Datenbrillen könnten Handys schon bald ablösen

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Google Glass
Bildquelle: FKA twigs
Fast zwei Milliarden Mobiltelefone wechseln dieses Jahr weltweit den Besitzer, Rund ein viertel der Weltbevölkerung kauft demnach in diesem Jahr ein neues Handy. In aller Regel ist dies ein Smartphone. Doch lange dürfte dieser Boom nicht mehr anhalten, wie eine Analystin nun vorhersagt.

Gerade erst wurde bekannt, dass Apples iPhone am Erstverkaufswochenende wieder einmal alle bisherigen Rekorde hinter sich gelassen hat. Lange Schlangen und Wartezeiten dürften die Kunden wieder einmal auf sich genommen haben, um eines der begehrten Edel-Telefone ihr Eigen nennen zu können.

Doch die Prognosen sehen den Smartphone-Boom bald an seinem Höhepunkt angekommen – und von dort an geht’s bergab. Dies will die Gartner-Analystin Annette Zimmermann ermittelt haben. Neue Geräte verdrängen wohl bald die bekannten Handgeräte, als Megatrend der Zukunft gilt die Datenbrille. Schon in 10 Jahren soll sich dies deutlich abzeichnen, denn „die Brille wird zum Handy“, wie die Münchener IT-Spezialistin es gegenüber dem „Handelsblatt“ ausdrückt.

„In drei, vier Jahren werden die ersten wirklich attraktiven Datenbrillen auf den Markt kommen“, ist sich Zimmermann sicher. Was heute noch recht ambitioniert erscheint, ist längst nicht nur die Meinung eines einzelnen Marktforschungsinstitutes. Die Experten von Yole Développement rechnen ebenfalls damit, dass die Datenbrillen ab 2019 massenhaft verkauft werden.

Sprachsteuerung wird dreh und Angelpunkt

Doch die Brillen sind heute keinesfalls ausgereift, wie Googles Glass-Projekt gezeigt hat. Damit sich die Computerbrillen durchsetzen müssen die Bildschirme besser, Chips und Batterien kleiner und leistungsstärker werden. Denn niemand hat Lust, die Wearables alle paar Stunden auf die Ladestation legen zu müssen, prognostizieren die Marktforscher. Und es wird eine große Marke wie Apple oder Google brauchen, die ein entsprechendes Produkt anbietet, um die nötige Zugkraft zu entfachen, die aus einer neuen Gerätekategorie einen Milliardenmarkt werden lässt.

Schon heute nehmen Siri, Cortana und Konsorten auf unseren Smartphones Sprachbefehle entgehen und tauschen sich über natürliche Sprache mit ihren Nutzern aus. Millionen Menschen werden scheinbar mit sich selbst spechend durch die Städte laufen und ihren smarten Geräten so Befehle erteilen – in der U-Bahn, im Restaurant, überall. Für wen das grauenerregend klingt, der wird sich umgewöhnen müssen. Denn für Gartner-Analystin Zimmermann sind dies gesellschaftliche Hürden, die durchaus genommen werden können.

Quelle: Handelsblatt

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