Leicht, dünn und äußerst schnell - Ein Tablet, das seinen Namen verdient

7 Minuten
iPad Air Test
Bildquelle: inside-handy

Verarbeitung & Design

Das iPad Air kann man wegen des neuen Designs, der Größe und des Gewichts nun ohne Einschränkungen als den großen Bruder des iPad Mini bezeichnen. Hinsichtlich der Form und des Designs ähnelt es ihm vor allem aufgrund der abgerundeten Kanten. Die Verarbeitung des Unibody-Aluminiumgehäuses ist wie immer bei Apple makellos. Viel wichtiger als das Design ist aber wohl die Tatsache, dass das iPad Air fast ein Viertel leichter als sein Vorgänger-Modell ist. Dies macht sich gerade bei einer längeren Benutzung deutlich bemerkbar. Die WLAN-Variante wiegt nur noch 469 Gramm anstatt der stolzen 652 Gramm, die das iPad 4 noch wog.

Damit setzt Apple genau an dem bisherigen Knackpunkt an: Das recht hohe Gewicht der beiden Vorgänger-Modelle, das dem vergrößerten Akku geschuldet war. Dieser wiederum war notwendig um dem hohen Energiebedarf des Retina-Displays gerecht zu werden ohne die Akkulaufzeit zu beeinträchtigen. Diese Problematik hat Apple nun mit dem neuen iPad Air lösen können. Zudem ist es ebenfalls 20 Prozent dünner und hat 24 Prozent weniger Volumen als das iPad 4. Die reduzierten Maße von 240 x 169,5 x 7,5 Millimeter sind dem schmaleren Displayrand geschuldet. Bei etwas größeren Fingern kann es nun also durchaus passieren, dass der Nutzer bei senkrechter Ausrichtung des Geräts auf dem Display landet. Jedoch führt dies keinesfalls zu Irritationen des Touchscreens, da Apple auch hier wie schon beim iPad Mini, eine automatische Grifferkennung integriert hat.

Wertung: 5/5

Display

Durch den schmaleren Rahmen wirkt das 9,7 Zoll große Retina-Display noch größer als bisher. Die Auflösung beträgt weiterhin 2.048 x 1.536 Pixel. Einzelne Bildpunkte sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Die Blickwinkelstabilität ist dank des IPS-Displays auch im äußersten spitzen Winkel noch sehr gut. Die Farben wirken stark und kontrastreich. Auch im Sonnenlicht ist das Display noch gut lesbar, da sich die Helligkeit des Displays automatisch den Lichtverhältnissen anpasst oder sich mit einer einfachen Wischbewegung von unten nach oben flexibel je nach Situation manuell einstellen lässt.

Wertung: 5/5

Ausstattung & Leistung

In dem 7,5 Millimeter dünnen Gehäuse ist der gleiche energiesparende 64-Bit-A7-Prozessor des iPhone 5s verbaut. Zwar verfügt das iPad Air im Vergleich zu ähnlichen Android-Tablets nur über einen verhältnismäßig kleinen Arbeitsspeicher von 1 GB, aber einen Teil der Arbeit übernimmt laut Apple ebenfalls der A7-Prozessor. Auch im Test zeigt sich dies: Apps öffnen sich äußerst schnell und auch mit Apples hauseigener Office-Software lässt sich schnell und effektiv arbeiten. Dass der neue A7-Chip zweimal schneller als der A6X seines Vorgängers ist, ist auch in der täglichen Handhabung deutlich zu spüren. Das Laden einer News-Webseite dauert nur zwischen 3 und 4 Sekunden bei Nutzung einer WLAN-Verbindung. Auch an dieser Stelle merkt man, dass Apple deutlich aufgerüstet hat. Mit zwei Antennen statt einer und MIMO Technologie liefert das iPad Air die bis zu doppelte WLAN-Geschwindigkeit im Vergleich zur vorherigen Generation. Das Navigieren und Scrollen in Webseiten läuft flüssig und ruckelfrei.

Der interne Speicher variiert wie üblich bei Apple je nach Version zwischen 16 GB und 128 GB. Dadurch, dass auch der Speicher des neuen iPad Air sich weiterhin nicht erweitern lässt, ist die kleinste 16-GB-Version des Tablets auch nur Menschen zu empfehlen, die ihr Tablet hauptsächlich zum Surfen nutzen und nur ab und zu auf große Videos, Filme oder Musikdatein zugreifen. Denn die nun schon vorinstallierten Office-Anwendungen Pages und Keynote, das Schnittprogramm iMovie oder das Musikprogramm Garage Band belegen schon rund 3 GB Speicher. Die kleinste WLAN-Version kostet 479 Euro, die nächstgrößere Speichervariante kostet jeweils 90 Euro Aufpreis. Die LTE-Versionen kosten zwischen 599 und 869 Euro.
Von dem hohen Speicherverbrauch abgesehen sind die Gratis-Office Tools allerdings eine nette Geste von Apple und runden das Software-Paket für das iPad ab. Texte, Tabellen, Grafiken oder Präsentationen lassen sich schnell und einfach mit dem iPad erstellen. Auch hier setzt Apple auf die benutzerfreundliche Oberfläche, so dass auch ohne Vorkenntnisse schnell eine Tabelle oder ein selbst geschnittenes Video erstellt werden kann, ohne sich vorher durch eine komplizierte Menüführung quälen zu müssen.
Das iPad Air verfügt nicht wie das iPhone 5s über den Fingerabdruck-Sensor. Allerdings ist dieser bei einem Tablet, das statistisch gesehen am häufigsten in den eigenen vier Wänden genutzt wird auch nicht so relevant wie bei einem Smartphone, das mehrfach täglich aus der Tasche geholt wird und entsperrt werden muss. iCloud, Siri und Bluetooth 4.0 gehören ebenfalls zur Ausstattung des iPad Air.

