EU-Rat segnet einheitliches Smartphone-Ladegerät ab

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USB-Kabel (Symbolbild)
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
Die vom EU-Parlament im März verabschiedeten Richtlinien für einheitliche Ladekabel wurden nun auch vom EU-Rat abgesegnet. Damit müssen Hersteller von Mobiltelefonen und Funkgeräten sich innerhalb der nächsten drei Jahre auf einen einheitlichen Ladestandard einigen, und diesen in künftigen Geräten verbauen.

Das Europäische Parlament hat beschlossen, dass Hersteller von Mobiltelefonen in Zukunft keine unterschiedlichen Ladeanschlüsse mehr in ihren Produkten verbauen dürfen. Doch nicht nur Smartphone-Hersteller untereinander müssen sich auf einen Standard einigen – auch GPS- und Galileo-Empfänger und Funkfernbedienungen, Schiffsradargeräte, Rundfunksendeanlagen und CB-Funkgeräte müssen mit diesem Standard bestückt sein. Hier mischen also gleich mehrere Branchen mit.

Realistisch ist deshalb eine Einigung auf den mittlerweile veralteten Micro-USB-Standard, der mittlerweile bei vielen Smartphones von USB-2.0-Ports abgelöst wurde. Außer bei Apple: Der Hersteller aus Cupertino hat seine Geräte seit jeher mit eigenen Ladeanschlüssen auf den Markt gebracht. Auch im Jahr 2011, als die Smartphone-Branche sich auf einen einheitlichen Micro-USB-Standard einigte, präsentierte es im Jahr 2012 den Lightning-Anschluss für seine Geräte. Bis das Kabel-Chaos aufgrund der neuen EU-Regelung allerdings beseitigt wird, dürften noch einige Jahre vergehen.

Originalmeldung vom 14. März 2014: EU-Parlament beschließt einheitliche Ladekabel für Smartphones

Das Gesetz mag den ein oder anderen verwundern – immerhin ist es schon seit Jahren möglich, das Smartphone per Micro-USB-Kabel an verschiedenen Ladegeräten aufzuladen – egal ob es von Samsung, LG, HTC, Sony oder Huawei kommt. Einzige Ausnahme bilden derzeit die iPhones von Apple.

Offenbar befürchtet die EU nun, dass die Hersteller wieder auf eigene Standards zurückgreifen könnten, wenn es um das Aufladen der eigenen Geräte geht. Es soll wohl auch das Schlupfloch geschlossen werden, das Apple bisher erlaubte nicht den Micro-USB-Anschluss zu nutzen.

Neben der Vereinfachung für den Nutzer, soll die Vereinheitlichung dafür sorgen, dass weniger Ladegeräte produziert werden müssen. Der Gedanke dahinter: Wer ein neues Smartphone kauft, hat vielleicht schon ein entsprechendes Ladegerät zuhause, daher muss dem Gerät kein neues mehr beiliegen. So sollen langfristig Elektro-Schrott vermieden und Ressourcen geschont werden. Bisher ist dieser Gedanke so gut wie nicht umgesetzt worden –  in der Regel werden Smartphones immer noch mit Ladegerät verkauft. Das Fairphone ist hier eine seltene Ausnahme. Fairphone-Käufer müssen sich ein Ladegerät extra dazubestellen, wenn sie eines brauchen.

Quelle: Europäisches Parlament via Süddeutsche.de

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