iCloud

Hacker sperren Apple-Geräte und fordern "Lösegeld" iPhone-Nutzer per iCloud erpresst

vom 28.05.2014, 13:30

Nicht nur Menschen, sondern auch iPhones können als "Geiseln" genommen werden. Klingt verrückt, hat sich aber genauso in Australien abgespielt. Dort haben sich mehrere betroffene iPhone-Nutzer an den Apple-Support gewendet, nachdem sie über die iCloud-Fernwartungsfunktion "Find My iPhone" / "Find My Mac" / "Find My iPad" erpresst worden waren.

Die Hacker hatten die Apple-Geräte aus der Ferne gehackt und gesperrt, sodass die eigentlichen Nutzer keinen Zugriff mehr darauf hatten. Über die iCloud-Fernwartungsfunktion, mit der das iPhone, iPad oder der Mac gefunden oder entsperrt werden kann, bekamen sie eine Meldung, dass das Gerät von einem gewissen Oleg Pliss gehackt worden sei. Einige Nutzer konnten ihr Gerät noch über die iCloud selbst wieder entsperren, andere Nutzer hingegen hatten weniger Glück und wurden von dem Hacker zu einer PayPal-Zahlung zwischen 50 und 100 Dollar aufgefordert, ehe sie ihr Apple-Gerät wieder entsperrt nutzen konnten. 

Mittlerweile hat auch Apple zu den australischen Vorfällen Stellung genommen. Gegenüber dem amerikanischen Technikportal ZDNet gab Apple bekannt, dass die iCloud sicher sei und man das Thema Sicherheit sehr ernst nehme. Für den Hackerangriff seien vielmehr unsichere Passwörter schuld, die iCloud sei nicht bei diesem Vorfall komprimittiert worden. Betroffene Nutzer sollen, insofern möglich, ihre Apple-ID-Passwörter so schnell wie möglich ändern. Für die Zukunft rät Apple, nicht mehr die gleiche Nutzername-Passwort-Kombination für mehrere Anbieter oder Dienste zu verwenden. Viele Nutzer haben beispielsweise die gleiche E-Mail-Adresse und Passwort-Kombination auch bei Ebay oder sozialen Netzwerken in Benutzung. Erst vor wenigen Tagen kam es bei Ebay zu einem größeren Hacker-Angriff, der mit der gleichen Passwort-Kombination auch bei anderen Anbietern zu Problemen führen kann.

iPhone Apple  iCloud Hackerangriff Australien
Bildquelle: The Verge

Diese Meldungen erhielten die Nutzer über die iCloud-Fernwartungsfunktion

"Jeder Nutzer, der weitere Hilfe benötigt, kann AppleCare kontaktieren oder seinen örtlichen Apple Retail Store besuchen", erklärt Apple. In Deutschland sind bisher noch keine solche erpresserischen Hacker-Angriffe auf Apple-Geräte bekannt. Dass das iCloud-System aber auch hierzulande nicht ganz sicher ist, zeigte noch im März das iCloud-Datenleck eines inside-handy.de-Lesers. Das iPhone des Leser synchronisierte fälschlicherweise mit den iCloud-Daten eines Namensvetters, sodass er Zugriff auf dessen Einkäufe und private Daten hatte.

Quelle: The Verge / ZDNet.com

Autor: Katharina Schell
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Themen dieser News: Apple

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