Apple hilft Verkaufszahlen mit Rechentricks nach

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Nachdem Apple selbst kürzlich noch den erfolgreichsten iPhone-Start in der Geschichte des Unternehmens bejubelt hat, scheint die Marktrealität das Unternehmen nun einzuholen: Analysten befürchten deutlich schwächere iPhone-Verkäufe als bislang erwartet.

Bereits im Sommer schlugen Analysten wie Toni Sacconaghi von der Investmentbank Sanford C. Bernstein Alarm: Eine Sättigung der iPhone-Nachfrage sei unvermeidlich. „Es ist höchst fraglich, ob das iPhone im nächsten Jahr noch wachsen kann“, sagte der Analyst gegenüber dem Finanzportal Marketwatch.

Die enttäuschenden Quartalszahlen Ende Juli ließen an der Börse dann niemanden mehr unbeeindruckt, denn seitdem befindet sich die Apple-Aktie auf dem Weg nach unten. Auch die gemeldeten Rekordverkäufe, die Apple Ende September bejubelte, konnten den Trend nicht umkehren. Denn anders als noch im Jahr zuvor wurde in diesem Jahr China – der wichtigste Absatzmarkt der Welt – mit in das Startwochenende einberechnet. Es wäre schon eine große Überraschung gewesen, wenn Apple da keinen Verkaufsrekord hätte erzielen können. Im Reich der Mitte wurde der Start des iPhone 6 im vergangenen Jahr einen Monat später begangen als im Westen.

Doch dies ist nicht der einzige Kniff, den Apple anwenden muss, um seine Wachstumsprobleme zu übertünchen. So wurde das iPhone 6s in diesem Jahr eine Woche später in den Handel gebracht, als es 2014 noch mit dem iPhone 6 der Fall war. Doch den Starttermin der Vorbestellungen behielt Apple im Großen und Ganzen bei. So mussten nur zwei Verkaufstage des iPhone 6s ins Geschäftsjahr 2015 verbucht werden, das Apple früher als üblich bereits am 26. September beendete. Die Verkäufe des neuen Smartphones, die in der ersten Woche am stärksten sind, können so fast vollständig in das wichtige Dezember-Quartal einfließen.

In Cupertino scheint im Hinblick auf diese Rechenschiebertricks etwas nicht wie gewünscht zu laufen. Auch der Analyst Andy Hargreaves von der US-Investmentbank Pacific Crest sieht ein Ende des Wachstums für das erfolgreichste Produkt des Konzerns. Zwischen Oktober und Dezember 2015 rechnet er nur noch mit 66,9 Millionen verkauften iPhones, ein Minus von happigen 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der erste Verkaufsrückgang seit der iPhone-Einführung im Jahre 2007. Diese Erkenntnis stützt Hargreaves auf Informationen aus der Zulieferkette. Demnach habe Apple die Bestellungen für Komponenten bei Zulieferern um etwa 15 Prozent reduziert.

Während die Wall Street weiterhin mit 76,4 Millionen verkauften iPhones rechnet und somit weiterhin ein marginales Wachstum erwartet, könnte Tim Cook in zwei Wochen Licht in Dunkel bringen, wenn der wertvollste Konzern der Welt neue Quartalszahlen vorstellt. 

Quelle: Meedia

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