O2 kündigt Partnershops, die nicht wechseln wollen

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Telefonica o2 Shop
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Der Übergang von O2-Partnershops zu Yourfone verläuft offenbar, anders als bei den Mutterkonzernen Telefonica und Drillisch erhofft, nicht reibungslos. Insgesamt 199 O2-Shops deutschlandweit sollten in diesem Sommer von O2 zu Yourfone wechseln. Einerseits, um die Auflagen der Kartellbehörden zu erfüllen, andererseits, um die üppige Parallel-Struktur von ehemaligen Base- und O2-Shops auszudünnen. Freiwillig wechseln offenbar nicht alle Shops die Farben.

Im Juni dieses Jahres hatten Telefonica und Drillisch bekannt gegeben, dass Yourfone als neue Shop-Marke des Drillisch-Konzerns zum 1. Juli mit 100 eigenen Shops an den Start gehen werde. Die bald danach veröffentlichte Standort-Liste offenbarte noch einige weiße Flecken auf der Landkarte. Auf insgesamt 199 Shops sollte das Netz jedoch bald erweitert werden. Dieser rasche Aufbau einer neuen Shop-Struktur sollte vor allem gelingen, indem O2-Partnershops die Farben wechseln und ihre Standorte künftig unter Yourfone-Flagge betreiben. Aus Blau wird Lila.

Für Telefonica kommt der Shop-Bedarf bei Yourfone indes wie gerufen, denn nach der Übernahme von E-Plus und zahlreichen Base-Shops hatte man auf einmal insgesamt über 1.750 Shops und Partnershops im eigenen Netzwerk. Deutlich zu viele, um wirtschaftlich arbeiten zu können; vor allem, da in vielen Innenstädten blaue und grüne Shops unmittelbare Nachbarn waren. Vor diesem Hintergrund hat Telefonica als Ziel ausgegeben, innerhalb der nächsten fünf Jahre insgesamt jeden dritten Standort zu schließen. Wie ein Telefonica-Sprecher gegenüber inside-handy.de erklärt, liege man bei diesem Umbau „im Plan“. Genaue Zahlen zu den geschlossenen oder gekündigten Shops will der Sprecher allerdings nicht nennen.

Widerstand gegen Wechsel zu Yourfone

Widerstand gibt es allerdings bei einigen der ausgewählten Shops, die teilweise aus Furcht vor deutlich schlechteren Provisionen nicht freiwillig zu Yourfone wechseln wollen. Einzelnen Betreibern hat Telefonica daher offenbar schon den Partnershop-Status gekündigt. Der Unternehmenssprecher betont jedoch, dass zurzeit „die Mehrheit der angesprochenen O2-Shops“ bereit sei, zu Drillisch zu wechseln. „Sobald ein Shop unser Angebot annimmt und gleichzeitig den Vertrag bei Drillisch unterschreibt, ist der Shop-Übergang formal abgeschlossen“, so der Sprecher weiter. Telefonica lasse niemanden allein und unterstütze seine Partner daher nach wie vor bei offenen Fragen. „Natürlich nur, sofern wir dies aus rechtlicher Sicht im Einzelfall auch leisten dürfen.“

Gleichzeitig deutet sich an, dass Telefonica neue O2-Shops auch dort eröffnen wird, wo man gerade erst Standorte an Yourfone abgegeben hat. Bestätigen wollte das der Sprecher allerdings nur indirekt: „Selbstverständlich überprüfen wir regelmäßig unseren Shop-Footprint. Schließlich wollen wir dort, wo unsere Kunden unsere Anwesenheit vor Ort erwarten, optimal vertreten sein. Daher ist es durchaus denkbar, zukünftig neue O2-Shops auch in Gebieten zu eröffnen, in denen wir bisher nicht vor Ort sichtbar waren. Dies ist ein normaler Vorgang im Sinne einer Optimierung aus Unternehmens- und aus Kundensicht.“

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