Sony SmartBand SWR10 im Test

10 Minuten
Smartband
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Uhren, Armbänder und mehr: Die sogenannten Wearables sind der Mobilfunk-Trend im Jahr 2014. So gut wie jeder Hersteller versucht derzeit, sich mit einem Gadget fürs Handgelenk in Stellung zu bringen. Sony will mit dem SmartBand SWR10 vor allem Kunden überzeugen, bei denen Fitness, Musik und ein gesunder Schlaf im Vordergrund stehen. inside-handy.de hat das Armband getestet.

Optik, Haptik und Tragekomfort

Der erste Eindruck fällt positiv aus. Das SmartBand SWR10 ähnelt einem sportlichen Armband und ist gut und solide verarbeitet. Das Silikonband ist sehr flexibel und weich und passt sich dementsprechend gut an das Handgelenk an. Mit seinen 21 Gramm ist es insgesamt sehr leicht und angenehm zu tragen, es behindert den Träger nicht im Alltag. Dadurch, dass es nach IP58 wasserdicht ist, muss der Nutzer auch nicht sonderlich darauf achten, dass es nicht mit Wasser in Kontakt kommt und kann es auch beim Duschen tragen.

Die Oberfläche des Bandes ist leicht geriffelt, die Innenseite ist glatt. Der sogenannte Core, welcher das Herzstück des SmartBands bildet, ist entfernbar und kann einfach in das Band integriert werden. Das Armband ist insgesamt 18,5 mm schmal und wird in zwei Größen geliefert. Das kürzere Armband hat eine Länge von 214 mm und das lange Armband ist 250 mm lang. Es ist praktisch, dass zwei Größen vorhanden sind, da so jeder individuell die passende Größe einstellen kann. Die Weite der Bänder kann zusätzlich noch manuell mit einem Metallknopf am Armband verstellt werden. Der Verschluss ist einfach zu bedienen. Es handelt sich um zwei Noppen, die in die Löcher des Armbands einrasten. Das SmartBand hat keinen Display. Es wird lediglich mit einer Taste und einer Tapping-Funktion bedient. Drei LED Kontrollleuchten zeigen dem Nutzer an, welche Funktion aktiv ist.

Aufgrund des schlichten Designs kann man das SmartBand mit fast jedem Outfit kombinieren. Man muss es natürlich mögen, ständig ein Armband zu tragen. Das Band ist in neun unterschiedlichen Farben erhältlich, die Bänder kann man separat zu dem Core kaufen. Passend zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gibt es eine Brazil Edition in Grün/Gelb.

Ein Nachteil ist, dass das Silikonband Staub anzieht, also wird vor allem das schwarze Armband schnell schmutzig. Wenn man das Band aber unter Wasser hält, wird es relativ schnell sauber.

Die allgemeinen technischen Daten des Sony SmartBands SWR10:

  • ARM Cortex-Mo 32 bit Prozessor
  • 16 KB Ram
  • 256 KB interner Speicher
  • Länge der Bänder: S: 214 mm; L: 250 mm
  • Größe des Core: 40,7 x 15,3 x 7,8 mm
  • wasserdicht nach IP58
  • kompatibel mit allen Smartphones ab Android Version 4.4 (Bluetooth 4.0)

Sony Smartband SWR10

Einrichtung des SmartBands

Zur Nutzung des SmartBands empfiehlt Sony die App Lifelog. Diese App ermöglicht die Darstellung der aufgezeichneten Daten und man kann einen Tag in einer Art Zeitraffer wiedergeben, um sich ihn wieder in Erinnerung zu rufen. Die SmartBand-App und die Smart Connect-App braucht man auf jeden Fall zur Nutzung des SmartBands.

Welche Apps notwendig sind erfährt der Nutzer auf der Website von Sony, nicht aber in dem Material, welches mit dem SmartBand geliefert wird. Der Test hat ergeben, dass der Nutzer das Band zuerst mit dem Smartphone verbinden muss und dann die erforderlichen Apps heruntergeladen werden. Diese Reihenfolge geht aber aus den beiliegenden Beschreibungen nicht hervor.

Vor der ersten Benutzung muss der Core geladen werden. Woran der Nutzer erkennt, dass der Akku aufgeladen ist, wird nicht beschrieben. Wenn man es ausprobiert, erkennt man, dass erst eine LED blinkt und wenn der Core vollständig aufgeladen ist, die LED durchgehend leuchtet. Die einzige Information, die der Nutzer erhält ist, dass der Core mindestens eine halbe Stunde laden muss. Teilweise dauert die vollständige Ladung allerdings fast eine Stunde.

