Whatsapp will Bilder nicht weiterverwenden

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Die Nachrichten-App Whatsapp ist weit verbreitet. Allerdings wissen die wenigsten Nutzer, dass bei einer Verwendung der Messenger-Applikation fast alle Materialrechte an das Unternehmen abtritt. Dazu zählen auch Bildrechte von Fotos. Aber bei weitem nicht alle Bilder, die über Whatsapp verschickt werden.

Per Whatsapp ist es möglich, neben Nachrichten auch Videos und Bilder zu verschicken. Allerdings gibt man mit diesem Schritt auch die Rechte an dem Material an Whatsapp weiter, was allerdings die wenigsten Nutzer wissen. Eltern sollten ihren Kindern Whatsapp nicht verbieten, sie müssten aber dennoch ihre Kinder aufklären, heißt es beim „Handelsblatt“ unter Bezug auf Aussagen von Referenten der „Initiative Eltern und Medien“. Die Nutzer sollten keine freizügigen Fotos verschicken und auch möglichst nicht ihren Standort verraten. Eltern sollten bei ihren Kindern thematisieren, weshalb die eigenen Bilder nicht in fremde Hände geraten sollten.

Rolf Becker, Rechtsanwalt in der Kölner Kanzlei Wienke & Becker, zufolge stimmen die Kunden von Whatsapp bereits in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu, dass sie ihre Rechte an den verschickten Materialien abtreten. Whatsapp habe das gebührenfreie Recht, Inhalte der Nutzer zu verbreiten, zu vervielfältigen, wiederzugeben oder andere Werke damit zu erzeugen. Bislang beziehe sich dieses Recht noch auf die Unternehmensgruppe Facebook und Whatsapp und deren noch unklares Geschäftsmodell. Dies könnte sich aber leicht ändern, wenn das Modell konkretisiert wird. Ebenfalls sei es Whatsapp möglich, diese Materialrechte an andere Unternehmen weiterzuverkaufen.

Zudem kommt noch hinzu, dass auch andere Teilnehmer von Whatsapp Zugriff auf die Inhalte haben. „Die Lizenz endet erst, sobald die Nutzer eine Mitteilung von dem WhatsApp-Service entfernen oder löschen“, sagte Anwalt Becker dem „Handelsblatt“. Der Messenger hat auch Zugriff auf die Kontakte der Nutzer, denn auch diesem Punkt stimmen die Nutzer von Whatsapp in den AGB zu.

Falls der Fall eintrete, dass Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material oder Geschäftsgeheimnisse per Whatsapp veröffentlichen, müssen sie dafür persönlich haften. Auch bei Unwahrheiten, beleidigendem Inhalt, Werbung, Computerviren oder ähnlichem solle der Teilnehmer aufpassen.

Das Unternehmen habe eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren eingeführt, da die Rechteabtretung doch heikel sei. Das Unternehmen erkläre hier, dass es keine Inhalte von Nutzern, die unter 16 Jahren sind, verbreite. In den Bedingungen seien auch Jugendschutzrichtlinien enthalten. Wenn beispielsweise ein Kind ein Foto eines anderen Kindes hochlade und dieses Foto an anderer Stelle auftauche, könne das Kind nicht dafür belangt werden.

Update 15:45 Uhr – Whatsapp gar nicht so böse wie angenommen 

Journalist Andreas Rickmann tritt auf seiner Homepage unterdessen den Gegenbeweis an. Whatsapp sei gar nicht so böse wie in den meisten Medien am Freitag dargestellt. Zusammen mit Rechtsanwalt Tim Hoesmann hat er die englischsprachigen AGB von Whatsapp ganz genau durchforstet und dabei festgestellt, dass sich Whatsapp lediglich das Recht herausnimmt, Fotos zu nutzen, die als Profilbild verwendet werden. Fotos aus Direktnachrichten oder Gruppenchats bezieht der kolpoltierte Punkt 5B aus den Nutzungsbedingungen von Whatsapp ausdrücklich nicht mit ein. 

Quelle: Handelsblatt

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