NRW-Innenminister Jäger will Smartphones nach Unfällen konfiszieren

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Android Auto
Bildquelle: Google
Das Smartphone im Straßenverkehr: Die einen lieben es, andere wünschen sich ein striktes Verbot. Wolfgang Albers, Polizeipräsident in Köln, sagte jüngst anlässlich der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik in der Domstadt: "Wir müssen uns fragen, ob die Strafen ausreichen, um diese Seuche zu bekämpfen"

Hintergrund: In Köln wurden zuletzt immer häufiger Personen beobachtet, die mit Kopfhörern auf dem Ohr und Blick auf das Handy (fast) von einer Straßenbahn erfasst wurden. Ein Mitarbeiter der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sagte gegenüber der Redaktion von inside-handy.de: „Das nimmt langsam wirklich Überhand. Man muss etwas tun.“ Dabei verwies er nicht nur auf die verunglückten Fußgänger und Radfahrer, sondern auch auf die Folgen für die betroffenen Straßenbahn-Fahrer.

Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht Handlungsbedarf. Er will das Telefonieren am Steuer zu einem Arbeitsschwerpunkt in seinem Ministerium machen. „Wer bei Tempo 50 für zwei Sekunden auf das Handy-Display schaut, ist 30 Meter im absoluten Blindflug unterwegs.“ Weiter führte der Politiker aus, dass das bloße schreiben einer SMS hinter dem Steuer mit einer Reaktionsfähigkeit von 1,1 Promille Alkohol im Blut gleichzusetzen sei.

Bei schweren Unfällen mit Personenschäden will Jäger in Zukunft grundsätzlich die Smartphones der Unfallverursacher als Beweismittel sicherstellen. Das geschehe in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf Anordnung der Staatsanwaltschaft schon heute im Schnitt 150 Mal pro Jahr. Ziel sei es, Autofahrern die Verwendung des Smartphones im Auto nachweisen zu können. Inwieweit dabei die Nutzung von Freisprecheinrichtungen berücksichtigt wird, blieb in Jägers Ausführungen unklar.

2014 verunglückten in NRW 520 Menschen tödich – 41 mehr als noch im Jahr 2013. Die Polizei habe zuletzt verstärkt feststellen müssen, dass während der Fahrt ein Smartphone verwendet wird, obwohl das strikt verboten sei, betonte Jäger. Daher werde auch darüber nachgedacht, die Strafe für die Nutzung eines Handys im Auto zu verschärfen. Wer sein Telefon bei laufendem Motor in der Hand hält, muss derzeit mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg rechnen und eine Bußgeld in Höhe von 60 Euro zahlen.

Quelle: Innenministerium NRW

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