Erster Eindruck vom feurigen Amazon-Smartphone

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Amazon Fire Phone
Bildquelle: inside-handy.de
Im Juni dieses Jahres hat Amazon mit dem Fire Phone sein erstes Smartphone auf den Markt gebracht. Seit dem Marktstart in Deutschland Ende September hat es viel Kritik einstecken müssen, die offenbar jedoch nicht der technischen Ausstattung zuzuordnen ist. Die inside-handy.de-Redaktion wird das Amazon-Smartphone in den nächsten Tagen genau unter die Lupe nehmen um herauszufinden, wo die Schwachpunkte des Fire Phones liegen.

Verarbeitung und Design

Bereits bei dem ersten Kontakt mit dem Fire Phone von Amazon fällt eine Sache besonders auf: das Gewicht. Mit seinen 160 Gramm bei einem 4,7 Zoll großen Display ist das Fire Phone ein ganz schöner Brocken. Ein solches Gewicht entspricht nicht mehr dem derzeitigen Standard, auch wenn das hohe Gewicht unter anderem der beidseitigen Gorilla Glass-Beschichtung zuzuordnen ist. Zudem ist es mit einer Tiefe von 8,9 Millimetern nicht sonderlich flach, was den klobigen Gesamteindruck bestärkt. Auch wenn die restliche, aus Kunststoff bestehende, Verarbeitung insgesamt in Ordnung geht und sich keinerlei Spaltmaße finden lassen, so kann dem Fire Phone ganz sicher nicht ein Oscar für die schönste und hochwertigste Verarbeitung verliehen werden. Ebenfalls stellt sich die Frage, ob man als Kunde, nachdem man rund 450 Euro für das Fire Phone auf den Tisch gelegt hat, ständig Werbung für Amazon machen möchte. Denn auf der Rückseite prangt ein dickes Amazon-Logo, das nicht zu übersehen ist. Natürlich versehen auch andere Hersteller ihre Smartphones mit ihren Logos, jedoch ist das Amazon-Logo überdimensional groß und wirkt fast wie ein Sponsoring.

Amazon Fire Phone: Hands-On

Zur Anordnung der Tasten: Auf der Vorderseite befindet sich lediglich ein Home-Button in einer ovalen Form wie man es von den Galaxy-Smartphones aus dem Hause Samsung kennt. Während auf der rechten Seite keine Tasten zu finden sind, ist die linke Seite voll von Bedienelementen. Links oben ist eine Lautstärkenwippe zu finden und direkt darunter der eine Kamera-Taste. Im unteren Drittel der linken Seite ist außerdem noch der SIM-Karten-Slot zu finden. Davon ausgehend, dass nur circa 10-15 Prozent der Weltbevölkerung Linkshänder sind, ist diese einseitige Verteilung der Tasten auf der linken doch etwas kritisch zu sehen. Schließlich ist das Fire Phone mit seinem 4,7 Zoll Display gerade noch so handlich genug, um es auch mal nur mit einer Hand zu bedienen. Bei vielen Menschen ist dies die rechte Hand. Greift man also mit der rechten Hand an das Fire Phone, so hat man mit dem rechten Daumen den größten Spiel- und Bewegungsfreiraum. Ohne Probleme ließe sich eine Kamera-Taste oder eine Lautstärken-Wippe auf der rechten Seite bedienen. Eine Bedienung mit dem um das Smartphone greifende Zeigefinger auf der linken Seite fällt dem Nutzer wesentlich schwieriger, da es wie bereits erwähnt auch ziemlich breit ausfällt.

Display, Ausstattung und Leistung

Mit einem Preis ohne Vertrag von derzeit 449 Euro für die 32 GB- und 549 Euro für die 64 GB-Speicher-Variante ordnet sich das Fire Phone bereits in der Oberklasse der Smartphones an. Beim Display hinkt es mit seiner 1.280 x 720 Pixel starken HD-Auflösung jedoch etwas hinterher. Eine Full-HD-Auflösung ist in diesem Preissegment mittlerweile eigentlich bereits Standard. Beim Prozessor und Arbeitsspeicher ist das Fire Phone wiederum sehr solide aufgestellt. Angefeuert wird es von einem Snapdragon-800-Quad-Core-Prozessor, dessen vier Kerne auf 2,2 GHz takten. Der Arbeitsspeicher ist 2 GB groß.

Beim internen Speicher hat der Nutzer beim Kauf die Wahl zwischen zwei Varianten mit einem 32 oder 64 GB großen Speicher, die sich preislich um stolze 100 Euro unterscheiden. Per Micro-SD-Karte ist der interne Speicher nicht erweiterbar. Der Nutzer hat lediglich Zugriff auf einen unendlich großen Amazon-Cloud-Speicher für die Amazon-eigenen Inhalte und die eigenen Fotos. Die Akkukapazität bemisst sich auf 2.400 mAh und an Kameras sind eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2,1-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite mit an Bord.

Als Betriebssystem kommt zwar Googles Android zum Einsatz, allerdings hat Amazon das Betriebssystem derart angepasst, dass man nur noch eine sehr geringe Ähnlichkeit zum Original feststellen kann. Amazon nennt sein System Fire OS, das in der Version 3.5 auf dem Fire Phone Anwendung findet. Mittlerweile ist aber bereits ein Update auf Fire OS 3.5.1 verfügbar.

Außerdem integriert Amazon als erster Hersteller vier Infrarotsensoren in seinem Fire Phone. Das Gerät erkennt somit, in welchem Abstand und Winkel sich der Kopf vor dem Smartphone befindet und zeigt Objekte auf dem Display so an, dass diese dreidimensional wirken.

An der guten technischen Ausstattung lässt sich bereits jetzt schon erkennen, dass diese nicht der Grund für die sehr schlechte Sternchen-Bewertung auf Amazon für das Fire Phone sein kann. Diese lässt sich vielmehr auf den vorhanden SIM-Lock zurückführen, die das Fire Phone mit sich bringt. Denn das Smartphone lässt sich derzeit in Deutschland ausschließlich mit einer SIM-Karte und einem Laufzeitvertrag von der Deutschen Telekom nutzen. Wer das Gerät mit einer SIM eines anderen Anbieters nutzen möchte, muss knapp 100 Euro Aufpreis für eine Aufhebung des SIM-Locks zahlen und so mindestens 549 Euro für das Fire Phone auf den Tisch legen.

Der vollständige Testbericht wird am morgigen Mittwochnachmittag auf inside-handy.de zu finden sein.

Das Amazon Fire Phone im Überblick

  • Display: 4,7 Zoll, 720 x 1.280 Pixel
  • Prozessor: Quad-Core, 2,2 GHz, Snapdragon 800
  • Speicher: 2 GB RAM / 32 /  64 GB intern, unendlich großer Amazon-Cloud-Speicher
  • Kamera: 13 MP / 2,1 MP
  • OS: Android / Fire OS 3.5
  • LTE: ja
  • Akku: 2.400 mAh
  • Größe und Gewicht: 139 x 67 x 8,9 mm / 160 g

Bildquellen:

  • Amazon Fire Phone: inside-handy.de
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