Paypal zeigt mit "Check-In" die Zukunft des Bezahlens

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Paypal zeigt mit
Bildquelle: Paypal
Bezahlen mit dem Smartphone ist einer der Trends im Jahr 2013. Nach dem Vorstoß von Edeka in diesem Sommer nimmt sich nun Paypal des Themas an. Bei einem Pressetermin konnte inside-handy.de den neuen Dienst "Check-In" testen und beim Start des Pilotprojekts in zehn Cafés, Restaurants und Bars rund um den Rosenthaler Platz in Berlin dabei sein. Die Redaktion beantwortet die wichtigsten Fragen zur neuen Bezahlmethode.

Wie funktioniert das Bezahlen über „Check-In“?

Sobald man einen Account hat, ist der Bezahlvorgang über „Check-In“ extrem simpel. Notwendig sind ein Paypal-Account sowie die Paypal-App für Android oder iOS. Um die Paypal-App zu personalisieren, ist ein Foto des Kundens notwendig. Hat man dieses angefertigt, ist die App startklar. Man wählt den Laden aus, in dem man bezahlen möchte, und checkt sich mit einem Finger-Wischer über das Display ein. Der Kellner oder Verkäufer sieht in seinem Terminal, dass man eingecheckt ist und belastet nach Rückfrage den Betrag auf das Konto. Anschließend ist man automatisch ausgecheckt, eine Doppel-Abbuchung ist damit verhindert. Jeder Kauf wird in der App gespeichert und man erhält eine Bestätigung per Mail. Belastet wird eine bei Paypal hinterlegte Kreditkarte oder ein Girokonto – je nach Wunsch des Kunden.

Wo kann ich Paypal „Check-In“ nutzen?

Derzeit läuft in Deutschland nur das Pilotprojekt in Berliner Restaurants und es ist grundsätzlich auf Seiten des Gastronomen ein Kassensystem des Anbieters Orderbird notwendig. Paypal nimmt aber nach eigenem Bekunden gerne weitere Partner und Kassensysteme mit an Bord. Nach der Pilotphase soll das System auch in anderen Städten Deutschlands verfügbar werden. In den USA und Großbritannien kommt „Check-In“ ebenfalls zum Einsatz.

Wird sich dieses Modell durchsetzen?

Ob sich dieses Modell durchsetzt, hängt von zwei Faktoren ab: Es müssen nicht nur genügend Paypal-Kunden die App installieren und nutzen. Auch die Anzahl der Geschäfte, die den Service anbieten, muss stimmen. Damit der Dienst erfolgreich ist, muss sich Paypal daher zwingend um große Ketten wie McDonalds, Vapiano, Ikea oder Rewe bemühen. Nur wenn einige dicke Fische mit ihrem Markennamen und ihren vielen Filialen das System unterstützen, wird sich der Schwarm der Kunden ebenfalls bewegen.

Wie sicher ist das Bezahlen mit dem Mobiltelefon?

Das Bezahlen per Smartphone ist grundsätzlich nicht unsicherer als das Bezahlen per Bargeld oder Kartenzahlung. Wird Bargeld gestohlen, erleidet man in der Regel einen Totalschaden. Wird eine Karte gestohlen, kann jeder Dieb bis zur Sperrung ungeniert einkaufen – online und offline. Im Geschäft wird die Unterschrift oft nur nachlässig kontrolliert und online sind Tür und Tor für den Dieb offen, wenn der Kartenbetreiber kein sicheres Verfahren, zum Beispiel eine SMS-Bestätigung, anbietet. Bei der Paypal-Lösung bekommt der Verkäufer ein vorher vom Kontoinhaber aufgenommenes Foto angezeigt und kann dieses mit dem Käufer abgleichen. Außerdem greifen bei größeren Summen automatisch schärfere Sicherheits-Regeln von Paypal, die einen Missbrauch verhindern sollen.

