Smartphone-Markt: Apple liefert nicht, was Kunden wollen

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Bislang ist Apple seiner Strategie, hochpreisige Geräte mit vergleichsweise kleinen Displays anzubieten, treu geblieben. Seit dem ersten iPhone ist die Display-Größe nur um einen halben Zoll gewachsen. Doch bei Apple scheinen sich Zweifel einzustellen. Eine interne Präsentation, die im Patent-Prozess gegen Samsung vorgelegt wurde, verrät, dass sich Apple sehr wohl Sorgen um die Entwicklung des Smartphone-Marktes und das eigene Portfolio macht.

Veröffentlicht wurden die Dokumente von der Technikseite re/code. Eine Folie dieser Präsentation fasst prägnant zusammen: „Konsumenten wollen, was wir nicht haben.“ Damit wird eine Grafik untermalt, die verdeutlicht, dass das Wachstum des Smartphone-Marktes zwischen 2011 und 2012 ausschließlich auf Geräte, die mit Displays größer als 4 Zoll ausgestattet waren und zu Preisen über 300 Dollar verkauft wurden sowie auf Geräte zu Preisen unter 300 Dollar zurückging. Apple ist noch immer in keiner der beiden Kategorien mit seinen iPhones vertreten.

Zwar steigen die iPhone-Verkäufe immer noch, das Wachstum nimmt allerdings frappierend ab: Lag es im Finanzjahr 2012 noch bei 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so misst Apple für 2013 nur 8 Prozent.

Apple-Folie einer internen Präsentation zum Smartphone-Markt
Bildquelle: re/code

Folie aus einer internen Apple-Präsentation zur Entwicklung des Smartphone-Marktes

Außerdem beäugt man bei Apple die Marketing-Aktivitäten der Konkurrenz misstrauisch. Auf einer weiteren Folie ist von „obszönen Geld-Beträgen“ die Rede, die die Konkurrenz für Werbung ausgibt. Dass hiermit vor allem Samsung gemeint ist, liegt auf der Hand. Aus einer E-Mail des Apple-Markting-Chefs Phil Schiller von Anfang 2013, die ebenfalls vorgelegt wurde, geht außerdem eine gewisse Bewunderung für Samsungs Marketing-Abteilung hervor: „Ich habe den Samsung-Spot im Vorfeld zum Superbowl gesehen (…). Er ist ziemlich gut und ich komme nicht drumherum zu denken, ‚diese Jungs wissen was sie tun‘.“

Insgesamt zeichnen die veröffentlichten Dokumente ein ungewohnt verunsichertes Bild des sonst überaus selbstbewusst auftretenden Konzerns. Es wird nun spannend zu sehen, ob Apple mit seinen diesjährigen iPhone-Modellen dem entgegenwirken wird.

Quelle: re/code

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