Testbericht: Samsung Galaxy Tab 3 10.1

7 Minuten
Das Samsung Galaxy Tab 3 10.1 im Test
Bildquelle: inside-handy.de

Verarbeitung & Design

Das Galaxy Tab 3 10.1 gehört mit seinen 510 Gramm zu den leichtesten 10-Zoll-Tablets auf dem Markt. Es ist sogar noch 80 Gramm leichter als sein Vorgänger Galaxy Tab 2 und liegt daher auch bei längerer Benutzung noch gut in der Hand, auch dank seiner abgerundeten Ecken.

Die Verarbeitung des Rahmens sowie der Anschlüsse, Knöpfe und Speaker ist erstklassig und lässt nichts zu wünschen übrig. Zudem sieht das Tablet in der vorliegenden weißen Variante dank des alufarbenen Rahmens und der recht schmalen Displayumrandung schick aus.

Die Rückseite besteht Samsung-typisch aus glattem Polycarbonat – optisch Geschmackssache, haptisch besonders bei längeren Spiele-Sessions etwas rutschig. Damit die SIM-Karte ordnungsgemäß einrastet, sind lange Fingernägel oder eine Büroklammer nötig.

Wertung: 4,5/5

Samsung Galaxy Tab 3: Hands-On-Fotos

Display

Samsung hat dem Galaxy Tab 3 lediglich eine HD-ready-Auflösung mit 1.280 x 800 Pixeln (WXGA) spendiert, enttäuschend wenig angesichts der Größe des TFT-Displays (ergibt nur 149 ppi) und der Tatsache, dass die Konkurrenz auf Full-HD setzt und Samsung selbst beim Nexus 10 stolze 2.560 x 1.600 Pixel bietet. Resultat: Schrift wirkt grob, im Hochkantmodus ist Text in Webseiten nur mit Vergrößerung lesbar.

Die automatische Helligkeitsregelung wünscht man sich etwas großzügiger beim Gebrauch der Hintergrundbeleuchtung. Die Blickwinkelstabilität bleibt nur bei entsprechender Beleuchtung drinnen bestehen. Im Sonnenlicht zeigt sich auch beim neuen Galaxy Tab, dass Tablets nun mal keine E-Book-Reader sind: Selbst bei Regelung auf maximale Helligkeit macht das Lesen von Text draußen keinen Spaß. Den Blickwinkel von null Grad sollte man außerdem besser nicht verlassen. Die in den Einstellungen versteckte Funktion „Lesbarkeit verbessern“ brachte auch keinen sichtbaren Mehrwert.

Die Displayqualität bei Bildern und Videos ist gut, aber nicht brillant. Bei Spielen macht sich die relativ geringe Auflösung teilweise in pixeligen Kanten bemerkbar. Farben werden kräftig dargestellt. Das Display spiegelt schon merklich; Fingerabdrücke stören bei direkter Draufsicht aber nicht.

Wertung: 3,5/5

Samsung Galaxy Tab 3: Hands-On-Fotos (Blickwinkelstabilität)

Ausstattung & Leistung

Das Galaxy Tab 3 arbeitet mit einem Dual-Core-Prozessor von Intel mit 1,6 GHz, was sich zunächst mal ziemlich schmalbrüstig anhört im Vergleich zu den Quad-Core-Chips der Konkurrenz. Der Arbeitsspeicher beträgt lediglich 1 GB, der interne Speicher des Testgeräts ist mit 16 GB, wovon dem Nutzer noch etwa 11 GB zur freien Verfügung bleiben, ebenfalls recht mager ausgefallen. Per Micro-SD kann er zumindest um bis zu 64 GB erweitert werden.

Zum Hochfahren benötigt das Galaxy Tab 3 etwa 35 Sekunden, ein mittlerer Wert. Das Laden einer News-Webseite dauert zwischen 5 und 8 Sekunden. Das Navigieren und Scrollen in Webseiten läuft flüssig. Im AnTuTu-Benchmark-Test erreicht das Tablet einen guten Mittelwert von rund 20.000 Punkten und landet damit in der Vergleichsskala im Bereich der Smartphone-Kollegen Sony Xperia Z/ZL, Huawei Ascend P2 und Asus PadFone 2.

Das Herunterladen der Skype-App dauerte nur 20 Sekunden. Das Bild bei einem Skype-Videotelefonat ist ordentlich und ruckelt nur mäßig, der Ton allerdings lässt sehr zu wünschen übrig und klingt blechern, einzelne Silben werden verschluckt. Der Wechsel vom Hochkant- in den Quermodus könnte deutlich schneller vonstatten gehen, außerdem reagiert der Home-Button mitunter recht träge.

Wertung: 4/5

Kamera

Über Sinn und Unsinn einer rückwärtigen Kamera bei Tablets kann man streiten; die Kamera des Galaxy Tab 3 bietet 3 Megapixel und ist zumindest für Schnappschüsse gut zu gebrauchen. Sowohl drinnen als auch draußen lassen sich Details erkennen, allerdings nur bei ausreichend Helligkeit.

