Neue Details zu Netzmodernisierung und LTE-Ausbau von Vodafone

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Vodafone Campus Düsseldorf
Bildquelle: Vodafone Deutschland
Es war ein massives Image-Problem, mit dem sich Vodafone in den zurückliegenden Monaten konfrontiert sah. Das einst hochgelobte Mobilfunknetz musste sich immer wieder starker Kritik stellen, weil Gespräche überdurchschnittlich oft abbrachen oder mobile Datenverbindungen weit davon entfernt waren, mit einem Geschwindigkeitsrausch zu überzeugen. Vodafone reagierte und kündigte Milliardeninvestitionen an - die sich langsam auszahlen.

„Wir rüsten mit Volldampf weiter alle großen Städte auf“, sagte Technikchef Eric Kuisch im Rahmen des Vodafone Innovation Days gegenüber inside-handy.de. Mit den angestoßenen Verbesserungen, befinde man sich voll auf Kurs. „Wir verzeichnen bereits jetzt eine deutliche Verbesserung in Bezug auf die Abbruchrate bei mobilen Telefonaten. In einzelnen Regionen erreichen wir aktuell so gute Werte wie noch nie“, so Kuisch. Vodafone plant, bis Anfang 2016 die Netztechnik in den 80 größten deutschen Städten zu aktualisieren, um die aus der Vergangenheit gewohnte Netzqualität des alten D2-Netzes wieder herstellen zu können. In 55 Städten ist die Modernisierung bereits abgeschlossen.

“Wir konzentrieren uns aber nicht nur auf die Modernisierung unseres Netzes, sondern treiben auch den LTE-Ausbau weiter voran.” Das gelte nicht nur für die Großstädte, sondern auch für den ländlichen Raum und so genannte „points of interest“ (POI) wie Flughäfen, Bahnhöfe oder andere stark frequentierte Orte. GSM- und UMTS-Netz gleichzeitig zum LTE-Ausbau zu modernisieren werde in diesem Zusammenhang aber vermieden. „Würden wir an einer Basisstation parallel die 2G- und 3G-Technik aktualisieren und dazu direkt 4G-Technik implementieren, hätte das vor Ort einen Ausfall der Station von etwa 20 Stunden zur Folge.“ Bei einer schrittweisen Umrüstung reduzieren die die Ausfallzeiten deutlich auf etwa drei Stunden.

Flächendeckendes LTE-Netz vorgesehen

Bis Mitte kommenden Jahres will Vodafone etwa 90 Prozent des deutschen Netzes mit LTE versorgen können, dann sei aber noch lange nicht Schluss. Der LTE-Ausbau werde weitergehen, damit in der finalen Ausbaustufe nahezu fast flächendeckend LTE genutzt werden könne – mit VoLTE auch für Sprachverbindugen. Dort, wo aus topografischen Gründen kein LTE zur Verfügung gestellt werden kann, sollen aber trotzdem hohe Bandbreiten für mobile Internetverbindungen zur Verfügung stehen. Entlang der deutschen Autobahnen sollen Vodafone-Kunden in ganz Deutschland ab Mitte 2016 mit mindestens 3 Mbit/s das mobile Internet nutzen können.

Während eine solche Übertragungsgeschwindigkeit bei mobilen Breitband-Verbindungen in der Regel ausreiche, verlangen Kunden im Festnetz inzwischen sehr viel mehr. „Mit 3 Mbit/s sind unsere Kunden im Festnetz nicht mehr zufrieden. Etwa 10 bis 14 Mbit/s im Downstream werden heutzutage als Standard erwartet“, so Kuisch. Um diesen Anspruch bedienen zu können, sei es denkbar, dass Vodafone auch im Privatkundengeschäft mit anderen Partnern als der Deutschen Telekom zusammenarbeite.

Außerdem bleibe LTE als Fallback-Lösung auch im Festnetzgeschäft ein Thema. „Rund 300.000 unserer Kunden surfen zu Hause über LTE im Internet““, sagte Kuisch und ergänzte: „Das spielt aber in erster Linie auf dem Land eine Rolle. In der Stadt ist ein LTE-Breitband-Anschluss kaum gefragt.“

LTE Broadcast für neue Mobilfunk-Erlebnisse

Eine wichtige Rolle wird für Vodafone in Zukunft auch LTE Broadcast werden, wo über ein spezielles Frequenzspektrum zum Beispiel Videosignale übertragen werden können, ohne das Inklusivvolumen der gebuchten Daten-Flatrate zu belasten. Verschiedene Kameraperspektiven landen so zum Beispiel bei Sport-Events oder Konzerten direkt auf dem Smartphone und können für ein verbessertes Nutzererlebnis sorgen.

Außerdem soll LTE Broadcast die Arbeit von Feuerwehr oder dem zum Beispiel bei Hochwasser oder einer Bombenentschärfung herbeigerufenen Katastrophenschutz verbessern. Bilder von einer Helmkamera können ohne Verzögerung auf mobile Endgeräte in der Einsatzzentrale gesendet werden. Zu den ersten Geräten, die LTE Broadcast unterstützen, zählt zum Beispiel das iPad Air 2. Weitere Geräte sind in Asien bereits verfügbar und werden im Laufe der nächsten Monate auch nach Europa kommen.

NEC mit einem ersten LTE-Radio.
Bildquelle: inside-handy.de

Zuküftig sollen zudem auch Autoradios über LTE-Antennentechnik verfügen, um mehr Auswahl bei der musikalischen Unterhaltung bieten zu können.

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