The Light Phone: Marktstart noch im Mai

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The Light Phone
Bildquelle: The Light Phone
Ständige Ablenkungen durch das Smartphone sind manchmal einfach zu viel. Ein Kickstarter-Projekt wollte 2015 bereits Abhilfe schaffen und finanzierte ein Telefon nur zum Telefonieren, das das Smartphone ergänzen soll. Nun sollen erste Exemplare auch an nicht-Finanzierer ausgeliefert werden.

Jeder kennt diesen Moment: Eine gemütliche Runde mit Freunden, eben war man noch mitten in ein Gespräch vertieft, doch plötzlich durchdringt Schweigen den Raum. Keiner spricht mehr, denn alle sind in ihr Smartphone vertieft, beantworten Nachrichten oder checken diverse Social-Media-Kanäle nach Neuigkeiten. Die Möglichkeit „mal eben was zu googeln“ – besonders beliebt bei denen, die gern auch mal etwas besser wissen – ist deshalb Fluch und Segen zugleich. Und immer öfter vernimmt man Rufe nach Entschleunigung, selbst von Technikbefürwortern.

Prioritäten setzen ist für viele die Lösung. Erreichbarkeit ja, aber nicht um jeden Preis. Wenn es wirklich wichtig ist, verschickt man keine WhatsApp-Nachricht, man ruft an. Das müssen sich auch die New Yorker Erfinder des Light Phones gedacht haben, als sie ihre Produktvision ersonnen haben. Ein Telefon im Scheckkartenformat das nur eines kann: telefonieren.

Bis zu 20 Tage Akkulaufzeit

Smartphones haben Probleme, ja. Wer erinnert sich nicht wehmütig an die Zeiten, in denen man sein Nokia 3310 mit einer Akkuladung spielend vier, fünf Tage lang nutzen konnte, ohne dass man das Netzteil in die Hand nehmen musste? Doch so ganz verzichten möchte man auf den schlauen Weggefährten ja auch nicht. Das Light Phone hat einen interessanten Lösungsansatz in petto: Es soll das Smartphone nicht ersetzen, sondern ergänzen. Und das tut es bis zu 20 Tage lang mit einer Akkuladung. Dabei ist es trotzdem ein vollwertiges Telefon mit einer eigenen SIM-Karte und damit auch einer eigenen Rufnummer. Stirbt das Smartphone also mal wieder den Akkutod weil keine Energiequelle erreichbar ist, soll man seine Anrufe doch kurzerhand auf das Light Phone umleiten. Eine hintergründige Smartphone-App sorgt dabei für die grundsätzliche Verwaltung des Light Phone.

Light Phone: Pressebilder

Auf der Größe eine Scheckkarte (53,98 x 85,6 x 4 Millimeter) und 38,5 g bringen die beiden Erfinder ein Punktmatrixdisplay, einen SIM-Einschub, einen Micro-USB-Anschluss, einen Lautstärkeregler, Mikrofon und Lautsprecher und eine Touch-Tastatur unter. Im Inneren verrichtet ein Qualcomm-Chip alle anfallenden Aufgaben, allerdings keiner aus der Snapdragon-Serie für komplexe Rechenprozesse. Speicher gibt es keinen, außer für zehn Kurzwahlen.

Das 150-Dollar-Handy funkt auch in Deutschland

In den USA wird das 150 US-Dollar teure Light Phone mit einer Prepaid-SIM-Karte geliefert, die 500 Gesprächsminuten enthält. Diese entfällt bei internationalen Unterstützern des Projekts, hier muss selbst für eine entsprechende Mini-SIM-Karte gesorgt werden. Das Handy unterstützt die GSM-Frequenzen 850/900/1800/1900 MHz und ist damit für alle deutschen GSM- und UMTS-Netze geeignet.

Das Light-Phone-Team peilte vor zwei Jahren noch eine Auslieferung im Mai/Juni 2016 an. Nun, im Mai 2017, gibt es Neuigkeiten. Das damals noch für 100 Dollar gelistete Handy kostet nun 150 Dollar. Neben der Preiserhöhung gibt es aber eine weitere Neuigkeit vom Light Phone: Das Handy ist nun auch für diejenigen vorbestellbar, die nicht an der Kickstarter-Finanzierung teilgenommen haben.

Das Light Phone ist in schwarz und weiß erhältlich und wird zunchst nur in die USA ausgeliefert. Deutsche Interessenten müssen sich also noch etwas gedulden. Die ersten Exemplare des Light Phones sollen laut Angabe noch Ende Mai an die Vorbesteller geliefert werden.

Eckdaten des Light Phone:

  • Gewicht: 38,5 Gramm
  • OLED-Display
  • Prozessor: Qualcomm 8208
  • Nano-SIM
  • Micro-USB (Typ B)

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