Yotaphone 2 im Akkutest Ein Tag zu wenig, ein Einbruch zu viel

vom 21.01.2015, 15:41
yotaphone 2

Das Yotaphone 2 hat mit seinen zwei Displays für viele interessierte Blicke gesorgt und bietet einiges mehr als ein herkömmliches Smartphone. Im Paket, das Yota Devices geschnürt hat, ist nicht nur ein vollwertiges Oberklassen-Smartphone, sondern auch ein kleiner E-Reader und ein eingebauter Aufmerksamkeitsmagnet bei fast jeder Gelegenheit. Nun hat inside-handy.de kontrolliert, ob es, wie Yota Devices ankündigt, fünf Tage durchhält. 

Beim Test des Yotaphone 2 konnte inside-handy.de aufgrund der Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones nicht kontrollieren, wie sich das Smartphone des russischen Herstellers bei reiner Bedienung mit dem rückseitigen E-Ink-Display schlägt. Um zu testen, ob sich die Ankündigung von Yota bestätigt, dass das Smartphone mit den zwei Displays bis zu fünf Tage durchhält, wurde es nur über das rückseitige Display gesteuert und so lange wie möglich nicht an die Steckdose angeschlossen. Dabei wurde das Yotaphone 2 wenig genutzt und mit ihm Akku-sparend umgegangen. So wurden keine Videos und Musik gestreamt, lange Telefonate geführt oder Spiele gespielt.

Yotaphone 2 Produktbilder

  • 1/14
    Das Yotaphone 2 hat ein Display an der Vorderseite...
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    ... und eines an der Rückseite.

Dabei entsteht ein Problem: So wird der Nutzer beim Abrufen von E-Mails und anderen Benachrichtigungen dazu aufgefordert, das Smartphone zu drehen und das Frontdisplay zu nutzen. Das Problem kann mittels Mirror-Modus umgangen werden: Nachdem die Benachrichtigung eingegangen und angezeigt wird, sollte ihr nicht über das Benachrichtigungs-Symbol der Nachricht nachgegangen werden, sondern das Smartphone direkt mit dem Mirror-Modus gesteuert werden. Dadurch muss es nicht gedreht werden und der vordere Bildschirm bleibt schwarz.

Einbruch am dritten Testtag

Trotz der Anstrengungen und recht weniger ständiger Funktionen - GPS und Bluetooth wurden deaktiviert, WLAN blieb für den Empfang von Benachrichtigungen aktiv - wurde das Ziel der fünf Tage nicht ganz erreicht. Jedoch bleiben hier, wie schon im Akkutest während des Haupttests, Fragen offen. Nach einem sehr zufriedenstellenden Testablauf in den ersten knapp vier Tagen rauschte die Akkuanzeige nach ungefähr 3 Tagen und 21 Stunden völlig überraschend und ohne sichtbaren Verbrauch um gut 20 Prozent auf nur wenige Restprozent in den Keller. Nach knapp 4,5 Stunden war es dann soweit und der Akku gab auf.

Yotaphone 2
Bildquelle: inside-handy.de

Einbruch am Ende des dritten Tages: Die Spitze am Ende der Zeit entstand durch das Anschließen des Smartphones an das Stromnetz, um einen Screenshot machen zu können. 

Warum der Einbruch erfolgte, kann nicht trivial nachvollzogen werden. So könnte ein Messfehler des Smartphones dazu geführt haben, dass die Anzeige des Restakkustands von einem auf den anderen Moment einbrach. Ein Mehrverbrauch in dieser kurzen Zeitspanne durch einen plötzlich einsetzenden Verbraucher kann so gut wie ausgeschlossen werden. Ein Verbrauch von 20 Prozent des Gesamtvolumens des Akkus, der einer Ladung von 2.500 mAh entspricht, muss schon mit einigem Aufwand händisch herbeigeführt werden.

Update [23. Januar]

Bei der Ankündigung, dass das Yotaphone 2 bis zu 5 Tage durchhalten soll, ist laut eines Hinweises von Yota Devices nur der Reading-Modus gemeint. Das bedeutet, dass das Smartphone, ähnlich eines E-Readers, ausschließlich zum Lesen von Texten benutzt wird. Mit diesem Hintergrund kann der Langzeittest als Erfolg für das Yotaphone 2 gewertet werden, da eine Standby-Zeit von 4 Tagen sparsamen Nutzens sehr respektabel ist, auch wenn die vollen 5 Tage nicht erreicht wurden. Sie würden wahrscheinlich erreicht, wenn WLAN und die Mobilfunkanbindung ebenfalls abgeschaltet werden würden. Das Yotaphone 2 allerdings als reinen E-Reader zu Nutzen wäre eine Krux, da es dann ein sehr kleiner, sehr teurer und dazu nicht lange durchhaltender E-Reader wäre.

Fazit

Am Yotaphone 2 bleibt ein positiver Eindruck mit schalem Beigeschmack hängen. Wäre der Einbruch des Akkustandes nach vier Tagen nicht geschehen, könnte Yota Devices ein empfangsbereites Handy mit fünf Tagen Laufzeit anbieten. Mit dem Einbruch kann Yota Devices die hohen Erwartungen an das E-Ink-Display als Stromsparoption fast komplett erfüllen.

Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Testcenter, Alternative Hersteller, Smartphones

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