PayPal Check-In App: Bezahlen mit dem Smartphone

Beachtet Paypal den Datenschutz?

Nach eigenem Bekunden beachtet Paypal strenge luxemburgische Datenschutz-Richtlinien, da man dort eine Banklizenz hält. Auch die App soll sicher sein, das Foto und die persönlichen Daten sind laut Paypal nur für den Bezahlvorgang freigegeben. Wie immer gilt also: Man muss den Angaben des Anbieters Glauben schenken und sich im Klaren sein, dass Missbrauch potenziell möglich ist. Wer auf Nummer sicher gehen will oder Illegales im Schilde führt, wird sowieso keine elektronischen Zahlungsmittel verwenden, sondern ausschließlich auf Bargeld setzen.

Nutzt überhaupt jemand Bezahl-Funktionen auf dem Smartphone?

Ob im App-Store oder beim Fahrscheinkauf: Bezahlfunktionen auf dem Smartphone gehören immer mehr zur Normalität. Das Bezahlen von reellen Waren oder Dienstleistungen mit dem Smartphone ist dennoch ein Nischenmarkt. Kreditkarten, EC-Zahlung und vor allem Bargeld liegen in Deutschland hoch im Kurs. Die Wachstumszahlen – auf niedrigem Niveau – sprechen allerdings für die Chancen dieser Technologie. Um 27 Prozent soll der Markt zugelegt haben.

Was hat der Händler davon, wenn ein Kunde per Smartphone bezahlt?

Paypal geht davon aus, dass Händler oder Restaurantbesitzer über innovative Bezahldienste neue Kunden gewinnen können. Der „Check-In“ und die Bezahlung über Paypal auf dem Smartphone sei ein echter Mehrwert neben der Zahlung mit Bargeld oder EC-Karte, heißt es. Die Gebühren für die Zahlung liegen außerdem unter den Gebühren für eine Kreditkartenzahlung und der Händler spart sich die Anschaffung eines Kartenterminals.

Warum engagiert sich Paypal?

Für Paypal ist mobiles Bezahlen mit dem Smartphone der nächste logische Schritt. Im Online-Handel hat die Ebay-Tochter bereits gezeigt, wie man einen neuen Markt aufrollen und befeuern kann. Das rasante Wachstum von Online-Kaufhäusern ist mit dem Wachstum von Paypal Hand in Hand gegangen. Wenn sich der Paypal-Dienst nun beim mobilen Bezahlen durchsetzen sollte, hätte man im nächsten Zukunftsmarkt den Fuß bereits in der Tür.

Beginnt mit „Check-In“ das Ende der Bargeld-Ära?

Kaum vorstellbar, dass Bezahlen mit dem Smartphone das Bargeld komplett ablösen könnte. Wer sein Smartphone nicht immer dabei hat, etwas anonym bezahlen möchte, einem Straßenmusiker etwas in den Hut oder dem Spendensammler in die Spardose wirft, wird weiterhin Bargeld zu schätzen wissen. Es sind aber viele Situationen im Restaurant, Supermarkt oder Taxi denkbar, in denen „Check-In“ eine Alternative sein kann, um nicht zum Geldautomaten rennen zu müssen.

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  • Paypal zeigt mit „Check-In“ die Zukunft des Bezahlens: Paypal
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Christian liebt Technik nicht nur in der Mobilfunk-Welt, sondern auch überall dort, wo Feuerwehr-Fahrzeuge und Flugzeuge zum Einsatz kommen. Als Geschäftsführer von inside handy hat der "Chefkoch" nicht nur stets das große Ganze im Blick, sondern ist auch Herr der Finanzen und spendabler Gönner, wenn es um Grillgut für das nächste Team-Event geht. Das Geschehen rund um das Geißbockheim verliert er dabei nie aus den Augen. Aber wenn man gleich zwei Dauerkarten des 1. FC Köln sein Eigen nennen kann, darf man diesbezüglich wohl auch nichts verpassen.

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