Erneute Verhandlungen gestartet Telekom: Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint wieder im Gespräch

vom 11.04.2018, 13:52
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Bildquelle: T-Mobile

Sie kamen bislang einfach nicht zusammen: Die geplante Fusion zwischen T-Mobile US und dem Wettbewerber Sprint waren im vergangenen Jahr erneut geplatzt. Doch neues Jahr, neues Glück: Neuen Medienberichten zufolge sollen die US-Unternehmen nun wieder an einem Tisch sitzen und über eine mögliche Fusion verhandeln.

Wie "The Wall Street Journal" und das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Quellen berichten, sollen die Verhandlungen zwischen T-Mobile US und dem amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint wieder aufgenommen worden sein. Wie "The Wall Street Journal" in Erfahrung gebracht haben will, befinden sich die Verhandlungen noch in den Kinderschuhen. Ergo ist noch nicht klar, auf welcher Basis die Unternehmen verhandeln, also welche Konditionen Gesprächsgrundlage sind.

Während die Deutsche Telekom den US-Ableger T-Mobile unter seinen Fittichen hat, besitzt die japanische Telekom Softbank Group mehr als 80 Prozent der Anteile von Sprint. Einigen sich die Unternehmen in dieser neuen Verhandlungsrunde und fusionieren, würden T-Mobile US und Sprint insgesamt fast 100 Millionen Kunden unter sich vereinen. Verizon würde in den USA mit 116 Millionen Kunden nach wie vor auf dem ersten Platz stehen, AT&T würde sich mit 93 Millionen Kunden hinter T-Mobile US und Sprint platzieren. Das ist nun das dritte Mal, dass die Unternehmen innerhalb von vier Jahren über eine Fusion verhandeln. Eine Einigung ist bis dato noch nicht in Sicht.

Rückblick: T-Mobile US - Spielball geplanter Übernahmen und Fusionen

Nachdem T-Mobile US bereits mit AT&T verschmolzen werden sollte, diese Fusion aber im Jahr 2011 an einem Veto der Kartellwächter scheiterte, stand nun eine Fusion mit Sprint, einem deutlich kleineren Mobilfunk-Netzbetreiber, auf der Agenda. Ein einst geplanter Verkauf von T-Mobile US ist inzwischen aber offenbar vom Tisch. Die Telekom wollte vor allem deswegen die unternehmerische Führung im neuen Unternehmen behalten, um das Geschäft von T-Mobile US weiter in der eigenen Bilanz zu konsolidieren.

Pikant an dem damals offenbar gescheiterten Telekom-Plan: 2014 wollte bereits Sprint eine Übernahme von T-Mobile US stemmen. Im vergangenen November wurden die Verhandlungen dann erneut beendet. Wie das "Handelsblatt" seinerzeit berichtete, sei selbst die Telekom von diesem Vorgehen überrascht worden. Die Frage der operativen Kontrolle sei lange ein strittiger Punkt bei den Verhandlungen gewesen, schien aber geklärt zu sein, schrieb die Zeitung. 

Die Telekom hat die heutige US-Tochter T-Mobile 2009 für 28,5 Milliarden US-Dollar gekauft. Die Kräfteverhältnisse an der Börse zwischen T-Mobile US und Sprint sind relativ unausgeglichen: Sprint ist an der Börse derzeit sehr viel weniger wert (knapp 16,69 Milliarden Euro) als T-Mobile US (rund 40 Milliarden Euro) und muss zudem auf einen deutlich höheren Schuldenberg blicken.

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Quellen: Handelsblatt, Handelsblatt, The Wall Street Journal | Bildquelle kleines Bild: Ron Wurzer/AP Images for T-Mobile | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Telekom, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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