Google beerdigt Project Tango

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Project Tango
Bildquelle: Google
Project Tango wird beerdigt! Google schiebt der Augmented-Reality-Plattform nach über drei Jahren den Riegel vor und wird das Vorhaben nicht mehr weiter unterstützen. Entwickler können das Angebot noch eine Zeitlang nutzen, werden ab dem 1. März aber gezwungen sein, auf den Nachfolger umzusteigen.

Auf Twitter hat das kalifornische Unternehmen am Freitag vermeldet, die Augmented-Reality-Plattform Project Tango nicht mehr weiter zu betreiben und das Vorhaben zu beenden. Im Wortlaut erklärte Google: „Wir stellen den Support für Tango am 1. März 2018 ein. Unser Dank geht an die unglaubliche Entwickler-Community, die in den vergangen Jahren solche Fortschritte mit Tango erreicht hat. Wir freuen uns darauf, die Reise mit ARCore fortzusetzen.“ Bis zum besagten Zeitpunkt haben Entwickler also noch die Möglichkeit auf die Plattform zuzugreifen. Ein Nachfolger ist, wie zu lesen, auch schon in Sicht. Zukünftig wird das Projekt sinngemäß in dem Entwicklungskit ARCore fortgeführt.

Positionsbestimmung ohne GPS

Ursprünglich wurde das Projekt von Google im Jahr 2014 vorgestellt. Dabei diente die Technik dazu Smartphones und Tablets auch ohne ein GPS-Signal zu orten und so deren Position zu ermitteln. Möglich macht das eine räumliche Erkennung der Umgebung. In diesem Zusammenhang wurden Entwicklern auch spezielle Smartphone- und Tablet-Varianten zur Verfügung gestellt, um die Entwicklung mobiler Anwendungen zu verbessern, die auf Umgebungserkennung zurückgreifen.

Die Android-Smartphones sind mit einem 5-Zoll-Display ausgestattet und verfügen über eine Kombination aus Prozessoren und Software, die 250.000 3D-Messungen pro Sekunde möglich macht. Als konkrete Anwendungsbeispiele dieser Technologie nennt Google die unkomplizierte Vermessung der eigenen Wohnung vor einem Möbelkauf, ein schnelles Zurechtfinden in unbekannten Gebäuden oder auch Augmented-Reality-Spiele, also die Projektion eines Spiels in den realen Raum auf dem Display, in der eigenen (perfekt vermessenen) Wohnung.

Ein berühmter Vertreter der Tango-Smartphones war unter anderem das Lenovo Phab 2 Pro. Im Test des Lenovo-Smartphones zeigte sich jedoch, dass die Tango-Funktionen noch niht aus den Kinderschuhen entwachsen waren. Auch das Asus ZenFone AR nutzte Google Tango für seine namengebenden Funktionen aus dem AR-Bereich.

Neues AR-Zugpferd

Die Weiterentwicklung ARCore verzichtet auf zusätzliche Hardware, wie den Tiefensensor und eine Doppelkamera, die noch für Project Tango vorausgesetzt wurden. Alternativ setzt das ARCore Software Development Kit auf eine exakte Bewegungserkennung mit Hilfe der bereits in Smartphones integrierten Kamera- und Sensortechnik. Darüber hinaus steht Entwicklern ebenfalls seit Mitte Dezember eine zweite Vorabversion des Software Development Kits zur Verfügung. Durch eine neu enthaltende Funktion können Augmented-Reality-Sitzungen zum Beispiel während eines Anrufs angehalten und danach wieder aufgenommen werden.

Quelle: Google

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