man noch bis zu 300 US-Dollar.

Rückgabe von ausrangierten Handys

Bisher werden immer noch viel zu wenig unbenutzte mobile Endgeräte recycelt – in Deutschland und den USA sollen es lediglich 20 Prozent sein. In vielen Fällen funktionieren die Geräte noch und können wieder repariert werden. Wichtig ist, dass alte Geräte nicht einfach in den Hausmüll geschmissen werden, da sonst giftige Stoffe wie beispielsweise Quecksilber oder Blei in das Grundwasser gelangen könnten.

Alte Handys zurückzugeben stellt sich gar nicht als so schwierig heraus, wie viele denken: Kommunale Abfallstellen nehmen die ausrangierten Lieblinge an und leiten sie an die Hersteller weiter. Auch Mobilfunkanbieter sind dazu verpflichtet, Elektrogeräte zurückzunehmen. Hierzulande spendet die Telekom beispielsweise für jedes zurückgegebene Handy an die deutsche Umwelthilfe. E-Plus unterstützt derweil die NABU und Vodafone die Initiative Off-Road-Kids. Bequem kann man ebenfalls die alten Mobiltelefone per Post an das jeweilige Unternehmen senden, die die Geräte gegebenenfalls reparieren und weiterverkaufen – oftmals in Schwellenländern.

Fest steht, dass es wichtig ist, seine alten Schätze zurückzugeben, da viele wertvolle Materialien darin verbaut sind. Neben den sogenannten Seltenen Erden finden sich in den Handys auch Gold, Silber oder Palladium. Heutzutage ist man in der Lage, etwa 80 Prozent der verwendeten Materialien eines Handys wiederzuverwerten. Sofern sie nicht in der Schublade versauern, würde sich daraus sicherlich das ein oder andere neue Mobiltelefon anfertigen lassen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Autor: Simone Warnke
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Themen dieser News: Unternehmen und Märkte

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