Es wird keine ausführliche Beschreibung, wie man an die Einrichtung des SmartBands SWR10 herangeht, mitgeliefert. Der Nutzer muss einfach etwas herumprobieren, denn völlig selbsterklärend ist die Einrichtung zunächst auch nicht. Unter dem mitgelieferten Material gibt es eine Beschreibung in Form von drei Bildern, die aber nicht sehr aussagekräftig ist. Hinweise, wie das Armband gepflegt werden muss, sind allerdings vorhanden. Eine etwas ausführlichere Bedienungsanleitung findet man auf der Website von Sony.

Innerhalb der SmartBand-App tauchen dann die ersten ausführlichen Erklärungen zur Nutzung des SmartBands auf. In der SmartBand-App gibt es auch den Punkt Online-Bedienungsanleitung. Möchte man darauf zugreifen, heißt es jedoch, dass die App beendet ist, die Bedienungsanleitung kann man sich also nicht online anschauen.

Die App Lifelog
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Bei der Lifelog-App muss sich der Nutzer vor Gebrauch anmelden. Zur Anmeldung wird entweder ein neues Konto benötigt oder der Nutzer kann sich mit seinem Playstation-Network-Konto anmelden. Als Angaben werden der Name, die Größe und das Gewicht erfragt, damit später der Kalorienverbrauch berechnet werden kann.

Die Einrichtung erfolgt leider etwas umständlich. Man erfährt erst im Nachhinein, dass man das SmartBand erst verbinden muss und dann tauchen die benötigten Apps auf. Die Verbindung zwischen dem SmartBand und dem Smartphone funktionierte auf Anhieb.

Bedienung und Anwendung

Welche Funktionen genau bei dem SmartBand integriert sind, erfährt man in der SmartBand App, da man dort die einzelnen Einstellungen vornimmt. Unter den Einstellungen kann der Nutzer bestimmen, auf welche Benachrichtigung des Smartphones das Band reagieren soll. In der Lifelog-App zeigen einem kleine runde Symbole welche Funktionen man über den Tag verteilt genutzt hat. Je größer das Symbol ist, desto länger hat man diese Funktion verwendet. So kann man später sehen, wann man Musik gehört hat oder ein Foto gemacht hat. Sobald das Armband eingerichtet ist, ist die weitere Bedienung recht intuitiv.

Lifelog App
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Zunächst gibt es einen Tag- und einen Nachtmodus. Diesen kann man manuell oder automatisch einstellen. Vibrationen des Bands bei Anrufen und Nachrichten werden im Nachtmodus eingestellt. Sobald der Nachtmodus aktiviert ist zeichnet die App auf, wie der Schlaf des Nutzers verläuft. Man kann also nachvollziehen, wann man sich in der Tiefschlafphase und wann in der Leichtschlafphase befand. Aufgrund dieser Daten funktioniert auch die Funktion „Sanfter Wecker“. Mit dieser Funktion wird der Nutzer innerhalb eines von ihm vorher angegebenen Intervalls geweckt, während er sich in einer Leichtschlafphase befindet. Wenn man den Wechsel manuell einstellt, muss man daran denken, den Modus umzustellen, da sonst die Aufzeichnungen nicht richtig sind. Wählt man den automatischen Wechsel, muss man auch zu dem eingestellten Zeitpunkt schlafen gehen. Vergisst der Nutzer, vom Nachtmodus in den Tagmodus umzustellen, zeichnet die App auf, dass er den ganzen Tag schläft.

Das sanfte Vibrieren ist eine angenehme Form des Weckens, aber zunächst ungewöhnlich. Anders als man denkt, wird man von dem Vibrieren wirklich wach. Im Schlaf stört das Armband nicht, da es angenehm zu tragen ist. Ob man mit wirklich fitter ist, da man angeblich in einer Leichtschlafphase geweckt wird, ist eine andere Frage.

Die App Lifelog
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In Bezug auf den Mediaplayer wird das SmartBand zu einer Art Fernbedienung. Um den Mediaplayer zu starten, drückt man einmal die Taste des Armbands und tippt einmal auf das Band. Aus der Beschreibung in der SmartBand-App geht hervor, dass ein weiteres Tippen den ersten Song startet. Wenn der Nutzer zweimal tippt, schaltet er einen Titel weiter. Bei dreimaligem Tippen springt er einen Song zurück. Allerdings ist Tippen eine falsche Bezeichnung. Man muss sein Handgelenk teilweise fast zerdrücken und erstmal eine spezielle Tipptechnik entwickeln, damit das SmartBand die richtige Einstellung vornimmt oder überhaupt reagiert.

