Mobilfunknetze weltweit können leicht geknackt werden

2 Minuten
Antennen
Bildquelle: Pixelio.de / Gabi Schoenemann
Eine massive Sicherheitslücke in UMTS-Netzen sorgt aktuell für reichlich Blätterrauschen in der Mobilfunk-Szene. Laut eines Berichts von WDR und der "Süddeutschen Zeitung" ist es ohne größere Probleme möglich, die Verschlüsselung in UMTS-Netzen binnen weniger Minuten zu umgehen. Auf diese Weise sei es beispielsweise problemlos möglich, in nicht entsprechend geschützten Netzen SMS abzufangen.

In der „Süddeutschen Zeitung“ heißt es weiter, dass es auch möglich sei, E-Mail-Verkehre auszuspähen und Telefonate mitzuhören. Brisant sei die Sicherheitslücke auch vor dem Hintergrund, dass zuletzt immer wieder empfohlen wurde, Bankgeschäfte über das angeblich so sichere UMTS-Netz abzuwickeln. Im WDR sagte der Datenschutz-Beauftragte Thilo Weichert, dass von UMTS-Netzen eine riesige Gefahr ausgehe. Der Umgang mit dem Telefongeheimnis seitens der Netzbetreiber sei „absolut unverantwortlich.“

IT-Experten war es über eine Sicherheitslücke im SS7-Protokoll des UMTS-Netzes der Telekom gelungen, SMS von Bundestag-Abgeordneten mit nur kurzer Verzögerung auf Notebooks darzustellen und zu lesen. Ein Problem, dass ein Sprecher der Telekom gegenüber der Nachrichtenagentur AFP einräumte. Es betreffe die gesamte Branche und könne nur im Zusammenspiel der gesamten Industrie gelöst werden.

Spezieller Empfänger für Ausnutzung der Sicherheitslücke notwendig

In einer Unternehmensmitteilung gab die Telekom zu Protokoll, dass ein hohes Maß an Expertenwissen und zudem kriminelle Energie notwendig sei, um die Sicherheitslücke auszunutzen. Denn es werde ein spezieller Empfänger benötigt, der im klassischen Fachhandel dem Vernehmen nach nicht erhältlich ist. Angreifer müssten dem auszuspionierenden Mobilfunknetz quasi vorgaukeln, ein ausländischer Netzbetreiber zu sein.

Das von WDR und „Süddeutsche Zeitung“ geschilderte Angriffsszenario sei in den vergangenen Monaten über verschiedene Maßnahmen beseitigt worden, heißt es seitens der Telekom weiter. Alle Vorkehrungen einzelner Netzbetreiber könnten aber nur ein Pflaster sein. Es sei ein Zusammenspiel zwischen Netzbetreibern, Herstellern von Smartphones und Netztechnik, Branchenverbänden und dem Mobilfunk-Dachverband GSMA notwendig, um das generelle Problem aus der Welt zu schaffen.

Quelle: Telekom / Tagessschau / Süddeutsche Zeitung

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS