Linshof: Falscher Fuffziger oder naiver Neuling

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Linshof
Bildquelle: Linshof
Seit letzter Woche berichtet inside-handy.de über den neuen deutsch-österreichischen Hersteller Linshof, der wie aus dem Nichts aufgetaucht ist und im März kommenden Jahres sein erstes Smartphone i8 auf den Markt bringen will. Mittlerweile mehren sich jedoch die Anzeichen, dass bei diesem Newcomer etwas ganz gehörig nicht in Ordnung ist. Die vorliegenden Fakten sprechen entweder für schlechte Manieren oder einen Fake-Hersteller.

Normalerweise treten neue Hersteller auch direkt mit einer PR-Offensive auf den Plan. inside-handy.de erhält regelmäßig Anrufe, freundliche Mails oder Einladungen zu Präsentationen, wenn sich neue Anbieter vorstellen wollen. Oft ist gleich eine professionelle PR-Agentur eingeschaltet, um die Fragen der Presse zu beantworten. Auf Linshof ist die Redaktion eher zufällig gestoßen, aber das muss ja zunächst nichts Schlimmes bedeuten. Etwas ungewöhnlich war dann allerdings, wie schlecht man Linshof erreichen kann.

Eine telefonische oder persönliche Kontaktaufnahme ist nicht möglich. Auf eine Kontakt-Mail meldet sich „Peter Bauer“, der sich gleich zu Beginn entschuldigt, dass sein Name zwar deutsch klinge, er jedoch aus Tschechien stamme und daher nur Englisch spreche. Dass bei einem deutsch-österreichischem Unternehmen niemand die Presse betreut, der auch deutsch spricht, ist schon mal kurios. Ebenso merkwürdig ist, dass die Mails von „Peter“ keine Signatur haben. Insgesamt gibt man sich bei Linshof offenbar Mühe, keine Spuren zu hinterlassen. Die Firma findet sich weder in Deutschland noch in Österreich in Unternehmensregistern, ein Impressum auf der Seite fehlt.

Auf Nachfrage erläutert „Peter“, dass man zwei Büros in Hamburg und Wien betreibe. Der Hauptsitz sei in Wien, aber in Hamburg verfüge man auch über ein Büro mit zwölf Mitarbeitern in der Nähe des Gerhart-Hauptmann-Platzes an der Mönckebergstraße. Wer sich ein bisschen im Hamburg auskennt weiß, dass diese Ortsangabe eine ausgeklügelte Mischung aus Unbestimmtheit und Zentralität ist. Ein Besuch in einem der Büros ist derzeit natürlich „leider“ ebenfalls nicht möglich.

Wer für Linshof die Geräte in China herstellt, ist derzeit auch nicht herauszufinden. „Peter“ spricht davon, dass man mehrere Zulieferer habe und keinen festen OEM-Hersteller. Für ein so kleines Unternehmen ist auch das merkwürdig, denn mehrere Hersteller bedeuten auch mehrfachen Abstimmungsaufwand. Laut „Peter“ gibt es derzeit auch nur zwei Prototypen des Geräts, auf die die Presse noch keinen Blick werfen dürfe. Man vertröstet auf den März.

Noch ominöser wird die Angelegenheit, wenn man einen Beitrag des bekannten Tech-Bloggers Caschy liest. Caschy hält mit seiner Meinung über Linshof nicht hinter dem Berg, präsentiert Fakten und bewertet diese. Der Beitrag wirkt presserechtlich einwandfrei und dennoch erhält der Blogger offenbar Post von jemandem, der sich als Linshof-Anwalt ausgibt – nicht gerade die beste Strategie, wenn man positive PR für den Produktstart sucht. Caschy hat außerdem aufgedeckt, dass ein Bild, das Linshof verwendet, bei Flickr schon im Jahr 2012 veröffentlicht wurde.

Die Angelegenheit hat eindeutig einen miesen Nachgeschmack. Bis die Redaktion ein echtes Linshof-Gerät in den Fingern hält oder einen Linshof-Vertreter persönlich zu fassen bekommt, werden Berichte über den Hersteller nur mit größtem Vorbehalt veröffentlicht. Die Facebook-Seite und auch der Internetauftritt von Linshof werden zwar regelmäßig gepflegt, aber insgesamt ist nicht auszuschließen, dass hinter Linshof ein aufwendig hochgezogener Streich eines 16-jährigen steckt.

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Christian liebt Technik nicht nur in der Mobilfunk-Welt, sondern auch überall dort, wo Feuerwehr-Fahrzeuge und Flugzeuge zum Einsatz kommen. Als Geschäftsführer von inside handy hat der "Chefkoch" nicht nur stets das große Ganze im Blick, sondern ist auch Herr der Finanzen und spendabler Gönner, wenn es um Grillgut für das nächste Team-Event geht. Das Geschehen rund um das Geißbockheim verliert er dabei nie aus den Augen. Aber wenn man gleich zwei Dauerkarten des 1. FC Köln sein Eigen nennen kann, darf man diesbezüglich wohl auch nichts verpassen.

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