Amazon muss wegen Fire Phone Millionen abschreiben

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Amazon Fire Phone
Bildquelle: Amazon / Telekom
Der Schritt, mit dem Fire Phone ein eigenes Smartphone zu vertreiben, zahlt sich für Amazon (noch) nicht aus. Der Weltmarktführer unter den Onlineshop-Betreibern musste anlässlich der am Donnerstagabend vorgelegten Quartalszahlen bekannt geben, eine dreistellige Millionensumme aus dem Smartphone-Geschäft abschreiben zu müssen.

Umgerechnet 134 Millionen Euro müssen von Amazon aus den Bilanzen herausgerechnet werden, da sich das Telefon offenbar bei Weitem nicht so gut verkauft wie von Konzernchef Jeff Bezos erhofft. Analysten sprechen bereits von einem Megaflop, den sich Amazon mit seinem Fire Phone eingehandelt hat. Hinzu kommt, dass der Internetriese noch auf Restbeständen des Smartphones im Wert von rund 70 Millionen Euro sitzt und nicht klar ist, ob sich alle Geräte überhaupt verkaufen lassen.

Die Zahlen belegen, dass es Amazon anders als bei seinen Fire-Tablets und E-Book-Readern noch nicht gelungen ist, die eigenen Kunden von den Vorzügen des Smartphones zu überzeugen. Zu punkten versucht Amazon unter anderem mit mehreren auf der Vorderseite integrierten Kameras, die in Apps für 3D-Effekte sorgen sollen. Zudem gibt es hausgemachte Probleme.

Gerät funktioniert standardmäßig nur mit Telekom-SIM-Karte

In rund 600 Bewertungen, die von Nutzern auf der deutschen Seite abgegeben wurden, erhält das Telefon gerade einmal 1,6 von 5 maximal möglichen Sternen. Die schlechten Bewertungen kommen allerdings in erster Linie nicht wegen einer schlechten Ausstattung zustande, sondern weil viele Nutzer sich über den vorhandenen SIM-Lock beschweren. Das Telefon funktioniert ausschließlich mit einer SIM-Karte von der Deutschen Telekom. Wer das Gerät mit einer SIM eines anderen Anbieters nutzen möchte, muss knapp 100 Euro Aufpreis zahlen und so mindestens 549 Euro für das Smartphone auf den Tisch legen.

Insgesamt machte Amazon zwischen Juli und September einen Umsatz in Höhe von 20,6 Milliarden US-Dollar und verbuchte einen Verlust von 437 Millionen Dollar. Die Redaktion von inside-handy.de wird das Fire Phone in der kommenden Woche einem ausführlichen Test unterziehen, um herauszufinden, wie sich das Gerät im Vergleich zu anderen Smartphones schlägt.

Quelle:Amazon

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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