Günstiges Android-Tablet mit Multimedia-Schwächen

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LG G Pad 8.0
Bildquelle: inside-handy.de

Verarbeitung und Design

An die gute Verarbeitung und das hochwertige Design des LG G Pad 8.3 kommt das G Pad 8.0 zwar nicht heran; es macht aber, gerade in Bezug auf den Preis von deutlich unter 200 Euro, eine sehr gute Figur. Die Rückseite besteht aus griffigem Kunststoff und ist nach vorne hin abgerundet. Somit entsteht kein Rahmen, was der Haptik gut tut. Die Größe ist ideal, um das 10 Millimeter flache Gerät in einer Hand halten und mit der anderen Hand bedienen zu können. Dabei geht auch das Gewicht von 340 Gramm in Ordnung – auch wenn ein Xperia Z3 Tablet Compact bei gleicher Größe 70 Gramm weniger auf die Waage bringt. Lediglich der für LG untypisch breite Rand um das Display trübt den guten Gesamteindruck ein wenig.

Die Tasten für die Lautstärkeregulierung und der Ein- und Ausschalter befinden sich an der rechten Flanke und weisen allesamt einen angenehmen Druckpunkt auf. An der oberen Kante verbirgt sich hinter einer Klappe der Einschub für Micro-SD-Karten. Die Rückseite zieren eine Kamera im oberen Drittel und zwei Lautsprecher am unteren Rand. Alles wirkt stimmig und solide. Auch wenn es schon mal dazu kommen kann, dass das Gehäuse bei festerem Zugreifen oder Verwinden einige Knarzgeräusche von sich gibt.

LG G Tab 8.0: Hands-On-Fotos

Display

Das 8 Zoll große IPS-Display des LG G Pad 8.0 bringt es auf 800 x 1.280 Bildpunkte und eine Pixeldichte von 189 ppi. HD-Inhalte sind für das Tablet also kein Problem. Dennoch hätte ein Full-HD-Display dem Tablet gut getan. Zwar sieht man bei einem normalen Abstand zwischen Auge und Tablet in der Hand (ca. 50 Zentimeter) keine einzelnen Pixel. Nähert man sich aber dem Bildschirm, werden bereits bei den App-Icons ausgefranste Ränder sichtbar. Bei einem Preis von 170 Euro ist das aber Meckern auf hohem Niveau.

Die Farbdarstellung ist sehr gut – ebenso der Weiß- und Schwarzwert. Auch die Blickwinkelstabilität ist so gut, dass man Texte gut lesen kann, wenn das Tablet gekippt wird. Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend, allerdings fehlt es dem G Pad 8.0 an einer automatischen Helligkeitsregelung.

Ausstattung und Leistung

Für die nötige Power soll beim G Pad 8.0 ein Snapdragon 400 sorgen – ein Quad-Core-Prozessor, dessen Kerne mit 1,2 GHz takten. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 1 GB. Gemeinsam sorgen die Komponenten für eine angenehm flüssige Bediengeschwindigkeit. Ruckler treten äußerst selten auf. Die Ladezeiten könnten aber etwas kürzer ausfallen. Im AnTuTu-Benchmarktest kommt das Tablet auf 18.650 Punkte und sortiert sich in der Mittelklasse ein.

LG G Pad 8.0 im AnTuTu-Benchmarktest
Bildquelle: inside-handy.de

Der interne Speicher ist 16 GB groß. Davon bleiben dem Nutzer nach Abzug der Systemdateien noch etwa 9 GB – immer noch genug um ordentlich Apps und Daten auf dem Tablet zu speichern. Wem das nicht reicht, der hat die Möglichkeit, den Speicher mittels Micro-SD-Karte zu erweitern.

Das LG G Pad 8.0 ist sowohl als WLAN- als auch als LTE-Version zu haben. Für letztere muss der Käufer rund 80 Euro mehr springen lassen. Dafür kann die LTE-Variante auch für Gespräche via Mobilfunk genutzt werden. Leider ist kein Micro-HDMI-Anschluss an Bord, der eine einfache Kopplung zum TV-Gerät oder einem anderen Bildschirm hätte herstellen können.

Weitere Verbindungsmöglichkeiten des LG G Pad 8.0:

Feature

Ja Nein Funktion
LTE (optional)   Mobilfunkstandard, Down-max 300 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n

Kamera

Tablets sind nicht unbedingt Kameraspezialisten – auch wenn einige Nutzer sie mit zu Konzerten schleppen, um die Band damit zu fotografieren und Besucher hinter sich zwingen, auf das Display des Tablets zu gucken. Auch die Fotos, die man mit der 5-Megapixel-Kamera des G Pad 8.0 geschossen hat, sind schlechter, als die, die man mit einer 5-Euro-Einwegkamera machen kann – selbst bei guten Lichtverhältnissen. Die Kamera des G Pad kommt bei Weitem nicht an die Kameras der Smartphones von LG heran. Die Koreaner hätten somit auf dieses Bauteil verzichten und das Tablet damit noch ein paar Euro günstiger anbieten können.

LG G Tab 8.0: Kamera-Testfotos

Bei schlechterem Licht nimmt die Qualität der Bilder weiter ab und es werden matschige und verwaschene Fotos erzeugt, die ein deutliches Farbrauschen aufweisen. Am liebsten würde man sämtliche Bilder nach der Aufnahme sofort wieder löschen.

Auf einen LED-Blitz hat LG ebenso verzichtet, wie auf eine gute Frontkamera. Diese löst mit 1,3 Megapixel auf und reicht höchstens dafür aus, ein künstlerisch verschwommenes Selbstporträt durch das Internet an einen Verwandten zu transportieren.

Die Einstellungsmöglichkeiten der Hauptkamera sind minimal: Hier gibt es lediglich die Chance auf ein halbwegs brauchbares Panorama-Foto.

Software und Multimedia

Als Betriebssystem findet Android Verwendung. LG setzt hierbei auf die Version 4.4.2 und bespannt es mit einer eigenen Nutzeroberfläche. Die Koreaner bestücken das G Pad mit angenehm wenig Bloatware (Apps) und die Anwendungen, die vorinstalliert sind, lassen sich deinstallieren. Somit bleiben, wenn man den Speicher radikal ausmistet, nur die nicht deinstallierbaren Google-Apps übrig.

LG G Tab 8.0: Screenshots Android und Nutzeroberfläche

Des Weiteren erlaubt die App QPair, die gegenüber dem G Pad 8.3 verbessert wurde, sein Smartphone via Bluetooth mit dem Tablet zu koppeln und Anrufe, die auf dem mit dem G Pad verbundenem Smartphone eingehen, direkt vom Tablet zu beantworten. Ebenso empfängt man Benachrichtigungen und Nachrichten, die auf dem Smartphone eingehen, auch auf dem Tablet.

Wer Interesse an diesen Funktionen hat und zudem ein Android-Smartphone (ab Android-Version 4.3) besitzt, kann sich die QPair-App im Google PlayStore kostenlos herunterladen.

Außerdem gibt es am unteren Bildschirmrand neben den Tasten „Zurück“, „Home“ und „Multitasking“ einen vierten virtuellen Button. Dieser öffnet die Funktion „Dual Window“ die es möglich macht, zwei Apps gleichzeitig auf dem Display anzeigen zu lassen.

Dual-Windows-Funktion auf dem LG G Pad 8.0
Bildquelle: inside-handy.de

Auf der Rückseite befinden sich zwei Lautsprecher – meint man, da zwei Gitter sichtbar sind. Allerdings ist einer der beiden eine Attrappe und sorgt lediglich für eine hübsche Symmetrie. Der andere erfüllt den Zweck, Töne aus dem Tablet heraus zu befördern. Allerdings befindet sich dieser an einer Position, an der auch die rechte Hand das Tablet umschließt, wenn man das Gerät im Querformat hält und dem Schall den Weg nach draußen versperrt. Ähnlich verhält es sich, wenn man das G Pad flach auf den Tisch legt. Der Ton wird deutlich leiser. Apropos Ton: Dieser ist so schlecht, dass man nicht weiß, ob es sich bei dem abgespielten Lied um eine Aufnahme aus einem Tonstudio handelt oder um einen Mittschnitt eines Konzerts, der mit dem G Pad durchgeführt wurde, während man ein verwackeltes und verrauschtes Video aufgezeichnet hat. Gerade bei einem Tablet erwartet man etwas bessere Lautsprecher als in einem Smartphone, da Medieninhalte eine wohl wesentlich größere Rolle spielen. Da hilft auch ein integrierter Equalizer nur wenig.

Akku

Die Akkuladung beläuft sich auf 4.200 mAh. Doch was bedeutet diese Zahl in der Praxis? Im Test musste sich die Batterie bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS sowie E-Mail-Push und 60-prozentiger Helligkeit 30 Minuten Musikhören per Webstream, 30 Minuten Spielen, einer 30-minütigen Video-Wiedergabe über YouTube und einer halben Stunde im Internet surfen stellen. Hinzu kam die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos und Benchmarktests.

Am Ende dieses anspruchsvollen 8-stündigen Arbeitstages blieben dem G Pad 8.0 noch 77 Prozent. In einer 16-stündigen Standby-Phase verlor der Akku 5 Prozentpunkte und es blieben nach einem ganzen Tag 73 Prozent übrig. Diese Werte gehen in Ordnung und stehen einem iPad mini 3 in Nichts nach.

Akkulaufzeit des LG G Pad 8.0
Bildquelle: inside-handy.de

Wer noch ein paar Prozentpunkt mehr herauskitzeln möchte, kann Blutetooth abschalten und in den Einstellungen des Tablets den Energiesparmodus einschalten. Dieser sorgt dafür, dass ab einer Ladung von unter 30 Prozent wahlweise die Helligkeit reduziert oder das WLAN und die automatische Synchronisation ausgeschaltet wird.

Fazit

LG zeigt mit dem G Pad 8.0, dass man ein flüssig laufendes Android-Tablet bauen kann, welches kein riesiges Loch im Portemonnaie hinterlässt. Die Einsparungen werden aber im Laufe der Zeit spürbar. So ärgert man sich beispielsweise beim Abspielen von Medieninhalten über einen miserablen Sound. Wird man von der anwesenden Kamera dazu verleitet, einen Schnappschuss zu machen, wird man ebenfalls traurig auf ein matschiges und farbverrauschtes Foto blicken.

Auf der anderen Seite hält der Akku gut durch, die von LG vorinstallierten Apss lassen sich deinstallieren und der Speicher ist groß genug. Außerdem kann das Display HD-Inhalte wiedergeben, was bei dieser Größe und einem Preis von 170 Euro durchaus in Ordnung ist.

Pro

  • Gute Akkulaufzeit
  • Flüssige Bedienung
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Schlechte Kamera (vorne und hinten)
  • Miserabler Sound
  • keine automatische Helligkeitsregelung

Bildquellen:

  • LG G Pad 8.0: inside-handy.de
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Blasius liebt Technik, Musik und Fotografie. Während er sich bei technischen Themen für Innovationen begeistert, greift er beim Musizieren auf die Old-School-Akustikgitarre und für großartige Fotos auf die klassische Spiegelreflexkamera zurück. Er ist nicht nur im Privatleben ein Familienmensch, sondern als stellvertretender Chefredakteur auch eins der Oberhäupter der Redaktion. Blasius rechnet Handypreise zwar immer noch in D-Mark um, doch seine ruhige, ausgeglichene, kreative Art und sein Einsatz von immer treffenden und humorvollen GIFs, lassen darüber hinwegsehen.

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