Deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber halten an ihren GSM-Netzen fest

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Mobilfunk-Basisstation in Münster
Bildquelle: Hayo Lücke / inside-handy.de
Es war ein überraschender Schritt als die Swisscom in der vergangenen Woche bekanntgab, Ende 2020 ihr GSM-Netz abschalten zu wollen. Die rund 15 Jahre alte Technologie belege große Teile der Netzkapazität, biete aber nur sehr langsame Übertragungsgeschwindigkeiten bei mobilen Datenverbindungen, argumentierte der Netzbetreiber aus der Schweiz. Doch wie ist es um die deutschen GSM-Netze bestellt? Die Redaktion von inside-handy.de hat nachgefragt.

Die wichtigste Botschaft gleich vorweg: Keiner der aktuell drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber verfolgt derzeit Pläne, bei seinen GSM-Netzen in absehbarer Zeit den Stecker zu ziehen. Unisono erklärten Sprecher der Unternehmen Telefónica Deutschland, Deutsche Telekom und Vodafone gegenüber inside-handy.de, dass die GSM-Netze noch immer von vielen Kunden genutzt würden und Stand heute auch als Fallback-Lösung unverzichtbar seien.

„Wir gehen davon aus, dass wir GSM auch nach 2020 einsetzen werden“, sagte ein Vodafone-Sprecher auf Anfrage. Auch von Telefónica heißt es, dass es momentan keinerlei Überlegungen gebe, der etablierten GSM-Technologie den Rücken zuzukehren. Ein Telekom-Sprecher sagte gegenüber der Redaktion: „Wir gestalten die Entwicklung des Mobilfunks entsprechend der Kapazitätsnachfrage und den Bedürfnissen unserer Kunden. Aktuell gibt es keine Plantermine für eine Einstellung von GSM oder auch dem Nachfolger UMTS im Telekom-Netz.“

Zwei Frequenzbereiche für drei Netzbetreiber

In Deutschland werden zwei Frequenzbereiche (900 MHz und 1.800 MHz) verwendet, um GSM-Telefonate und vergleichsweise langsame Datenverbindungen ermöglichen zu können. Bisher funkten die Deutsche Telekom und Vodafone im 900-MHz-Bereich, während Telefónica Deutschland (O2) und E-Plus das Frequenzspektrum um 1.800 MHz verwendeten. Ende Mai wurden die GSM-Frequenzen neu versteigert sodass es in Zukunft allen drei deutschen Netzbetreibern möglich sein wird, in beiden zur Verfügung stehenden GSM-Frequenzbereichen zu funken.

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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