Damit der Nutzer weiß, dass er im Mediaplayer-Modus ist, leuchten alle drei Kontrollleuchten. Wenn er das Band eine Weile nicht bedient, muss er wieder durch Tastendruck in den Modus zurückkehren. Tippt man einmal auf das Band, pausiert die Musik und man kann dann mit einem Tastendruck den Musik-Modus verlassen. Zwischenzeitlich wird der Modus aber auch so beendet, wenn das Band falsch reagiert. Diese falschen Reaktionen können den Nutzer irritieren, wenn sich sein Handy in der Tasche befindet.

Wird der Nutzer, während er Musik hört, angerufen, ertönt der Klingelton über die Kopfhörer. Nimmt er aber nicht ab und der Anrufer legt auf, wird die Musik viel lauter als vorher abgespielt. Es ist aufgrund dieser Tücken fast einfacher, das Handy aus der Tasche zu holen, als es über das Band zu bedienen.

Eine Bookmark-Funktion hat das SmartBand ebenfalls. Wenn der Nutzer ein besonderes Ereignis markieren möchte, drückt er zweimal die Taste am Armband und setzt in dem Augenblick eine Markierung. Diese muss über das Smartphone beschriftet werden. Diese Funktion läuft gut und funktioniert sowohl, wenn das SmartBand mit dem Smartphone verbunden ist als auch, wenn es sich im Offline-Modus befindet. Generell zeichnet der Core auch ohne Verbindung zum Smartphone die Tätigkeiten des Nutzers auf. Die App aktualisiert sich dann, sobald das Band wieder verbunden ist. Die Daten können bis zu fünf Tage auf dem Core gespeichert werden.

Die App Lifelog
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Auch der Kalorienverbrauch pro Tag wird mittels des Sony SmartBands SWR10 und der App Lifelog berechnet. Dies geschieht anhand der Schritte, die man zurückgelegt hat oder, wenn man joggen war. Hier kann auch ein Tagesziel festgelegt werden, welches erreicht werden soll. Die App bietet dann eine gute Orientierung, wie viel der Nutzer beispielsweise noch laufen muss, um das Ziel zu erreichen.

Der Kalorienverbrauch in der Lifelog-App startete nach der Installation allerdings bereits bei 753 Kalorien. Die App hat auch bereits 28 Schritte gezählt. Ansonsten werden die Schritte, soweit man es nachvollziehen kann, zuverlässig und realistisch gezählt. Wichtig hierbei ist aber die Armbewegung. Hält der Arm beispielsweise eine Tasche fest, kann es zu falschen Messungen kommen.

Wasserdicht ist das SmartBand auch. Es kann also problemlos beim Duschen getragen werden ohne, dass es beschädigt wird. Die Funktionen liefen nachher noch einwandfrei. Der Core sollte trotzdem nicht ohne Verbindung zum Band unter Wasser gehalten werden, da das Band den Micro-USB-Anschluss des Trackers schützt.

Die Verbindung zum Smartphone bricht leider häufiger ab oder das Band vibriert teilweise auch ohne ersichtlichen Grund.

Man weiß nicht, wie präzise die Kalorienverbrauch-Messung ist und wie genau die Schritte gezählt werden. Auch die Musik-Steuerungsfunktion läuft nicht einwandfrei. Es ist aber interessant zu sehen, wie viel man am Tag ungefähr gelaufen ist und was man verbraucht hat. Auch die Weckfunktion hat sich als angenehm herausgestellt.

Akkulaufzeit

Im alltäglichen Gebrauch hält der Akku des Bands gute fünf Tage, was ziemlich genau der Angabe von Sony entspricht.
Wenn das Armband zwar an ist, aber nicht genutzt wird, hält der Akku knappe sieben Tage. Außerdem hat der Core eine kurze Ladezeit, sodass das SmartBand schnell wieder genutzt werden kann. Ist der Akkustand sehr niedrig, bricht die Verbindung des Bands zum Smartphone schon bei Entfernungen von etwa 10 cm ab.

Fazit

Allgemein ist das SmartBand SWR10 eher eine Spielerei, als dass es wirklich gebraucht wird. Für einen Preis von 99 Euro ist es eine Überlegung wert, ob man es wirklich braucht. Die Einrichtung verläuft nicht optimal und auch die Steuerung der Musik ist verbesserungswürdig. Da ist es oft einfacher, sein Handy aus der Tasche zu holen. Schritt- und Kalorienzähler sind wiederum sehr interessant. Wer gerne ein digitales Tagebuch führen möchte, ist mit dem SmartBand gut bedient. Auch die Akkulaufzeit ist sehr zuverlässig und ausreichend, da es auch zügig wieder aufgeladen werden kann. Störend ist allerdings, dass die Verbindung zum Smartphone häufig abbricht. Kann man sich damit anfreunden, ständig ein Armband zu tragen und nimmt man kleinere Unzulänglichkeiten in Kauf, ist das Sony SmartBand SWR10 ein zuverlässiger Begleiter mit interessanten Funktionen.

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