Videos geraten nur draußen im Hellen ansehnlich, drinnen wird es sehr grobkörnig. Fotos mit der 1,3-Megapixel-Frontkamera sind deutlich unschärfer, diese ist ja auch hauptsächlich für Videotelefonie gedacht. Hier wünscht man sich schon eine etwas höhere Auflösung. Insgesamt sind die beiden Kameras für ein Tablet ordentlich.

Wertung: 3,5/5

Samsung Galaxy Tab 3 10.1: Kamera-Testfotos

Musik, Video & Spiele

Zunächst einmal: Dass die beiden Lautsprecher an den entgegengesetzten (Längs-)Enden des Tablets angebracht sind, und dort im oberen Drittel, ist angesichts des gewünschten Stereo-Effekts sowie der Haltung im Landscape-Modus sehr zu begrüßen und durchaus nicht üblich, wenn man sich die seltsamen Konstruktionen einiger Tablets so anschaut.

Beim Musikhören muss man die Lautstärke schon etwas höher drehen; hier würde man sich wünschen, dass die Speaker nicht nach außen sondern – wie beim Vorgänger Galaxy Tab 2 – nach vorne abstrahlen. Regelt man nämlich zu laut, wird der Sound sehr höhenlastig und scheppernd.

Spiele wie „Minion Rush“ laden recht schnell und laufen flüssig. Manchmal etwa pixelige Grafiken sind eher der WXGA-Auflösung geschuldet. Videos – getestet mit Film- und Game-Trailern von Youtube – werden ruckelfrei und in guter HD-Qualität abgespielt. Ein Full-HD-Display würde hier allerdings noch bessere Ergebnisse liefern. Der Sound ist bis zu einer bestimmten Lautstärke in Ordnung, darüber hinaus trüben die Lautsprecher jedoch das Hörvergnügen.

Wertung: 4/5

 

Akku

Der Akku des Samsung Galaxy Tab 3 10.1 leistet laut Datenblatt 6.800 mAh. Samsung verspricht eine Internetnutzungszeit von bis zu 9 Stunden, eine Video-Wiedergabedauer von bis zu 9 Stunden, Audio von bis zu 140 Stunden sowie eine Sprechzeit von bis zu 40 Stunden.

Der bei Smartphone-Tests angelegte Performance-Parcours (8 Stunden Betrieb mit aktivierten Stromfressern, 30 Minuten HD-Video, 30 Minuten Web-Radio, 30 Minuten Spielen, 30 Minuten Telefonieren sowie 16 Stunden Standby) kann zumindest bei diesem Tablet nur bedingt angewendet werden: Nach einer Misch-Nutzung aus Video, Internet und Benchmark-Tests verlangte das Galaxy Tab 3 bereits nach 7:30 Stunden wieder nach dem Ladekabel, der Akku war bei 15 Prozent Leistung angelangt.

Am zweiten Testtag blieben von der vollen Ladung nach 7:30 Stunden Video, Musik, Kameranutzung und Spielen sowie Standby-Betrieb immerhin etwa 55 Prozent übrig. Die Displayhelligkeit blieb jeweils dem Automatikmodus überlassen, der Energiesparmodus wurde nicht getestet.

Wertung: 4/5

Fazit

Das Samsung Galaxy Tab 3 10.1 ist gegenüber seinem Vorgänger schneller, leichter und etwa einen Zentimeter kürzer geworden. Unverständlicherweise bietet das Display immer noch die gleiche Auflösung wie das über ein Jahr alte Galaxy Tab 2. Das macht sich teilweise bei Videos und Spielen, stark jedoch bei Text bemerkbar. Hier hat Samsung klar den Zug verpasst: Auch wenn man über den Nutzen von 2.560 x 1.600 Pixeln wie beim Nexus 10 streiten kann, sind 1.920 x 1.080, also Full-HD, inzwischen Standard – vor allem bei den großen 10-Zoll-Tablets.

Dennoch ist das Galaxy Tab 3 ein gutes Mittelklasse-Tablet für Multimedia-Anwendungen wie Video, Websurfen und Spielen. Der Akku sollte bei gemischter Nutzung ein Wochenende durchhalten. Das Galaxy Tab 3 10.1 gibt es als WLAN-only-Version, als 3G-Modell sowie zusätzlich als LTE-Variante. Die Straßenpreise reichen von 340 bis 485 Euro. Das vorliegende Modell mit WLAN & 3G in 16 GB ist für rund 460 Euro zu haben.

Pro: Testsiegel Samsung Galaxy Tab 3 10.1

  • Verarbeitung
  • Performance

Contra

  • Display-Auflösung
  • Kameras

 

Gesamtwertung: 4/5

Alternative

Als Alternative in der gleichen Preisklasse bietet sich das Asus MeMo Pad FHD 10 an, das bei Tests gut abschnitt und für etwa 330 Euro ein Display mit Full-HD-Auflösung bietet. Wer statt Android einmal Windows ausprobieren möchte: Microsoft hat gerade erst den Preis für sein Surface RT auf 330 Euro gesenkt; das 10,6 Zoll große Tablet bringt außerdem mit 32 GB doppelt so viel Speicher mit.

Bildquellen:

  • Das Samsung Galaxy Tab 3 10.1 im Test: inside-handy.de
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