Nicht nur Verbindungsdaten, sondern auch Texte werden gespeichert

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SMS versus WhatsApp Google Mail und Facebook Chat
Bildquelle: inside-handy.de
Am Freitag stimmt der Bundestag über eine Neufassung der Vorratsdatenspeicherung ab. Im Kern geht es darum, Telekommunikationsdaten von Kunden mehrere Wochen zu speichern. Verbindungsdaten sollen zehn Wochen nachvollziehbar bleiben, Standortdaten von Handys immerhin vier Wochen. Grundsätzlich werden alle Gespräche erfasst. Es muss kein Verdacht auf eine Straftat vorliegen. Mehr noch: Selbst Inhalte von SMS werden wohl ausführlich protokolliert.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Angaben von Telefónica Deutschland am Freitag berichtet, sei eine technische Trennung zwischen klassischen SMS-Verbindungsdaten und den SMS-Inhalten nicht möglich. Und das, obwohl von Datenschützern und von der Bundesnetzagentur seit zwei Jahren auf entsprechende Filter gedrängt werde. Bisher hatte es von Seiten der Bundesregierung immer geheißen, dass Inhalte aus Telekommunikationsverbindungen wie bisher nicht gespeichert werden sollen.

Zwar würden die SMS-Nachrichten mit einer Art Maske versehen, die das Mitlesen der kleinen Textnachrichten unmöglich machen soll, rein technisch liegen die Inhalte aller SMS-Nachrichten aber auf den Servern der drei Mobilfunk-Netzbetreiber. Und das künftig eben zehn Wochen lang statt bisher sieben Tage. Damit wären sie in Zukunft ein perfektes Instrument für Ermittlungsbehörden, die aus den Inhalten im Rahmen ihrer Arbeit wichtige Erkenntnisse ziehen könnten.

Inwiefern die neuen Enthüllungen zu Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht führen werden, muss abgewartet werden. Als sicher gilt, dass verschlüsselte Chat-Messenger wie Threema, SIMSme oder iMessage auf iPhones stärkeren Zulauf bekommen dürften. Auch Whatsapp nutzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Allerdings sind Gruppenchats und der Medienversand (Bilder, Videos, Sprachnachrichten) derzeit noch davon ausgeschlossen.

Update [16.10.2015]: Mittlerweile hat der Bundestag mit der nötigen Mehrheit für die Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Wie tageschau.de vermeldet, votierten 404 Abgeordnete bei 148 Gegenstimmen für die Einführung des Gesetzes.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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