Ausprobiert: iOS 9 auf dem iPhone 4s

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iOS 9 auf dem Apple iPhone 4s
Bildquelle: inside-handy.de
Schneller, schicker, multitaskingfähig: All das soll das vor kurzem vorgestellte iOS 9 sein. Das neue Betriebssystem von Apple ist nicht nur kleiner, sondern will auch intelligenter und proaktiv sein. Doch klappt das alles auch auf dem schon in die Jahre gekommenen Apple iPhone 4s? Die Redaktion von inside-handy.de hat sich die Developer-Version von iOS 9 geholt und es ausprobiert.

Die neue Betriebssystem-Version von Apples iOS wurde auch für die Tablets der Amerikaner verbessert. Hier soll die Bedienung durch neue Tastaturfunktionen und mit einem schnellen Zugriff über Splitscreens und Bild-in-Bild-Funktionen vereinfacht und schneller werden. In das iPhone 4s hat es in der Entwicklerversion noch keine dieser Funktionen geschafft. Auch einige für das iPhone angekündigte Funktionen sind noch nicht installiert. Sie werden voraussichtlich für die Entwickler nachgereicht und sollten im offiziellen Update inbegriffen sein.

Beim Download und der Installation fällt eines sofort ins Auge: Das Softwarepaket ist klein; im Vergleich mit iOS 8 sogar sehr klein. Gerade einmal 1,62 GB ist das Update fürs iPhone 4s groß. Damit ist es nur noch ein Drittel so groß wie der Vorgänger, der bei vielen Nutzern der 16-GB-iPhones für Probleme sorgte, da man beim OTA-Update einiges aus dem Speicher werfen musste um die Aktualisierung durchziehen zu können.

Apple-typisch gestaltet sich der Update-Prozess problemlos. Aufgepasst: Das Update ist, wie bisherige Updates auch, nicht reversibel. Somit kann nicht wieder auf die Vorgängerversion zurückgekehrt werden. Nach der Installation bleiben vom 16 GB großen Speicher noch 12,54 GB übrig. Allerdings nehmen vorinstallierte Dokumente und Daten noch einmal gut 1 GB ein. Somit bleiben trotzdem noch gut 11 GB Speicherkapazität zur freien Verfügung übrig.

Screenshots von iOS 9 auf dem Apple iPhone 4s

Am grundlegenden Design wurde bei Apple wenig geschraubt. Die Darstellung der Apps auf dem Homescreen, des Schnellmenüs und der Schnellzugriff auf die erweiterten Funktionen wie Taschenlampe, Rechner und Timer sind weitestgehend gleich geblieben. Spannung kommt dann auf, wenn der Doppelklick auf den Home-Button erfolgt. Die Multitasking-Funktion klappt auf und zeigt die bereits geöffneten Funktionen und Apps in verkleinerten Bildschirmen versetzt hintereinander. Schick und flüssig wird durch die Einzelnen gewischt. Die auf dem iPhone 4s getesteten Apps müssen beim Start aus dem Multitasking-Modus heraus allerdings neu laden und bremsen die Bediengeschwindigkeit damit gehörig ab.

Abgebremst wird nicht nur aus dem Multitasking-Modus heraus. Auch die allgemeine Bediengeschwindigkeit ist trotz der Versprechungen Apples, iOS 9 sei durch den Beschleuniger Metal schneller und werde auch auf dem iPhone 4s fix laufen, nicht zufriedenstellend. Wenn der Umstand an der Entwicklerversion liegt, dann bleibt für die iPhone-4s-Nutzer zu hoffen, dass die Software-Ingenieure aus Cupertino für die Endversion noch einige Kohlen im Feuer haben. Die momentane Geschwindigkeit, mit der das iPhone 4s durch die Menüs, Apps und Funktionen hinkt, erinnert eher an ein Einsteigergerät mit Android nach dem Öffnen von 20 Apps.

Die App Maps, die nun auch U-Bahn- und andere Nahverkehrslinien anzeigen soll, wurde beim Developer-Update noch nicht auf den neuesten Stand gebracht und auch die Vorschlagsfunktion Nearby ist noch nicht implementiert. Auch die direkte Einbindung der Notizen in den Browser Safari ist noch nicht vorhanden und Notes selbst wurde ebenfalls noch nicht verfeinert.

iOS 9 auf dem iPhone 6: Screenshots

Als wirklich praktisch zeigte sich der neue Zurück-Button. Er erscheint, wenn direkt von einer App in die andere gesprungen wird. Mit einem Klick verschwindet die aus einer App gestartete App oder Funktion und man kehrt in die davor betrachtete App zurück. Sie wird solange eingefroren und startet an dem Punkt, an der man sie verlassen hat.

Apple verspricht neben der Leistungssteigerung, von der allerdings bisher nichts zu spüren ist, eine verbesserte Laufzeit. Beim Apple iPhone 4s kann das im ersten Eindruck nachvollzogen werden. Bei einem ebenfalls mit iOS 9 bestückten Apple iPhone 6 gibt es hier noch deutliche Probleme. Das aktuelle Flaggschiff verliert sehr schnell an Energie und kann die ausgelobten Einsparpotentiale nicht abrufen. Das iPad Air in der ersten Generation hat dagegen wenig Probleme und läuft schon recht stabil was den Akku angeht.

Bei einer Entwicklerversion eines Betriebssystems sind meist noch einige Verbesserungen nicht ausgereift und die volle Leistungsfähigkeit noch nicht gegeben. So ist es auch bei iOS 9. Im ersten Eindruck ist die neue Betriebssystem-Version ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch sollte sich der iPhone-4s-Besitzer reiflich überlegen, ob er die neuen Funktionen wirklich braucht. Die Performance ist zumindest bisher eingeschränkt und es bleibt abzuwarten, ob die endgültige Betriebssystem-Version noch einen so großen Schritt vorankommt, damit sich der Umstieg lohnt.

iOS 9 auf dem iPad Air: Screenshots

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