Niederländisches Startup vertreibt Zeitungsartikel einzeln

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Lesen mit der Blendle App
Bildquelle: Blendle
Interessen sind verschieden, auch die der Redaktionen großer Nachrichtenmagazine und Tageszeitungen. Häufig steht man im Kiosk vor der Titelgeschichte einer solchen Publikation und muss das ganze Heft kaufen, auch wenn der Rest des Inhalts gar nicht so interessant ist. Oder man verzichtet darauf, was wiederum schlecht für die Menschen hinter dem Heft ist. Ein Startup aus den Niederlanden nimmt sich dieses Problems jetzt auch in Deutschland an.

Blendle löst dieses Problem, indem es Artikel einzeln verkauft. In den Niederlanden ist das Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell bereits sehr erfolgreich: Das dort im Frühjahr 2014 gestartete Unternehmen gewann bereits 300.000 Nutzer für seinen Dienst – ein Großteil davon sei unter 35 Jahren und damit eine Zielgruppe, die für Printmedien schwieriger zu erreichen ist, betont der Chef des Unternehmens gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Gut ein Jahr nachdem man in den Niederlanden durchgestartet ist, wagt man also nun den Schritt ins größere Nachbarland. „Wir hatten uns Zeit gelassen, weil wir mit einem möglichst kompletten Angebot in den Markt gehen wollten“, sagte Mitgründer und Chef Marten Blankesteijn der dpa. Und in der Tat kann sich die Liste der Titel, die bereits zum Start dabei sein werden, sehen lassen. „Süddeutsche Zeitung“, „Die Welt“, die „Bild“, „Die Zeit“ sowie „Der Spiegel“ und „Stern“ sind zum Start mit von der Partie, aber auch diverse Regionalzeitungen wie die „Hamburger Morgenpost“, der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Rheinische Post“ sind mit an Bord. Investoren von Blendle sind unter anderem Axel Springer SE und The New York Times Company.

Wie in einem richtigen Magazin blättert der User bei Blendle die Ausgaben der Medien Seite für Seite durch. Doch lesbar sind nur die Überschriften. Möchte man den gesamten Artikel lesen, muss man zahlen. Den Preis dafür legen die Verleger selbst fest, meistens wird hier der Länge nach gestaffelt. „The New York Times“ etwa verlangt 19 Cent pro Artikel, der „Economist“ berechnet für längere Texte 79 Cent. War man mit einem Artikel unzufrieden, kann man sich das Geld zurückerstatten lassen. Für die Medien ist dies wertvolles Feedback.

Unter www.blendle.de läuft zunächst noch der Beta-Test, für den man sich vormerken lassen kann. Bis Ende Juli soll Blendle für alle Interessenten zur Verfügung stehen. Passende Apps sind für iOS und Android verfügbar. 

Quelle: Handelsblatt

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