Wertung: 4/5

Kamera, Musik, Video & Spiele

Die 5-Megapixel iSight Kamera des iPad Air schießt vor allem draußen sehr brauchbare Fotos. Aber auch drinnen stimmt die Bildqualität bei einer halbwegs guten Beleuchtung für eine Tablet-Kamera. Das leichte Gewicht des iPad Air ist auch an dieser Stelle wieder einmal von Vorteil, da immer mehr Nutzer dazu übergehen, auch unterwegs Fotos mit ihrem Tablet zu machen. Das iPad Air liegt dabei gut in der Hand und lässt sich auch von schwächeren Oberarmen lang genug hochhalten um unterwegs schöne Schnappschüsse oder Videos in 1080p HD-Auflösung zu machen.

Im Gegensatz zur Rückkamera hat sich die über dem Display befindliche FaceTime-Kamera im Vergleich zum Vorgänger-Modell etwas verbessert. Diese ist mit einem rückwärtig belichteten Sensor mit größeren Pixeln ausgestattet, der auch im Test bei schwächerem Licht für ein besseres Bild sorgt. Die 1,2-Megapixel FaceTime HD Kamera macht Videoaufnahmen mit 1280 x 720 Pixel.
Die Lautsprecher sind weiterhin unglücklich platziert. So passiert es öfters mal, dass die rechte Hand einen der Lautsprecher bedeckt, wenn man das Tablet, wie meist üblich, senkrecht hält. Vom fehlenden Stereo-Effekt abgesehen, liefern die beiden Lautsprecher aber einen ordentlichen und satten Klang.
Der kurze Sprachsteuerungstest mit Siri über die zwei eingebauten Mikrofone verlief ohne größere Schwierigkeiten. Störende Hintergrundgeräusche werden herausgefiltert, dies fiel vor allem bei einem FaceTime-Testanruf positiv auf.

Im Bereich Gaming macht sich der starke A7-Prozessor nochmals bemerkbar. Durch das hochauflösende Retina-Display und den energiesparenden Prozessor ist das iPad Air auch für Gelegenheitsgamer eine Freude. Die getesteten Spiele starteten schnell und lieferten ein klares, ruckelfreies Bild. Allein auf den internen Speicher ist an dieser Stelle wieder vor dem Kauf des iPad Air zu achten, da Spiele gerne mal mehrere 100 MB Platz einnehmen.

Wertung: 4,5/5

Akku

Auch im Dauertest konnte sich die von Apple auf zehn Stunden angegebene Akkulaufzeit der Lithium-Polymer-Batterie beim Surfen im Web mit WLAN und der Video- oder Musikwiedergabe bestätigen. Über den 12Watt-USB-Power-Adapter lädt das iPad Air gute vier Stunden auf.

Wertung: 4,5/5

Fazit

Apple hat es wieder einmal geschafft. In Sachen Tablet ist dem amerikanischen Unternehmen erneut ein großer Schritt nach vorne gelungen und man lässt mit dem iPad Air die restliche Tablet-Konkurrenz weit hinter sich. Einzig und allein Apple selbst könnte sich mit dem noch im November erscheinenden iPad Mini in das eigene Fleisch schneiden, da auch der kleine Bruder nun über ein Retina-Display verfügen wird. Punkten kann das neue iPad Air vor allem in Punkto Design, Gewicht, Größe und Schnelligkeit. Besonders für iPad 2-Nutzer lohnt sich der Umstieg, da sie nun ein großes Retina-Display mit einem kleinen Gewicht erhalten. Weiterhin ungeeignet bleibt das iPad aufgrund der fehlenden Anschlussmöglichkeiten für Menschen, die ständig Daten von A nach B transportieren und ihr Tablet quasi als zweite Festplatte für ihre Filme, Fotos und Co. nutzen.

Testsiegel iPad AirPro

  • leicht und dünn
  • brillantes, hochauflösendes Retina-Display
  • einfache, benutzerfreundliche Oberfläche
  • leistungsstarker A7-Prozessor
  • inklusive Office-Suite iWorks

Contra

  • kein erweiterbarer Speicher
  • wenig Anschlüsse
  • kein austauschbarer Akku
  • recht hoher Preis

Bildquellen:

  • iPad Air Test: inside-handy
5 3
Amazon Fire TV Stick 4K gegen Google Chromecast (2018)

Der große Vergleich: Fire TV Stick 4K gegen Google Chromecast

Chromecast oder Fire TV Stick – Streaming-Sticks bringen Vielfalt auf den Fernseher. Doch was hat Googles Chromecast dem Fire TV Stick von Amazon voraus und welcher ist der bessere? Im Vergleichstest zeigt inside handy, worauf es ankommt, und welches System für wen das richtige ist.
Vorheriger ArtikelSparfüchse – was taugen Billig-Smartphones?
Nächster ArtikelPaypal zeigt mit „Check-In“ die Zukunft des Bezahlens
inside handy redaktion
Die inside handy Redaktion liebt Technik und Mobilfunk. Sie besteht aus einem leidenschaftlichen Experten-Team, das es sich zum Ziel gesetzt hat, auch komplexe Themen verständlich zu verpacken. Ob du dich im Smart-Home-Labyrinth oder im Tarif-Dschungel verirrt hast oder im tiefen Smartphone-Ozean zu ertrinken drohst – die Redaktion kennt sich mit allen Facetten des digitalen Lebens aus und bietet Lesern wie dir Orientierung und Unterstützung. Deshalb bringt sie deine Technik auf den Punkt. Jeden Tag.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS