Kommissar Oettinger erwartet schnelle Zustimmung aller EU-Länder

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Das Gezerre um den Wegfall von Roaming-Entgelten im EU-Ausland nimmt kein Ende. Seit Monaten geht es in Brüssel hin und her: Mal sollen die Gebühren für die Smartphone-Nutzung im EU-Ausland ab 2016 komplett fallen, dann wieder nicht, irgendwann später kommen und nun bringt EU-Digitalkommissar Günter Oettinger einen Wegfall im Jahr 2017 ins Gespräch.

„Ab dem zweiten Quartal 2017 werden Roaming-Gebühren in der EU wahrscheinlich wegfallen“, so Oettinger gegenüber der „Rheinischen Post“. Wohlgemerkt: wahrscheinlich. Sicher ist die Abschaffung der Zusatzkosten für die mobile Kommunikation noch lange nicht. Dennoch geht Oettinger davon aus, dass sich die EU-Kommission, die Regierungen der 28 Mitgliedsländer und das EU-Parlament schon sehr bald auf die von ihm kommunizierte Marschrichtung einigen werden. Ursprünglich war mit einem Wegfall der Roaming-Gebühren im Laufe des kommenden Jahres gerechnet worden.

Dass es zu keinen verbindlichen Aussagen kommt, liegt mitunter auch an den europäischen Mobilfunk-Netzbetreibern und der Arbeit der den Mobilfunkern nahestehenden Lobbyisten. Sie kämpfen vehement gegen den Plan, die Roaming-Gebühren komplett abzuschaffen. Grund: Mit Roaming-Verbindungen von Touristen oder geschäftlich Reisenden verdienen die europäischen Mobilfunker nach wie vor viel Geld.

Auch wenn die EU-Kommission die Roaming-Entgelte seit 2007 schrittweise immer mehr reduziert hat, werden nach wie vor Millionenumsätze gemacht. Allein bei der Deutschen Telekom standen im vergangenen Jahr Roaming-Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe in den Bilanzen. Dass man sich bei einem solch lukrativen Geschäft die Butter nicht kampflos vom Brot nehmen lassen möchte, ist nachvollziehbar.

Quelle: Rheinische Post

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