Sony verkauft PC-Sparte und entlässt 5.000 Mitarbeiter

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Sony-Slogan mit Smartphone im Hintergrund
Bildquelle: Sony, inside-handy.de
Sony-Chef Kazuo Hirai räumt nun endgültig auf: Um den Konzern aus den roten Zahlen zu führen, wird das PC-Geschäft verkauft, die TV-Sparte wird ausgegliedert, tausende Mitarbeiter werden entlassen. Sonys Fokus soll in Zukunft auf Smartphones, Games und Kameras liegen.

Am Dienstag hatte die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtet, Sony wolle seine PC-Sparte mit den bekannten Vaio-Laptops aufgeben. Das Unternehmen sah sich durch das Medienecho tatsächlich gemüßigt, am Mittwoch ein Statement herauszugeben mit dem Kommentar, das Thema nicht weiter zu kommentieren. Am Donnerstag wurden die Gerüchte dann doch bestätigt.

PC-Sparte geht an Investorengruppe

In der von Sony verbreiteten Absichtserklärung heißt es, man wolle das PC-Geschäft an die Investorengruppe Japan Industrial Partners (JIP) verkaufen; die Gespräche sollen bis Ende März abgeschlossen sein, ab dem 1. Juli sollen Vaio-Computer dann unter dem Dach von JIP gefertigt werden. Bis zu 300 Sony-Mitarbeiter will die Investorengruppe übernehmen. Das Frühjahrs-Lineup 2014 soll die letzte Vaio-Produktlinie von Sony werden, der Kundensupport bleibe jedoch gewährleistet, versichert das Unternehmen.

Den seit Hirais Amtsantritt 2012 forcierten Fokus auf die drei Geschäftsbereiche Mobile, Game und Imaging konnte man schon bei den letzten Messeauftritten deutlich beobachten. Xperia und Playstation waren die stolz präsentierten Marken, Vaio und Bravia tauchten eher im Nebenprogramm auf. 

TV-Sparte wird ausgegliedert

Apropos Bravia: Trotz anhaltender Maßnahmen zur Kostenreduzierung rechnet man im TV-Geschäft, das schon seit neun Jahren Verluste einfährt, auch im laufenden Geschäftsjahr nicht mit schwarzen Zahlen. Trotz positiver Entwicklung bei den Ultra-HD-Modellen rechnet Sony bei seinen Fernsehern mit einem erneuten Minus von etwa 250 Millionen Dollar bis Ende März.

Ab Juli soll die TV-Sparte daher aus dem Konzern ausgegliedert werden und als eigenständige Sony-Tochter die Wende zum Positiven schaffen. Besonders von den 4K-Fernsehern, bei denen Sony in Japan einen Marktanteil von 75 Prozent erreicht und in den USA die Marktführerschaft übernommen hat, erhofft man sich einen Schub für das Segment.

Massenentlassungen geplant

Damit nicht genug: Bis Ende des Jahres will Sony seine Belegschaft um 5.000 Angestellte reduzieren; 1.500 in Japan, 3.500 im Rest der Welt. Umgerechnet 900 Millionen Dollar sollen diese Umstrukturierungsmaßnahmen bis Ende 2014 kosten, die dann ab 2015 die jährlichen Fixkosten um bis zu eine Milliarde senken sollen.

Das ist auch nötig: Das Weihnachtsgeschäft lief zwar gut für Sony, die Umsätze des letzten Quartals stiegen gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel. Für das Gesamtjahr, das bis Ende März läuft, reduzierte der Konzern jedoch seine Gewinnerwartungen um die Hälfte. Erst kürzlich hatte die Ratingagentur Moody’s Sony auf Ramsch-Niveau heruntergestuft. Damit soll bald Schluss sein, wenn es nach Konzernchef Hirai geht.

Fazit

Die Konzentration auf die drei Kernsparten könnte den Konzern in ruhigeres Fahrwasser bringen. Bei Kameras ist Sony weiterhin ein Big Player, die Smartphones laufen immer besser und für die neue Playstation 4 rennt die Kundschaft dem Unternehmen ohnehin die Bude ein.

Quellen: Sony / Nikkei via Focus Online

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